Jedes Lebensmittel bzw. jede Gruppe von Nahrungsmitteln hat ihre Verfechter und Anhänger. Freunde der Ananas propagieren einen hohen Gehalt an Bromelain, einem stark entzündungshemmenden sekundären Pflanzenstoff, Befürworter von Sonnenblumenkernen stellen besonders den hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren heraus usw…

Natürlich sind auch immer wieder Lebensmittel dabei, denen eine leistungssteigernde Wirkung nachgesagt wird. Zu diesen gehört auch rote Beete. Sie sollen besonders im Ausdauersport für bessere Zeiten und mehr Leistung sorgen.

Leider erkennt man bei einem genauen Blick hinter die Kulissen meist, dass die Nahrungsmittel an sich tatsächlich wirkungsvolle Substanzen beinhalten, leider aber in einer Dosierung die eine signifikante Wirkung ausschließt.

Lasst uns heute mal eben diesen Blick hinter die Kulissen von rote Beete werfen um zu sehen wie es sich damit verhält….

Nährstoffreiche Rübe

Rote Beete enthalten keine großen Mengen an Makronährstoffen und sind daher auch relativ kalorienarm.

Nennenswert fällt jedoch der Gehalt an Mikronährstoffen wie Vitamin C, Eisen, Zink und Kalium auf. Wer auf den Verzehr von frischer Roter Beete setzt kann besonders in Hinblick auf Vitamin C mehr erwarten als von der konservierten Form. Anscheinend unterliegt ein Teil des Vitamin C einer gewissen Oxidation und wird während des Verarbeitungsvorganges abgebaut.

Rote Beete sind kalorienarm, enthalten aber durchaus nennenswerte Mengen bei bestimmten Mikronährstoffen

Auffälliges Rot

Interessant ist die farbgebende Substanz von roter Beete, genannt Betanin. Betanin dient nicht nur in der Lebensmittelindustrie als Farbstoff und fungiert als ph-Indikator (das heißt mit Betanin kann man den ph-Wert einer Lösung bestimmen), es zeigt auch ein starkes antioxidatives Potential sowie eine entzündungshemmende Wirkung. Belegt sind unter dem Einfluss von Betanin Verringerungen bei der Oxidation von LDL und beim Abbau von Häm, dem eisenhaltigen Blutfarbstoff der an der Sauerstoffversorgung beteiligt ist. Vermittelt wird diese Wirkung über den Einfluss von Betanin auf den Glutahion DER wichtigsten antioxidativen Einheit unseres Körpers die mitunter auch die Entgiftung des Körpers, also die Umwandlung nicht ausscheidbarer Stoffe in ausscheidbare Stoffe initiiert.

Leider scheint es bei Betanin nur einen gewissen Prozentsatz an Menschen zu geben, die als sog. Responder ausreichend Betanin aufnehmen können um eine signifikante Wirkung davon erwarten zu können.

Betanin erweist sich als stark antioxidative, entzündungshemmende Substanz die zudem Hilfestellung bei der Entgiftung leistet

Antinutrive Oxalsäure

Der hohe Gehalt an Oxalsäure verleiht Roter Beete einen etwas bitteren Beigeschmack (sinnbildlich gesprochen). Oxalsäure hat die Eigenschaft die Absorption Eisen zu hemmen und sorgt zudem für eine Verarmung mit Calcium weshalb man beim Verzehr von Roter Beete sicher nicht über das Ziel hinaus schießen sollte.

Der Einfluss von Oxalsäure macht zumindest den hohen Eisengehalt in Rote Beete wieder zunichte

Nitrat – Verantwortlich für Leistungssteigerung

Nitrate besitzen eigentlich einen etwas überzogenen Ruf als Substanz aus der krebserregende Nitrosamine entstehen. Diese Umwandlung setzt aber die Einwirkung von Hitze und das gleichzeitige Vorhandensein sekundärer Amine sowie eines ph-Wert unter 5,5 voraus und kann somit weitestgehend vermieden werden.

Interessant ist der Einfluss von Nitraten (bzw. deren Abbauprodukte der Nitrite) auf zwei Dinge:

1. Die Sauerstoffverwertung

2. Die Durchblutung

Zu 1:

Studien an Ausdauersportlern unter submaximalen Belastungen belegen Steigerungen beim Zeitfahren und der durchschnittlichen Geschwindigkeit. Mit 500ml Rote Beete Saft etwa 2,5 Stunden vor der Belastung waren die Athleten über unterschiedliche Distanzen signifikant schneller als die Probanden unter Einnahme eines Placebos. Schuld daran war ein verminderter Bedarf an Sauerstoff.

Auch wenn ein Teil der Wirkung sicher auf eine Veränderung des respiratorischen Quotienten zurückzuführen ist, tritt Sie dennoch zu einem Großteil Nitrit-vermittelt auf

Zu 2:

Über Umwege fördern Nitrate die Entstehung von Stickstoffmonoxid (NO). Jeder einigermaßen belesene Sportler ist sich dessen gefäßweitender Eigenschaft bewusst die Sportlern aller Art einen Vorteil in Sachen Durchblutung der aktiven Muskulatur verschaffen kann. Dies ist sowohl im Kraft- als auch im Ausdauersport von Bedeutung

Nitrate tragen tatsächlich dazu bei, Leistung zu fördern und das bereits bei durchaus umsetzbaren Mengen an Rote-Beete

Fazit

Richtig dosiert kann der Verzehr von Rote Beete tatsächlich dazu beitragen,  Leistungen im Ausdauersport aber auch im Kraftsport zu steigern. Wie immer ist auch hier Vorsicht vor überzogenen Dosierungen geboten. Die Dosis macht das Gift!

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