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Gewohnheiten – Und wie sie unser Leben formen

Kennt ihr sie auch? Die „Macht der Gewohnheit“? Natürlich kennt ihr sie, denn schließlich gibt es keinen Menschen auf der Welt, der im Laufe der Zeit keine Gewohnheiten entwickelt. Ohne sie, würden wir unser Dasein vermutlich wie Roboter fristen: Es gäbe keine Vielfalt, lediglich Einheit, denn niemand würde beispielsweise Geschmacksvorlieben für bestimmte Lebensmittel entwickeln, es gäbe keine Fans, die ihren Sportverein gröhlend in der Ecktribüne zujubeln und das gegnerische Team niederbrüllen. Es gäbe auch kein vielseitiges Fernsehprogramm, denn es würde niemanden interessieren, ob gerade eine Nachrichtensendung, eine Doku, ein Spielfilm oder eine Operette im Fernsehen läuft. Ohne Gewohnheiten – so lässt sich sagen – wäre das Leben um ein vielfaches langweiliger und monotoner. Sie sind das sprichwörtliche Salz in der Suppe, die Farbe im Bild, die frische Brise an einem lauen Sommermorgen. Gute Gewohnheiten machen uns leistungsfähig, produktiv und interessant – sie bringen uns wortwörtlich voran und sorgen dafür, dass wir das Leben in vollen Zügen genießen können und gleichzeitig etwas Sinnvolles zu Stande bringen. Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille. Ganz so, wie es gute Angewohnheiten gibt, so gibt es auch die Schlechten. Sie können, anstatt die Suppe bekömmlicher zu machen, sie sehr wohl versalzen und manche von ihnen sind wie der Kaugummi unter der Schuhsohle, den man partout nicht mehr loswird. Schlechte Angewohnheiten sind wie Bananenschalen auf dem Weg des Lebens, die uns zum Stürzen bringen oder wie ein Messer, mit dem wir uns ins eigene Fleisch schneiden. Sie machen uns faul, fett und hindern uns an unserer persönlichen Weiterentwicklung. Doch wie genau entstehen sie und vor allem: Worin liegt ihr Sinn?

Die Evolution der Gewohnheit

Mutter Natur hat sich sehr wohl etwas dabei gedacht, als sie die Institution „Gewohnheit“ schuf. Wann immer wir einer neuen Situation begegnen oder eine neue Fertigkeit erlernen wollen, müssen wir eine ganze Menge an Gedankenarbeit leisten. Wir müssen bewußt und aktiv denken, was sehr viel Zeit, Konzentration und Arbeit bedeutet. Stellt euch vor, dass man euch an einen Laptop setzt und von euch verlangt, dass ihr einen 5-seitigen Aufsatz mittels Word schreibt. Wenn ihr vorher noch nie in eurem Leben an einem solchen Gerät gearbeitet habt, dann wird dies eine sehr, sehr lange Nacht! Jeder, der sich nur kurz an seine ersten Gehversuche am PC zurückerinnert, der weiß wie mühevoll und zäh der Lernprozess ablief. Man sucht sich dumm und dusselig nach einzelnen Buchstauben und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Es dauert oftmals mehrere Wochen und Monate kontinuierlicher Arbeit, um das Schreiben an der Computertastatur einigermaßen flüssig zu beherrschen und manche lernen es nie, weil sie viel zu lange Pausen zwischen einzelnen "Lerneinheiten" haben. Ganz so, wie eine Person das Schreiben an der Tastatur durch ein wiederholtes Arbeiten mit dem PC erlernen kann, so kann man auch positive wie negative Gewohnheiten durch das Wiederholen bestimmter Aktivitäten erlernen. Sie brennen sich förmlich in unser Gehirn und werden zu dem, was wir Verhaltensroutinen nennen. Das Automatisieren von Verhalten hat sich in der Evolution bewährt, denn es erlaubte dem Menschen im Verlauf der Jahrtausende bewusste Denkprozesse ins Unterbewusstsein zu übertragen, so dass seine Denkkapazität für andere, wichtigere Dinge zur Verfügung stand, die ihm wohlmöglich das Leben retten konnten. Blöd nur, wenn das ganze auch seine negativen Seiten hat. Wer regelmäßig zum Glimmstängel greift, viel säuft, auf den Boden rotzt und sich permanent mit Junk-Food vollstopft, der wird sich sehr schnell dabei erwischen können, wie er diesen Tätigkeiten unbewusst nachgeht, ohne dies überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Ehe man sich versieht, steckt die Fluppe schon im Mund, ist die erste Bierflasche ausgetrunken oder der Hamburger inhaliert. Hat man eine solche schlechte Angewohnheit erst einmal (durch wiederholte Tätigkeit) entwickelt, wird man sie nur schwerlich wieder los.

Schlechte Gewohnheiten ändern. Aber wie?

Wie ich bereits zu Beginn erläutert habe, ist es sehr schwierig keine Gewohnheiten zu entwickeln. Jede Aktivität und jede Tätigkeit, der wir nachgehen, hat einen Einfluss auf unsere Denkmuster und Verhaltensweisen. Wenn wir uns etwa morgens aus den Federn erheben, schlendern wir – wie selbstverständlich – mit halboffenen Augen ins Bad, gehen aufs Klo und putzen uns die Zähne, ohne groß darüber nachzudenken. Solche Gewohnheiten sind gut, denn sie machen Sinn und erleichtern uns das Leben, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken müssen. Regelmäßiges Training und gesunde Ernährung sind zwei weitere positive Angewohnheiten, die unser Leben facettenreicher gestalten und einen klaren Endzweck besitzen (nämlich das Wohlgefühl im eigenen Körper und Gesundheit). Ein bekanntes Sprichwort der Physik besagt, dass man viel Energie benötigt, um ein Objekt zu beschleunigen, doch wenn es sich erst bewegt, dann ist es nur schwer aufzuhalten. Guess what? Mit guten und schlechten Gewohnheiten ist es ganz genauso. Natürlich spielt die physische Abhängigkeit beim Rauchen und Trinken eine nicht zu unterschätzende Rolle, aber auch dies resultiert aus der Macht der Gewohnheit heraus. Dem Körper ist der Griff zur Zigarette und zur Flasche mittlerweile so sehr vertraut, dass es sich richtig anfühlt. Wer eine seiner schlechten Angewohnheiten loswerden möchte, der muss sich daher zunächst darauf einstellen, dass der Anfang steinig und schwer wird. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht lautet aber, dass es mit der Zeit immer leichter wird, wenn man am Ball bleibt. Worauf es bei der Veränderung bzw. dem Ablegen schlechter Gewohnheiten ankommt, ist der bewusste Denkprozess und Kontext.

Neue Situationen, neuer Kontext, neue Umwelt

Wenn ihr beispielsweise bisher immer nach der Arbeit mit euren Kollegen in die Kneipe gefahren seid und ihr nun plant, mit dem Trinken von Alkohol jeglicher Coleur aufzuhören, dann wäre es der falsche Weg, wenn ihr wie gewohnt mit den Freunden zum Stammlokal fahrt und felsenfest damit plant, dass ihr es bei ´nem Wasser belasst. Dies wird vielleicht beim ersten oder zweiten Mal gut gehen, aber irgendwann werdet ihr einen schwachen Moment haben oder die Kontrolle verlieren. Da wir bestimmte Verhaltensweisen in einer uns bekannten Situation automatisch abspulen, besteht das grundlegende Ziel darin, eine Veränderung in der Umwelt herbeizuführen. Dies kann im Falle der Kneipentour sehr wohl ein Ortswechsel sein, das Vermeiden dieses Lokals mit gewohnter Umgebung, um das automatisch Programm, welches im Kopf abgespeichert ist, erst gar nicht zu starten. Andere Situation, gleiches Problem: Wenn ihr euch gerade in einer Diät befindet und euren Körperfettanteil senken wollt, aber gleichzeitig Junk-Food im Haus hortet – und es muss nicht einmal an einem sichtbaren Ort sein – dann werdet ihr, wenn ihr bis dato zu Hause immer diesen Junk gegessen habt, permanent daran denken. Wenn ihr euch schon einmal gefragt habt, weshalb manche Leute in der Diät das beißende Gefühl verspüren „alle Vorräte während eines Cheatdays vernichten zu müssen,“ dann habt ihr hier die Antwort. Ihr mögt diesen Gedanken verdrängen, doch euer Unterbewusstsein wird dies bestimmt nicht tun. Und wenn ihr unterwegs immer bei Burger King anhaltet, weil es auf dem Weg liegt und ihr es nicht fertig bringt daran vorbeizufahren, lautet die Lösung ganz einfach, dass ihr euch eine neue Route für die Heimfahrt aussuchen müsst.

Schlechte Gewohnheiten durch gute Gewohnheiten ersetzen

Bei vielen Menschen herrscht die Annahme, man könne schlechte Angewohnheiten einfach durch nichts ersetzen. Dies kann in den wenigsten Fällen vielleicht funktionieren, wird sich aber mehr als oft als unlösbar herausstellen. Doch wieso ist das so? Die Antwort lautet: Kognition & Denkmuster Stellt euch zunächst einmal vor, dass Gewohnheiten in eurem Kopf wie schreiende Kinder sind. Manche sind lauter als andere oder drücken die schwächeren zu Boden. Starke Gewohnheiten sind in etwa gleichzusetzen mit den lautesten Schreihälsen, d.h. sie sind viel erfolgreicher darin unsere Aufmerksamkeit (ob bewusst oder unbewusst) zu erringen, als diejenigen, die tendenziell leiser sind oder am Boden liegen. Dies bedeutet, dass ihr beispielsweise als routinierter Raucher während einer Arbeitspause viel schneller daran denkt, wie schön es jetzt wäre eine Zigarette anzustecken, als eine Tasse Tee oder Kaffee zu trinken. Die Gewohnheit zu Rauchen ist in dieser Situation so stark, dass ihr es nicht unterlassen könnt daran zu denken. Wenn ihr euch nun damit begnügt nichts zu tun, anstatt zu rauchen, werden eure Gedanken nonstop darum kreisen. Die Lösung für dieses Dilemma ist denkbar einfach: Ablenkung und Etablierung einer neuen, positiven Gewohnheit. Dies verlangt zunächst sehr viel Willensstärke, doch das Ziel besteht darin, euch in Situationen, bei denen ihr an die schädliche Gewohnheit denkt, mit einer anderen guten Gewohnheit abzulenken. Irgendwann wird diese neue Gewohnheit so sehr in eurem Kopf verankert sein, dass sie zum lautesten Kind wird und die Dominanz übernimmt. In diesem Fall habt ihr eine neue Gewohnheit etabliert.

Abschließende Worte: Trainings- und Ernährungsgewohnheit

Ich möchte, dass ihr versteht, dass das Thema sehr komplex und vertrackt ist. Wenn ihr beispielsweise plant, euer Leben umzukrempeln, regelmäßig der körperlichen Ertüchtigung nachzugehen und euch gesund zu ernähren, dann kommt ihr um eine Verhaltensänderung nicht herum - und diese benötigt nun einmal Zeit! Gewohnheiten sind das Resultat von Routinen, die es zu ändern gilt, denn ansonsten werdet ihr permanent an sie erinnert. Aus diesem Grund ist es nötig die Situation und den Kontext zu verändern und an deren Stelle sinnvolle und gute Gewohnheiten zu installieren. Dies ist in den ersten Tagen noch sehr zäh und vielleicht müsst ihr euch dazu zwingen. Worauf es aber ankommt, ist, dass ihr am Ball bleibt in dem Wissen, dass es mit der Zeit leichter wird. Mich fragen sehr viele Menschen, woher ich die Disziplin nehme, um regelmäßig das Eisen zu beehren. Sie können es einfach nicht verstehen, dass es für mich so natürlich geworden ist die Sporttasche zu packen und ins Gym zu fahren – und dort zu trainieren – wie es das Atmen und Essen ist. Doch lasst euch folgendes gesagt sein: Seid ihr erst einmal „drin,“ dann wird das ganze zum Selbstgänger. Mit der Zeit werdet ihr weniger darüber nachdenken, aber vor allem wird sich dieses laute Kind so sehr in eurem Kopf zu Wort melden, dass ihr es gar nicht mehr überhören werdet. Dies ist der Moment in dem ihr nicht mehr trainiert, weil ihr es müsst, sondern ihr trainiert, weil ihr es wollt. Der Anfang ist immer zäh, doch darum geht es im Leben: Den inneren Schweinehund besiegen. Vergesst das niemals und arbeitet stehts an eurer persönlichen Entwicklung.

Quellen

[1] News York Times (2013): A.M.A. Recognizes Obesity as a Disease. URL:  http://www.nytimes.com/2013/06/19/business/ama-recognizes-obesity-as-a-disease.html.
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  • Jedesmal wenn ich hier nen Text solcher Qualität lese

    Jedesmal wenn ich hier nen Text solcher Qualität lese, brauch ich gar nicht nach dem Autor schauen, denn ich weiss schon wer es ist. Toparbeit Damian! Mehr gibts dazu nich zu sagen.

  • Mir geht es ganz genauso

    Mir geht es ganz genauso!! Super Qualität mit Humor!! Vielen Dank!!

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