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Die Wahrheit über den Einsatz von Schmerzmitteln im Sport

Doping ist es der Beispielliste zulässiger Medikamente 2013 (NADA) zur Folge nicht, im Training oder vor Wettkämpfen mit diversen Schmerzmitteln zu arbeiten. Aspirin, Diclofenac, Paracetamol und Ibuprofen, alles ist erlaubt. Da derartige Mittelchen nicht nur bei akuten Beschwerden helfen, sondern auch die Schmerztoleranz insgesamt anheben und Muskelschmerz nach Wettkämpfen reduzieren,  finden Sie in vielen Sportarten, sowohl im Kraft- Kampf- als auch im Ausdauersport Anwendung. Eine geringere Schmerztoleranz bedeutet eine bessere Chance auf höhere Leistung. ABER Keine Wirkung ohne Nebenwirkung, so  heißt es und so ist es nun mal. Mein heutiger Artikel befasst sich mit einigen interessanten Dingen die man über den Einsatz von Schmerzmitteln im Sport wissen sollte.

Schmerztoleranz nicht der einzige Anwendungsbereich

Eine finnische Studie enthüllte, dass sowohl Ibuprofen als auch Diclofenac dazu geeignet sind, die Einnahme exogenen Testosterons bei Dopingkontrollen zu verschleiern in dem Sie die Glykosylierung von Testosteron hemmen, die Glykosylierung von Epitestoteron jedoch nicht beeinflussen. Es kommt so zu einer Verschiebung beim Testosteron/Epitestosteron-Verhältnis  im Urin und genau dieses Verhältnis ist es, das über positive oder negative Dopingkontrollen entscheidet. Der Effekt von Ibuprofen scheint noch etwas ausgeprägter zu sein als der Effekt von Diclofenac. Die Beeinflussung der Glykosylierung von Testosteron ist wahrscheinlich auch der Grund für die anabole Wirkung die von Schmerzmitteln ausgeht. Fazit Schmerzmittel besitzen anaboles Potential und können ein Doping mit Testosteron verschleiern

Einsatz von Schmerzmitteln verspricht Muskelaufbau und Kraftzuwachs bei älteren Menschen

Das oben bereits angedeutete anabole Potential von Schmerzmitteln in Verbindung mit Kraftzuwachs und einer Umkehr von Sarkopenie wurde in einer Studie aus dem American Journal of Physiology an älteren Männern auf die Probe gestellt.  36 Probanden durchliefen hierzu eine 12-wöchige Trainingsphase mit progressivem Widerstandstraining. Gruppe 1 erhielt jeweils vor dem Training Paracetamol, Gruppe 2 erhielt Ibuprofen und Gruppe 3 nahm ein Placebo ein. Es zeigten sich signifikante Ergebnisse! Darstellung 1 zeigt die Veränderungen in Sachen Kraftentwicklung und Hypertrophie im Laufe der Testperiode. Muskelvolumen Darstellung 2 zeigt Veränderungen des Hydrationsstandes und des Muskelproteingehalts vor und nach dem Training. Muskelwasser Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die hauptsächliche Wirkung der eingesetzten Medikamente in einer Hemmung des Proteinabbaus bestand die signifikant höher ausfiel, als eine Hemmung der Proteinsynthese. Unterm Strich kam es zu einer positiven Netto-Proteinsynthese und damit verbunden zum dargestellten Zuwachs an Muskelmasse. Fazit Bei älteren Personen scheinen Schmerzmittel den Muskelaufbau zu fördern. Gleiche Dosierungen bei jungen Männern ergaben in Studien aber keinen Effekt

Angriff auf die Darmschleimhaut

An der Universität in Maastricht wurde er Einfluss von Ibuprofen auf den Magen-Darm-Trakt an Radfahrern getestet die das schmerzhemmende Medikament vor und während der Radeinheit einnahmen (wie das eben so üblich ist). Das eindeutige Ergebnis der Studie war eine signifikante Schädigung der Darmschleimhaut die zu Funktionsstörungen des Magen-Darm-Traktes führen kann. Das oftmals bei Ausdauersportlern beobachtete Symptom des empfindlichen Magens könnte also möglicherweise mitunter auch ein Resultat aus dem Missbrauch von Schmerzmitteln sein. Fazit Schmerzmittel schädigen die Darmschleimhaut

Schmerzmittel erhöhen das Verletzungsrisiko

Wer unter dem Einfluss von Schmerzmitteln trainiert hat den Vorteil, längere und härtere Workouts abhalten zu können. Die große Gefahr an der Sache ist, dass oftmals nicht bemerkt wird, wenn es zu Überlastungen des Bewegungsapparates kommt, wenn Bewegungen falsch ausgeführt werden oder sogar leichte Sportverletzungen auftreten da eben auch „gesunde“ Schmerzreize ausbleiben die uns eigentlich vor größeren Verletzungen bewahren sollen. Unter dem Einfluss von Schmerzmitteln überschätzt man sich zudem leicht und riskiert so Bewegungen oder Leistungen die man sich im Normalfall möglicherweise nicht zutrauen würde. Fazit Schmerzmittel unterbinden auch „gesunde“ Schmerzreize

Einnahme von Schmerzmitteln vor  Ausdauereinheiten kritisch

Neben den bereits genannten Risiken in Sachen Magen-Darm-Trakt und Sportverletzungen lindern Schmerzmittel zwar auch Muskelschmerzen, das eigentliche Muskeltrauma, herbeigeführt durch die Belastung bleibt davon aber unbetroffen und besteht weiter. In diesem Zuge steigen auch Stressmarker der Muskulatur wie Creatinkinase weiter an. Auf Dauer macht der jeweilige Muskel dies nicht mit, katabole Vorgänge sind die logische Schlussfolgerung. Bei langen Ausdauerdisziplinen besteht unter dem Einfluss von Schmerzmitteln zudem ein erhöhtes Risiko einer Hyponatriämie (Natriummangel) da Schmerzmittel wahrscheinlich Einfluss auf die Nierenfunktion nehmen. Fazit Unter dem Einfluss von Schmerzmitteln kann es zu ungenügenden Regenerationsphasen und erhöhten Stressmarkern der Muskulatur kommen

Resumee

Der Einsatz von Schmerzmitteln im Sport ist ein zweischneidiges Schwert. Während zumindest im Krafttraining bei älteren Personen ein Zugewinn an Muskelmasse und Kraft bewiesen werden konnte, bezahlt man den Preis einer vermeintlich leistungssteigernden Wirkung (die Studienlage ist sich hier sehr uneinig)  mit einigen Nebenwirkungen und einem erhöhten Risiko für Sportverletzungen.
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