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Ekelhaft, unnatürlich und unsportlich – Ölinjektionen für aufgespritzte Muskeln

Wer glaubt, das es sich bei unserem Titelbild um einen Fake handelt ist falsch gewickelt. Es zeigt Romario Dos Alves in voller Pracht mit rund herum aufgespritzten Muskeln. Die Mischung aus Öl und Alkohol ist in der Bodybuilding-Szene als „Synthol“ bekannt.

Romario erzählt

Es sieht nicht nur fürchterlich aus, sondern hat inzwischen auch die Gesundheit von Romario ruiniert, hätte ihn fast beide Arme gekostet und hat dafür gesorgt, dass er sich beinahe das Leben genommen hatte. „Wenn du einmal damit angefangen hast, machst du es auch ein zweites und ein drittes Mal- es macht süchtig“ so Romario. Aufmerksam wurde er auf die fragwürdige Injektionstechnik innerhalb der Bodybuilding-Szene wo Synthol dazu verwendet wird, bestimmte Körperstellen (vornehmlich Schwachstellen) für den Wettkampf  nochmals optisch hervorzuheben. Je mehr Öl er sich injizierte, desto fester wurden seine Muskeln und immer größer wurden die Schmerzen und auch die Belastung der Nieren die beinahe schon zur Aufgabe gezwungen wurden (es drohte Nierenversagen) nahm unweigerlich zu! Als die Ärzte eine Amputation beider Arme als beinahe einzige Möglichkeit zur Genesung in den Raum warfen, stellt die Frau an Romarios Seite ihn irgendwann vor die Wahl, entweder das Öl oder die Beziehung  --  eine Entscheidung die ihn in einen Zustand schwerer Depression versetzt hat. Zu Bestzeiten maß Romarios Arm 63,5cm, ein Wert den kaum ein Profibodybuilder jemals annähernd erreicht hat, jetzt müssen die Synthol-Muskelgebilde entfernt werden. Wie es danach weitergehen wird ist ungewiss. Romario träumt immer noch von einer Karriere als Profibodybuilder, ich denke aber jedem von uns ist klar, dass ihm dieser Wunsch dank seiner Vorgeschichte dauerhaft verwährt bleiben wird. Fazit Eine unglaubliche Geschichte die zeigt, wie weit man vom rechten Weg abkommen kann ohne es selbst zu merken. Ein Einzelfall ist Romario sicherlich nicht wie man immer wieder via Youtube zu sehen bekommt und sicher ist der Einsatz von Synthol in geringerem Ausmaß auch vor unserer Haustüre keine Seltenheit

Synthol – Was ist das?

Alles begann mit einem italienischen Steroid namens Esiclene welches schon in den 80-iger Jahren dafür verwendet wurde, lokale Entzündungen im Muskel hervorzurufen, die binnen kurzer Zeit einen Oberarm um bis zu 3cm anwachsen lassen. Esiclene wurde seitdem für unterentwickelte Muskelgruppen wie hintere Schulter, Trizeps oder Waden verwendet. Ähnlich, jedoch nicht dasselbe sind sog. „Site-Injections“, eine Methode bei der anabole Steroide wie Stanozolol in für intramuskuläre Injektionen untypische Muskeln gespritzt werden um lokal Muskelwachstum verstärkt zu fördern. Einen fundierten Datenhintergrund der eine solche Praktik untermauert gibt es nicht, dennoch ist diese Vorgehensweise auch heute noch gang und gäbe unter Dopern und wird neben Stanozolol auch mit anderen wässerigen Präparaten praktiziert. Ein prominentes Synthol-Opfer aus dem „alten“ Bodybuilding ist Milos Sacrev, er starb beinahe an den Nebenwirkungen von Ölinjektionen die für die Zulassung als Arzneimittel und zu  Marketingzwecken als „Posingöl – for external use only“ beworben werden. Der Insider kennt die Handelsnamen und Hersteller und weiß welche Präparate in Wahrheit nicht zum einreiben gedacht sind. Bei Synthol selbst handelt es sich um nicht um eine bestimmte Substanz sondern um einen reinen Markennamen der sich über die Jahre in den Köpfen der Szene verankert hat. Ursprünglich kennt man Synthol als „Pump n Pose“ Was genau sich in Synthol-Ampullen verbirgt weiß man nicht. Hersteller machen ein großes Geheimnis darum und geben nicht selten keine oder nur sehr spärliche Informationen zu den Bestandteilen preis. Viele Präparate bestehen zum Großteil aus MCT-Öl, also mittelkettigen Fettsäuren die im Muskel angeblich nur langsam abgebaut werden. Zur Sterilisation enthalten die meisten Präparate zudem 5-10% Benzylalkohol, Hinweise gibt es zudem auf eine Verwendung von Kollagen oder Silica die dafür sorgen sollen dass sich das Öl besonders lange im Muskel hält. Auch Haifischöl, Farbstoffe oder Pro-Hormone hat man schon in Synthol-Ampullen vorgefunden, während sich das lokale Betäubungsmittel Lidocain nur noch sehr selten in Präparaten nachweisen lässt. Von wahren „Kamikaze-Bodybuildern“ ist der Einsatz von Speiseölen wie Sesam- oder Erdnussöl  bekannt. Bei beiden treten nur selten allergische Reaktionen auf und beide sind sehr einfach zu beziehen. Nachteilig muss angemerkt werden, dass die Sterilität derartiger Öle nicht gesichert ist, weshalb sich das Risiko auf Spritzenabszesse oder andere Komplikationen dramatisch erhöht. Auch selbst gemischte Cocktails aus MCT-Öl und Benzylalkohol sind aus der Szene dokumentiert. Fazit Der Name Synthol hat sich in Szene verankert. Gemeint ist damit die Mischung aus Öl, Alkohol und einigen anderen Substanzen die direkt in den Muskel injiziert werden

Wie wirkt Synthol?

Zur tatsächlichen Wirkung von Synthol fehlen jegliche wissenschaftlichen Unterlagen. Aus Erfahrungsberichten weiß man um eine sofort eintretende, spürbare und sichtbare Reizung des betroffenen Muskelgewebes mit einer schwachen lokalen Entzündung. Die injizierte Flüssigkeit alleine vergrößert den Umfang des jeweiligen Muskels. Mittelfristig ist besonders der Benzylalkohol-Anteil dafür bekannt, Muskelzellen zum absterben zu bewegen so dass sich Hohlräume bilden in denen das Öl abgelagert werden kann. Man geht davon aus, dass so lediglich 30% des injizierten Öles relativ schnell wieder abgebaut werden. die verbleibenden 70% verweilen einige Wochen an der Injektionsstelle bis Sie langsam über die Lymphbahnen abgebaut werden. Wer häufiger injiziert, sorgt neben einer Schwellung für eine massive Öleinlagerung im Gewebe die zu einem bestimmten Anteil für 1-2 Monate erhalten bleibt. Befürworter von Synthol sehen in dieser Methode eine Möglichkeit Muskelfaszien für eine permanente Umfangsvergrößerung zu dehnen um mehr Raum für Muskelfasern zu schaffen um zu wachsen. Kritiker wehren sich gegen eine solche Theorie, wissen tut es so gut wie niemand.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Das Kapitel zu den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten sparen wir uns mangels Bedeutung an dieser Stelle, immerhin wollen wir hier weder einen Anreiz noch eine Anleitung zum Gebrauch geben. Stattdessen noch ein Wort zu bekannten Nebenwirkungen. Dokumentiert sind Entzündungen, Infektionen oder Abszesse hauptsächlich verursacht durch verunreinigte Präparate. Druckschmerz, Schwellung und leichte Rötung sind hingegen normal, ein gut aufgestelltes Immunsystem behebt diesen Zustand für gewöhnlich. Wer es schafft sich einen Spritzenabszess zu setzen hat den Joker gezogen. Nicht nur extrem schmerzhaft, sondern oftmals nicht mehr mit Antibiotika zu behandeln kommt man teilweise um einen operativen Eingriff zur Entfernung nicht umher. Wer sich tief-muskuläre Injektionen setzt riskiert Nervenverletzungen, mit jedem neuen Nadelstich in den Muskel nimmt der Anteil an unfunktionellem Narbengewebe zu. Optisch sorgt Synthol zwar für mehr Volumen, Härte und Definition können damit jedoch ganz schnell verschwinden nicht zuletzt aufgrund von Wasseransammlungen ausgelöst durch entzündliche Prozesse. Anwender berichten von stetiger Muskelspannung, Muskelkater ähnlichen Zuständen und eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Da man einen Abbau des Öl-Anteils über die Lymphe vermutet riskieren Synthol-Verwender zudem die Entstehung von Lymphödemen. Als gefährlichste Nebenwirkung wird die Lungenembolie gehandelt. Gelangt ein Fett-Tropfen durch unsachgemäße Anwendung in die Blutbahn wandert es im schlimmsten Fall über das Herz in die Lungenarterie und verschließt diese. Die Folge können Hustenanfälle, Atemnot und in schlimmsten Fall sogar Tod sein. Letztlich leiden auch die Haut und das Bindegewebe durch die unverhältnismäßige Volumenerweiterung der Muskulatur. Abschließend dazu noch ein Statement von Rich Piana zu Synthol

Resümee

Extremfälle erregen immer die meiste Aufmerksamkeit, insgeheim ist der Einsatz von Synthol sicher seit vielen Jahren in die Szene involviert. Jedem FitnessFreak möchte ich an dieser Stelle noch einmal eingehend davon abraten, sich von „aufgespritzten“, unfunktionellen Muskeln beeindrucken zu lassen  -  Finger weg von Synthol!
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