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Hilft Obst und Gemüse beim Abnehmen?

Erst heute habe ich die Ernährungsprotokolle eines neuen Schützlings ausgewertet. Die völlig verzweifelte Athletin klagt darüber, seit vielen Monaten nicht abzunehmen, dabei ernähre Sie sich doch wirklich vorbildlich und esse keinesfalls zu viel. Mit der zweiten Aussage hatte sie tatsächlich Recht! Gerade mal 1500 Kalorien pro Tag sowie jede Menge Sport und dennoch bewegte sich die Zeigernadel der Waage keinen Millimeter nach links. Ein Blick auf die Lebensmittelauswahl löste dieses Rätsel. Insgesamt nahm Sie täglich mehr als 1kg Obst zu sich und mischte das Ganze immer schön mit Milchprodukten wie Quark oder Hüttenkäse die dafür bekannt sind, in größerer Menge den Insulinspiegel enorm in die Höhe zu treiben. Mit zuviel Obst und Milchprodukten wurde der Fettverbrennung hier ein Riegel vorgeschoben  und doch gibt es immer noch Verfechter der „5 am Tag“-Regel nicht nur zur Versorgung mit Mikronährstoffen sondern auch zur Gewichtsreduzierung. Zwei neue Metaanalysen befassten sich mit dem Einfluss einer hohen Aufnahme von Obst und Gemüse auf die Gesamtenergieaufnahme sowie eine Körpergewichtsreduzierung und bringen interessante Erkenntnisse zu Tage.

Was ist die „5 am Tag“- Regel?

Bei „5 am Tag“ handelt es sich um eine Ernährungskampagne die Leute dazu auffordert, mehr Obst und Gemüse zu essen. Die Kampagne ist als gemeinnütziger Verein organisiert. Zu seinen Mitgliedern zählen die DGE, die deutsche Krebsgesellschaft sowie Krankenkassen und Ministerien. Auch die EU finanziert die Kampagne seit 2002. Ziel der Kampagne ist eine Steigerung der Aufnahme bei Obst und Gemüse auf etwa 650g pro Tag bei Erwachsenen und entsprechend etwas weniger bei Kindern. Drei der fünf Portionen sollen aus Gemüse bestehen, zwei aus Obst, Säften, Trockenobst oder ungesalzenen Nüssen. Erreichen möchte man mit der Kampagne einen Rückgang typischer Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen aber auch Übergewicht und Adipositas, da Obst und Gemüse wichtige Lieferanten für Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe darstellen und durch deren niedrige Energiedichte schneller für Sättigung sorgen. Als Quelle allen Übels mit weitreichenden Folgen für die moderne Gesellschaft wird Übergewicht benannt. Fazit „5 am Tag“ steht für eine gesündere Ernährungsweise und damit weniger Übergewicht!

Mehr Obst und Gemüse kein Garant für weniger Übergewicht

Zu dieser Aussage kommen aktuelle Studien bzw. Metaanalysen. Man versteht darunter Reviews mehrerer Studien die sich mit einem gemeinsamen Thema befassen. Mytton et al untersuchten in einer brandaktuellen Metaanalyse aus 2014 acht Studien mit insgesamt 1026 Probanden und einer Studiendauer von im Mittel 14,7 Wochen die sich mit dem Zusammenhang zwischen einer erhöhten Aufnahme bei Obst und Gemüse und einmal der Veränderung des Körpergewichts sowie des „Energy-Intakes“, also der Gesamtaufnahme an Kalorien befassten. Sie kamen zum Ergebnis, dass es keinen signifikanten Zusammenhang gibt der bestätigt, dass die Aufnahme von mehr Obst und Gemüse zwangsläufig dafür sorgt, dass wir weniger Kalorien zu uns nehmen. Im Mittel konnte eine leicht geringere Veränderung der Gewichtszunahme in der Gruppe mit hohem Obst- und Gemüseverzehr um 0,68 kg beobachtet werden, ein Wert der hier als nicht signifikant eingestuft wurde. Die Forscher schlussfolgerten, dass es nicht alleine damit getan ist, der Bevölkerung mehr Obst und Gemüse zu verordnen wenn nicht zudem auch Aufklärung zu anderen Lebensmitteln und Essgewohnheiten erfolgt. Auch Kaiser et al forschten 2014 in diese Richtung kamen zu exakt demselben Ergebnis. Es konnte nach Sichtung aller in deren Untersuchung involvierter Arbeiten lediglich eine Effektgröße von 0,16 für signifikante Gewichtsveränderungen durch einen höheren Obst und Gemüseverzehr festgestellt werden.

Resümee

JA, mehr Obst und Gemüse zu essen liefert mehr Mikronährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe und in der Tat haben Obst und Gemüse eine niedrigere Kaloriendichte als Pommes Frites und Bratkartoffeln. Wenn es um signifikante Veränderungen der Gesamtkalorienaufnahme und weniger Körpergewicht geht reicht ein solcher Rat neuesten Studien zur Folge aber nicht aus. Neben „5  mal am Tag“ tut zusätzliche Aufklärung Not, die das generelle Bewusstsein zu richtigen und falschen Lebensmitteln schult.

Quellen

machmit-5amtag www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24965308 www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25168465
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