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Halbwahrheiten über Milch im Umlauf

Meinungsverschiedenheiten zu bestimmten Themen und Thesen sind das Eine, eine Studie aufzugreifen und deren Kernaussage völlig falsch zu interpretieren ist das andere, so geschehen in einem Artikel der deutschen Wirtschaftsnachrichten der sich mit dem Einfluss von Milch auf die Gesundheit, insbesondere das Risiko auf Hüftfrakturen und damit auf das Osteoporoserisiko befasst.

Die Schlagzeile

„Harvard: Milch von der Kuh ist nicht gesund“. Der Artikel bezieht sich auf eine relativ neue Studie von Feskanich et al aus 2013 die sich mit einem Zusammenhang zwischen der Höhe des Milchkonsums in jungen Jahren und dem Risiko auf Hüftfrakturen in höherem Alter beschäftigte. Milch wird nach wie vor als gute Calciumquelle angepriesen die dabei hilft die maximale Knochenmasse zu erhöhen und damit das Frakturrisiko zu reduzieren. Da sich die Frage nach der richtigen Menge Milch pro Tag schon im jungen Alter stellt, nahmen die Forscher die Herausforderung auf sich und untersuchten an insgesamt 96.000 weiblichen (entnommen aus der Nurse Health Studie) und männlichen Probanden wie sich die Häufigkeit des Milchkonsums im Alter von 13 bis 18 Jahren auf das Hüftfrakturrisiko auswirkt. Neben der reinen Auswertung von Frakturen und der Milchverzehrgewohnheit wurden auch die sonstige Ernährung, das Körpergewicht, die Rauchergewohnheit, körperliche Aktivität sowie der Einsatz von Steroiden, Kontrazeptiva oder Nahrungsergänzungen die in Zusammenhang mit Hüftfrakturen stehen können mit in die Datenerhebung aufgenommen. Ermittelt wurde das RR (relative Risiko) des ersten Auftretens einer Hüftfraktur. In zwei Sätzen wurde nun das komplette Studienergebnis wie folgt zusammengefasst „Die Wissenschaftler …… testeten 75.000 Frauen über einen Zeitraum von zwölf Jahren hinsichtlich des Effektes von Milch auf ihre Knochen. Wie sich zeigte, wurden die Knochen der Testpersonen nicht widerstandsfähiger, sondern waren sogar einem höheren Bruchrisiko ausgesetzt." Abgesehen davon das es sich hier allem Anschien nach nur um eine Datenerhebung an 75.000 Frauen handelte (eine Falschaussage) und das die Beobachtungszeit 12 Jahre betrug (falsch es waren 22 Jahre) muss man annehmen, das Milch entweder nur bei Frauen oder generell schlecht für die Knochen sei.

Die richtigen Ergebnisse

Die Studie ergab in der Tat einige interessante Erkenntnisse wie ein geringeres Längenwachstum bei Teenagern die mehr als 4 Gläser pro Tag tranken im Verhältnis zu denen mit weniger als zwei Gläsern pro Tag. Auch das gesamte Ernährungsverhalten der starken Milchtrinker fiel anders aus als bei denen die weniger Milch zu sich nahmen (genaueres hierzu könnt ihr selbst bei Interesse nochmals im Originalia nachlesen). In der Tat wurde bei Männern pro zusätzlichem Glas Milch im Teenageralter ein um neun Prozent erhöhtes Risiko auf eine Hüftfraktur (relatives Risiko)  im Alter festgestellt. Leicht relativiert wurde das reine Risiko aus dem Zusammenhang mit dem Milchkonsum durch die Köpergröße. Jeder zusätzliche Zentimeter erhöhte das Frakturrisiko. Letztlich vermochte die zusätzliche Aufnahme von Calcium und Vitamin D das relative Risiko auf eine Hüftfraktur zu reduzieren. Für Frauen konnte KEIN Zusammenhang hinsichtlich des Milchkonsums als Teenager und Hüftfrakturen im Alter festgestellt werden. Da auch der Konsum von Käse (stellvertretend für verarbeitete Milchprodukte) bewertet wurde, zeigten sich hier weder bei Frauen noch bei Männern eine Auswirkung auf das Frakturrisiko und nur ein kleiner Effekt auf das Längenwachstum.

Resümee

Alle Welt bezieht sich bei der Entscheidungsfindung und Meinungsbildung auf die Ergebnisse von Studien und in der Tat stellen diese eine wichtige Grundlage dar, sofern Sie richtig gelesen und interpretiert werden. Im Falle Milchprodukte wurde hier leider alles falsch gemacht. Fakt ist, dass man es mit der Aufnahme purer Milch hinsichtlich der Menge als männlicher Teenager nicht übertreiben sollte um seine Knochen zu schützen, zumindest sofern man sich nicht anderweitig um den Ausgleich des Säure-Basenhaushalts bemüht. Verarbeitete Produkte aus Milch scheinen diesbezüglich unbedenklich zu sein und auch als Frau erhält man diesbezüglich Entwarnung.

Quellen

Milk Consumption During Teenage Years and Risk of Hip Fractures in Older Adults Diane Feskanich, ScD1, Heike A Bischoff-Ferrari, MD, DrPH2,3, Lindsay Frazier, MD1,4, and Walter C. Willett, MD, DrPH1,5,6
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  • Milch ist in der Tat leider nicht mehr zu empfehlen

    Milch ist in der Tat leider nicht mehr zu empfehlen. Einfach mal "Die Milchlüge" vom NDR bei youtube suchen, in Paleo und veganen Foren recherchieren oder die Dr. Feil Artikel lesen. Milch ist artfremde Muttermilch und nicht für uns gemacht. Laktoseunverträglichkeit ist übrigens auch keine Krankheit sondern der Normalzustand. Es gibt bessere Calciumquellen, die nicht zum Krebs führen und statt Whey kann man auch Eggprotein nutzen. Das schlimmste an der Milch ist übrigens das Casein. Und etliche Bodybuilder supplementieren das auch noch.

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