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Der schleichenden Degeneration entgegen: Warum sich das Training am Ende bezahlt macht

Ehrlich gesagt habe ich es selbst nie so ganz verstanden. Freizeitsport ist an sich nichts Neues – schon Jahrzehnte zuvor verabredete sich mein Vater mit seinen Freunden, um auf dem Bolzplatz ein paar Bälle im Netz zu versenken, Matches gegen die anderen Kids aus der Nachbarschaft zu bestreiten oder einfach um die gemeinsame Zeit an der frischen Luft zu genießen. Wer noch ein Stückchen ambitionierter war und sich gerne organisierter mit anderen messen wollte, der ist gleich einem Verein beigetreten und hat angefangen in der Regionalliga zu kicken. Egal ob Handball, Fußball, Schwimmen, Tennis, Volleyball – der Mensch war schon (und ist noch) immer ein Bewegungstier. Mutter Natur hat uns die Lust für Bewegung quasi mit in die Wiege gelegt und Kleinkinder verfügen noch immer über einen ausgelassenen Spieltrieb – jedenfalls solange, bis man ihn ihnen abgewöhnt hat. Auch ich habe mich im jungen Alter nach der Schule mit meinen Freunden verabredet, um an der frischen Luft zu spielen. Fußball, Freibad, Radfahren – es gab eigentlich immer irgendetwas zu tun oder jemanden zu besuchen. Wir besaßen zwar auch schon damals einen Super Nintendo, welcher ausgiebig genutzt wurde, doch wenn draußen die Sonne schien und sich keine Wolke am Himmel verirrte, dann nutzen wir auch die hellen Tagesstunden – solange, bis es dämmerte und man das Tor auf dem Bolzplatz fast schon nicht mehr von weitem sehen konnte.

Die Kultur im Wandel: Vom echten Sport zum eSport

Ich will nicht als alter Nostalgiker abgestempelt werden, aber heute sieht das Landschaftsbild schon anders aus. Wir leben in einer Ära der High-Tech-Kommunikation, in der selbst die Kleinsten schon mit Smartphone in die Schule geschickt werden. Es gibt kaum noch Momente, wo wir nicht mit dem Internet verbunden sind und unsere Kinder verbringen den Nachmittag eher vor der Konsole oder am PC, anstatt sich nach Leibeskräften auszutoben. Zwar gibt es noch immer eine Vereinskultur, aber die meisten Heranwachsenden begnügen sich heutzutage lieber mit dem Sport, der ein „e“ davor trägt. Die Konsequenzen sind nicht zu übersehen.

Wir brauchen die körperliche Belastung

Man muss mit Pauschalisierungen zwar vorsichtig sein, aber es ist eigentlich unübersehbar, dass der Fortschritt seinen Tribut an der Menschheit fordert. Da wir weniger hart arbeiten im Leben arbeiten müssen (zumindest körperlich), nimmt dies auch einen gewissen Entwicklungsdruck von unserer Schulter. Der Mensch ist zu dem geworden, was er heute ist, weil er über eine hervorragende Anpassungsfähigkeit – darunter auch die Erhöhung der Magermasse - verfügt. Da das Leben der archaischen Menschen alles andere als ein „Zuckerschlecken“ gewesen ist, musste sein Körper entsprechend ausgestattet sein, um den Naturgewalten zu trotzen. Eine gut entwickelte Muskulatur, stabile Knochen, widerstandfähige Sehnen und Bänder – all das musste der menschliche Körper besitzen, damit wir nicht im Bauch eines Berglöwen endeten. Im Verlauf der Jahrhunderte entwickelten wir uns zu einer Spezies, die sich in der Nahrungskette bis ganz nach oben bewegt hatte. Wir entwickelten nicht nur Waffen und Rüstungen, die uns vor Feinden zu schützen vermochten, sondern trieben auch die kulturelle Entwicklung voran. Noch vor 1-2 Jahrhunderten mussten die meisten Menschen, nämlich die Landbevölkerung, schwer arbeiten, um ihr Auskommen zu sichern – heute latschen wir nach der Arbeit oder in der Mittagspause in den örtlichen Supermarkt und kaufen uns Essen, dass nicht etwa aus unserer eigenen heimischen Produktion stammt, sondern was andere für uns hergestellt haben (und zwar aus aller Herren Länder). Wir haben den Schritt in die Dienstleistungsgesellschaft vollzogen und entwickeln immer mehr nette Technologien, die uns die (körperliche) Arbeit abnehmen und das alltägliche Leben einfacher machen.

Weil wir langsam degenerieren

Das Problem? Wir brauchen diese körperliche Belastung, da wir sonst langsam aber sicher degenerieren. Bislang handelte es sich um eine schleichende, graduelle Degeneration, die wir nicht so stark zu spüren bekommen haben, weil wir noch immer körperlich aktiv gewesen sind. Damals gab es nicht besonders viel, was man zu Hause tun konnte – man musste raus, um etwas zu erleben! Das Fernsehen hat dies ein stückweit geändert, doch der Wandel kam erst so richtig zum Tragen, als es flächendeckend und rund um die Uhr verfügbar wurde. Die nächste Stufe bestand darin, das Internet in die Haushalte zu bringen. Flatrate und Breitbandverbindung machen es möglich, dass man heutzutage kaum mehr die eigenen 4 Wände verlassen muss, um sich mit Freunden, Familie und Geschäftspartnern auszutauschen oder seine Arbeit zu erledigen – es sei denn, man übt einen Beruf aus, der die körperliche Anwesenheit unbedingt erfordert. Aber auch hier helfen Auto, Bus und Bahn dabei, dass sich die körperliche Anstrengung in Grenzen hält. Und sind wir es am Arbeitsplatz, dann verbringen wir den Großteil der Zeit im Sitzen (was der Gesundheit weiter abträglich ist [1]). Da allerdings auch geistige Arbeit schlaucht, haben immer mehr Menschen nach der Arbeit nicht die nötigen Kraftreserven (und den Willen) um noch groß etwas anderes zu machen, als einzukaufen und zu Hause auf dem Sofa oder vor dem Laptop/PC (noch mehr Sitzen) zu versacken. Und wenn es die Erwachsenen vormachen, warum sollten es dann nicht auch unsere Kinder tun? (…und sie tun es. [3]) Bei einer EU-weiten Umfrage, bei der man 26.788 Personen befragt hat, gaben 39 % davon an, dass sie zu keinem Zeitpunkt einer sportlichen Aktivität nachgehen (und nur 21 % tun es „selten“). Lediglich ein kleiner Prozentsatz der befragten EU-Bürger, nämlich 9 % (!) treibt regelmäßig Sport. [2] Wir sparen überall, aber am meisten dort, wo wir es eigentlich nicht sollten – nämlich bei unserer Gesundheit, unserer Ernährung und unserem Bewegungsverhalten. Lange Zeit betrieb man Kraftsport hinter verschlossenen Türen: Dort, in den ewigen Hardcore-Gyms, wo sich eine Dame nur äußerst selten hin verlief, ackerten und trainierten sie; die muskelhungrigen Freaks wie Schwarzenegger, Ferrigno, Zane, Mentzer, Platz und wie sie alle heißen mögen. Während man Muskelaufbau und Training am Eisen früher als freakigen Sport abgestempelt hatte, gilt es heutzutage als salonfähig zu trainieren. Studios und Eisenbuden schießen wie Pilze aus dem Boden – und ein bereitwilliges Klientel an sport- und trainingshungrigen Athleten pilgert regelmäßig dorthin, um sich nach Strich und Faden körperlich zu verausgaben. ABER: Wenn man die aktuelle Entwicklung nachzeichnet, sollte jedem klar werden, dass körperliche Schonung nicht der richtige Weg ist. Gerade WEIL wir nicht mehr körperlich schwer arbeiten, MÜSSEN wir trainieren – auf die eine Art oder auf die Andere!

Die wohltuenden (gesundheitlichen) Effekte des Trainings

Zu Beginn des Artikels habe ich geschrieben „Ehrlich gesagt habe ich es selbst nie so ganz verstanden.“ Doch was habe ich damit eigentlich gemeint? Ganz einfach: Die stupide Argumentationsstruktur mancher (trainingsfaulen) Menschen, die mich einhellig fragen, weshalb ich denn überhaupt trainiere:
  • - „Willst du etwa so aussehen wie Arnold?“
  • - „Findest du das etwa schön?“
  • - „Du übertreibst das doch – was willst du mit so viel Muskulatur?“
Diese Fragen stammen oftmals von jenen Menschen, die um keine Ausrede verlegen sind, wenn es darum geht zu erklären, weshalb sie eine körperliche Fitness im Speziellen und sportliche Betätigung im Allgemeinen nicht brauchen. Natürlich betreibe ich den Sport, weil es mir in erster Linie Spaß macht und es eine Leidenschaft ist. Doch eine solche Antwort würde dem Eisensport nicht gerecht werden, denn indem wir trainieren, handeln wir auch gleichzeitig proaktiv, wenn es darum geht dem körperlichen Verfall entgegenzuwirken, denn: Kraftsport…
  • - …verbessert und beschleunigt den Stoffwechsel (und beugt damit Übergewicht vor)
  • - …verbessert die körperliche Haltung (und beugt damit Haltungsschäden, die durch fehlende Beanspruchung und zu viel Sitzen hervorgerufen werden, vor)
  • - …mindert das Risiko für Rückenschmerzen (oftmals ein Ergebnis mangelnder Muskulatur)
  • - …verbessert zahlreiche Vitalparamater, darunter Insulinsensitivität, Blutdruck, Blutfettwerte, Hormonhaushalt
  • - …êrhöht die Mobilität und stärkt die Gelenke (und senkt damit die Sturzgefahr und damit verbundene Verletzungsrisiken)
  • - …stärkt die Knochen (und verhindert damit Knochenbrüche und die Osteoporosegefahr – besonders wichtig für die DAMEN!)
  • - …stärkt das Herz-Kreislauf-System (und die Herzleistung)
  • - …ist ein ideales Stressventil
  • - …erleichtert das Leben (weil man nicht nur die schweren Einkaufstüten alleine nach Hause schleppen kann und generell selbstständiger leben kann – besonders wichtig im hohen Alter).
Und habe ich auch schon gesagt, dass Muskeln einfach besser aussehen als Fett oder ein fehlender Tonus?

Abschließende Worte

Aus diesem Grund sollte euer Gegenüber nicht fragen, weshalb ihr trainiert – er sollte sich lieber fragen, weshalb ER nicht trainiert. Tue noch heute etwas, um der körperlichen Degeneration Einhalt zu gebieten. Fange ein Kraftprogramm an!

Quellen

[1] Groll, T. (2012): Wer lange sitzt, ist früher tot. In: Die Zeit Online. URL: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-10/sitzen-gesundheit-arbeit. [2] Statista.de (2009): Wie oft treiben Sie Sport oder trainieren Sie? URL: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/153177/umfrage/sport---haeufigkeit-sportlicher-betaetigung-von-buergern-der-eu-in-2009/. [3] Leyk et al. (2012): Körperliche Leistung, Gewichtsstatus, Raucherquote und Sporthäufigkeit von jungen Erwachsenen. In: Dtsch Arztebl Intt. URL: http://www.aerzteblatt.de/archiv/132023/Koerperliche-Leistung-Gewichtsstatus-Raucherquote-und-Sporthaeufigkeit-von-jungen-Erwachsenen.
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