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Muskelabbau durch Training? Aus hormoneller Sicht denkbar…..

Wie kann das sein? Wir betreiben Krafttraining doch um Muskeln aufzubauen und nicht um damit Muskelabbau zu fördern und dennoch spricht zumindest auf den ersten Blick einiges dafür, dass nach dem Training ein kataboles (abbauendes) Milieu dominiert. ….. auf den ersten Blick

Cortisol und Testosteron

Cortisol ist in der Szene als muskelabbauender Buh-Mann bekannt. Bloom et al haben bereits 1976 herausgefunden, dass es im Rahmen körperlicher Aktivität an einer Belastung von 60% VO2max (der individuellen maximalen Sauerstoffaufnahme) und mehr zu einer verstärkten Ausschüttung kommen kann. Unser Körper tut dies nicht um damit Muskelabbau einzuleiten, sondern in erster Linie um so auf den Stresseinfluss des Trainings angemessen zu reagieren und über diesen Weg genug Energie aus den Speichern freizusetzen um den Blutzucker zu stabilisieren. Gabo und Wolle belegten 2001 das es sich bei der bereitgestellten Energie vornehmlich um Amino- und Fettsäuren handelt und neben den Fettzellen tatsächlich auch Muskelzellen involviert werden. Cortisol hat kein Problem damit bei Energieknappheit aus Muskelaminosäuren Glucose herzustellen. Unter seinem Einfluss dominieren abbauende Stoffwechselvorgänge Testosteron in unabdingbarer Bestandteil mitunter des Muskelwachstums. Wilkerson et al fanden bereits 1980 heraus, das als Reaktion auf intensive körperliche Betätigung auch das Testosteronaufkommen steigt. PEAK, also Spitzenkonzentrationen seien nach dem Training zu verzeichnen, was aber natürlich von der Dauer und der Intensität des Trainings abhängt. Irgendwann ist mit einem Ungleichgewicht zu Gunsten des Cortisols zu rechnen und spätestens jetzt macht sich die eigentlich negative Beziehung beider Gegenspieler bemerkbar. Dominiert Cortisol sorgte dies in Tier- und Humanstudien bereits für eine Abnahme der Testosteronproduktion. Vermutet werden hier hemmende Einflüsse auf die Hormonbiosynthese in den Hoden. Cortisol hat in Studien bereits gezeigt den Testosteronspiegel zu senken Die Frage die sich nun stellt ist, ob nun im Anschluss nach dem Training tatsächlich eine katabole (abbauende) Hormonlage besteht und ob Cortisol wirklich der Feind ist für den ihn alle halten

Relationship between circulating cortisol and testosterone – influence of physical exercise

Unter diesem Titel untersuchten Kaye K. Brownlee et al den Einfluss eines intensiven Trainings auf die Beziehung zwischen Cortisol und Testosteron an insgesamt 45 gesunden sportlich aktiven Männern im Rahmen eines intensiven Ausdauertrainings mit 65-75% VO2Max über 60-90 Minuten, also ausreichend um für einen signifikanten Cortisolanstieg zu sorgen. Blutproben wurden in ruhendem Zustand und nach dem Training in der Regenerationsphase entnommen.

Das Ergebnis

Im Ergebnis veränderte sich die  Hormonkonstellation im Vergleich zu den Ruhewerten signifikant. Nach dem Training ließen sich mehr als verdoppelte Werte bei Cortisol und erniedrigte Werte bei Gesamttestosteron feststellen. Die große Überraschung war der Verlauf bei freiem Testosteron. Hier konnte eine Erhöhung etwa 38% festgestellt werden!

Resümee

JA es gibt eine negative Beziehung zwischen Cortisol und Testosteron. In Verbindung mit intensivem Training steigt der Cortisolspiegel stark an. Wie viele Arbeiten vor ihr, stellte auch diese Untersuchung einen Rückgang an freiem Testosteron fest der jedoch nicht derart signifikant war wie er in anderen Studien bereits nachgewiesen wurde. Dies lässt darauf schließen, dass neben der Intensität auch die Art der Belastung eine Rolle dabei spielen könnte, wie sich die negative Beziehung zu Testosteron und Cortisol entwickelt. Die Tatsache, dass sich der freie Testosteronspiegel erhöhte lässt einen indirekten Rückschluss darauf zu, dass trotz des hohen Cortisolaufkommens keine Beeinträchtigung beim eigentlich wirksamen freien Testosteron vorliegt und so auch ein kataboles Hormonaufkommen nicht dominant wäre. Möglicherweise sind erhöhte Cortisolspiegel nach dem Training doch nicht derart schlimm wie bislang immer vermutet! Die vorgestellte Studie gibt jedenfalls ordentlich Zündstoff für neue Diskussionen!
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