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3 Gewürze mit positiver Wirkung auf Körper & Geist

Noch vor wenigen Jahrzehnten war es Gang und Gebe, dass man den Großteil seiner Mahlzeiten in der eigenen Küche zubereitete. Und wenn wir noch ein wenig weiter zurückgehen – etwa in die Zeit unserer Urgroßeltern – wird schnell klar, dass unsere Vorfahren, trotz fehlender wissenschaftlicher Methoden und eindeutiger Nachweise, viel besser darüber Bescheid wussten, welche Pflanzen, Gewürze und Ingredienzien in einer bestimmten Situation hilfreich sind und uns bei der Regeneration unseres Körpers oder zur Steigerung des Wohlbefindens beitrugen. „Was Großmutter noch wusste“ und vor allem wie sie kochte – davon könnten sich die meisten von uns mit Sicherheit noch eine Scheibe abschneiden. Natürlich will ich damit nicht sagen, dass damals alles wunderbar und schön gewesen ist und – bei aller Liebe – wird Oma sicherlich auch nicht unbedingt kraftsportgerecht gekocht haben, doch die Nahrungsmittelqualität und die Wahl der Lebensmittel dürfte mit ziemlicher Sicherheit natürlicher gewesen sein, als wir es heutzutage gewohnt sind. Mit den nachfolgenden Generationen ging folglich eine ganze Menge an (Koch-)Wissen verloren, welches wir erst im Zuge der „Back to roots“-Mentalität langsam wiederentdecken. Hierzu zählt auch das Know-How um bestimmte Gewürze und Kräuter, von denen unsere Ahnen bereits wussten, dass sie heilende oder wohltuende Wirkungen haben. Die einzige Ausnahme? Heute können wir dank modernster wissenschaftlicher Gerätschaften und Forschungsmethoden den Wirkungsradius eines bestimmten Gewürzes detailliert und vor allem nahezu in Echtzeit unter dem Mikroskop beobachten. Der heutige Artikel beleuchtet 3 bekannte (und weniger bekannte) Gewürze, die erwiesenermaßen einen positiven Effekt auf eure Körperkomposition, eure allgemeine Gesundheit und euer Wohlbefinden haben und euch nicht nur während einer harten, andauernden Diät-/Defiphase gute Dienste leisten.

Ingwer

Bei Ingwer handelt es sich um eine fernöstliche Pflanzenart, die bereits seit vielen Jahrhunderten in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Ayuverda zur medikamentösen Behandlung eingesetzt wird. Verwendet wird hierfür hauptsächlich das Rhizom, also der Ingwer-Wurzelstock, den man entweder kleinschneidet und als Tee aufgießt (Ingwerschnitze) oder der in pulverisierter Form bzw. als Extrakt eingenommen wird. Ingwer ist reich an ätherischen Ölen und sogenannten Gingerolen (welche für den scharfen Geschmack sorgen). Weitere Substanzen, die sich darin finden lassen, sind die Bioflavone Quercetin und Kaempferol, sowie Grüntee-Katechine, Rutin, Naringenin und Kurkuma. Bei einer Dosierung von 1-3g wird Ingwer in der präventiven Behandlung eingesetzt. Es hilft gegen Übelkeit (auch in der Schwangerschaft oder post-operativ) und wird im Grammbereich zur Anregung der Verdauung empfohlen. Studien zeigen, dass bereits 2 Gramm aufgelöstes Ingwerpulver (z.B. als Tee) in der Lage ist, den thermischen Effekt der Nahrung (Kalorienverbrauch) zu erhöhen und den Appetit zu senken. [1] Darüber hinaus scheint die orale Zufuhr von 400-800mg an Ingwer auszureichen, um die kognitiven Fähigkeiten zu steigern. [2] Vielleicht von größerem Interesse für die hier versammelte Leserschaft ist die testosteron-erhöhende Eigenschaft der Wurzel, die in Ratten und Menschen nachgewiesen wurde (bis zu einer Erhöhung von 17,7 % bei (unfruchtbaren) Männern). [3][4]

Cayennepfeffer

Gute Nachrichten für alle von uns, die es gerne scharf mögen: Cayennepfeffer, häufig einfach nur „Chili“ genannt, entfacht nicht nur einen Flächenbrand in eurem Gesicht, sondern wirkt dank dem darin enthaltenen Capsaicin (einem Alkaloid, welches für die Schärfe – gemessen in Scoville - verantwortlich ist) auch als Schlankheitsmacher, indem es die Stoffwechselrate erhöht. (und das indem es die Aktivität der sekundären β-Adrenorezeptoren und damit die Adrenalinausschüttung stimuliert). [5][6] Das Gewürz, welches seinen Ursprung in Lateinamerika hat, scheint darüber hinaus die Fettverbrennung und Thermogenese anzuregen – ebenfalls in Ratte (10mg/kg) wie Mensch (150mg). [5][7][8][] Surprising Fact: Das im Cayennepfeffer enthaltene Capsaicin aktiviert auf indirekte Art und Weise (nämlich über die NO-Signalwirkung von TRPV1) die Muskelproteinsynthese – dies könnte gewisse Implikationen hinsichtlich einer potenziellen Muskelhypertrophie aufkommen lassen. [10] Na, wenn das mal kein Grund „extra scharf“ zu essen, dann weiß ich auch nicht.

Zimt

Die Weihnachtszeit steht unmittelbar bevor und ihr wisst vermutlich alle was das heißt: Hausgemachte Kekse und Kuchen, Glühwein, Mistelzweige und gemeinsames Beisammensitzen. Je nachdem wie strikt ihr bei eurer weihnachtlichen Ernährung haltet, wird es für euch schwierig bis unmöglich einem der beliebtesten Gewürze seiner Zeit, dem Zimt, zu entgehen. Ich möchte an dieser Stelle zwar nicht die uneingeschränkte Empfehlung zum hemmungslosen Zimtsternekonsum aussprechen, doch vielleicht überzeugt euch dieser kleine Absatz davon das Gewürz auch außerhalb der Weihnachtszeit auf regelmäßiger Basis in eurer Küche zu verwenden, denn … Zimt hat es faustdick hinter den Ohren! Das Gewürz, welches aus der getrockneten Rinde des Zimtbaums gewonnen wird, ist - ähnlich wie der weiter oben erwähnte Ingwer - reich an ätherischen Ölen, Aldehyden (die für das Zimtaroma verantwortlich sind), Tanninen, Flavonen und einer ganzen Reihe weiterer Pflanzenstoffen. [11] Zur Berühmtheit gelangte es aber wegen seine anti-diabetischen Eigenschaften und der Beeinflussung des Blutzuckers. „Anti-diabetisch“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die im Zimt enthaltenen Wirkstoffe (z.B. MHCPs) [12] den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle halten und Spitzen vermeiden. [13] Die blutzuckersenkenden Eigenschaften des Zimts machen das Gewürz (welches prinzipiell in geringen Mengen die Effekte eines Nahrungsergänzungsmittels aufweist) nicht nur interessant für Diabetiker, sondern für jeden, der darin interessiert ist den Blutzuckerspiegel auf einem niedrigen Niveau zu halten. In vitro Studien zeigen, dass Zimt in der Lage ist die Insulinfunktion zu verbessern und seine Effekte um das bis zu 20-fache zu potenzieren. [14] Bei der Wahl des Zimts (oder Zimt-Extrakts) solltet ihr aufgrund des darin enthaltenen Kumarins für Ceylon-Zimt optieren (und nicht auf den billigen, kumarin-haltigeren Cassia-Zimt setzen). [15]

Abschließende Worte

Gewürze, Extrakte und Kräuter zählen zu den am größten unterschätzten Substanzen in unserer Ernährung und werden heutzutage in viel zu geringem Umfang in der alltäglichen Ernährung verwendet. Einige von ihnen haben bereits in den geringsten Mengen supplementartige Effekte (Zimt), weißen eine positive hormonelle Korrelation auf (Ingwer) oder kurbeln die Fettverbrennung an (Cayennepfeffer). Für all jene, die auf (synthetische) Supplemente verzichten möchten, stellt Mutter Natur einen reichen Fundus an interessanten Substanzen bereit, die bereits unsere Großeltern (und deren Vorfahren) rege gebraucht haben, um Speisen zu verfeinern und dabei gleichzeitig in den Genuss ihrer wohltuenden Eigenschaften zu kommen – ohne signifikante Nebenwirkungen oder nachteiligen Effekte. Und das Beste: sie kosten alle nicht die Welt, lassen eure Speisen aber interessanter und bekömmlicher schmecken. „Lasst eure Nahrung eure Medizin sein“ – dies sagte schon der berühmte Hippokrates. Daran sollte man sich auch heute noch halten, bevor man sich eine eigene Apotheke mit zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln ins Haus stellt.

Quellen

[1] Mansour et al. (2012): Ginger consumption enhances the thermic effect of food and promotes feelings of satiety without affecting metabolic and hormonal parameters in overweight men: a pilot study. Metabolism. Clinical and Experimental. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22538118. [2] Saenghong et al. (2012): Zingiber officinale Improves Cognitive Function of the Middle-Aged Healthy Women. In: Evidence-based Complementary and Alternative Medicine. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22235230. [3] Kamtchouing et al. (2002): Evaluation of androgenic activity of Zingiber officinale and Pentadiplandra brazzeana in male rats. In: Asian Journal of Andrology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12508133. [4] Mares, WA. / Najam, WS. (2012): The effect of Ginger on semen parameters and serum FSH, LH & testosterone of infertile man. In: Tikrit Medical Journal. URL: http://www.iasj.net/iasj?func=fulltext&aId=71548. [5] Kawada et al. (1986): Capsaicin-induced beta-adrenergic action on energy metabolism in rats: influence of capsaicin on oxygen consumption, the respiratory quotient, and substrate utilization. In: Proceedings of the Society for Experimental Biology and Medicine. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2876434. [6] Watanabe et al. (1988): Adrenal sympathetic efferent nerve and catecholamine secretion excitation caused by capsaicin in rats. In: The American Journal of Physiology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2898892. [7] Kim et al. (1997): Increase in swimming endurance capacity of mice by capsaicin-induced adrenal catecholamine secretion. In: Bioscience, Biotechnology and Biochemistry. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9362118. [8] Shin, KO. / Moritani, T. (2007): Alterations of autonomic nervous activity and energy metabolism by capsaicin ingestion during aerobic exercise in healthy men. In: Journal of Nutritional Science and Vitaminology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17615999. [9] Osaka et al. (2000): Thermogenesis mediated by a capsaicin-sensitive area in the ventrolateral medulla. In: Neuroreport. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10943697. [10] Ito et al. (2013): Capsaicin mimics mechanical load-induced intracellular signaling events: involvement of TRPV1-mediated calcium signaling in induction of skeletal muscle hypertrophy. In: Channels. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23584166. [11] Shihabudeen et al. (2011): Cinnamon extract inhibits α-glucosidase activity and dampens postprandial glucose excursion in diabetic rats. In: Nutrition and Metabolism. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21711570. [12] Jarvill-Taylor, KJ. / Anderson, RA. / Graves, DJ. (2001): A hydroxychalcone derived from cinnamon functions as a mimetic for insulin in 3T3-L1 adipocytes. In: Journal of the American College of Nutrition. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11506060. [14] Broadhurst et al. (2000): Insulin-like biological activity of culinary and medicinal plant aqueous extracts in vitro. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10725162. [15] Abraham et al. (2011): Relative bioavailability of coumarin from cinnamon and cinnamon-containing foods compared to isolated coumarin: a four-way crossover study in human volunteers. In: Molecular Nutrition and Foo Research. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21462332
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