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Kraftsport: Wäre es leicht, dann würde es Schach heißen

First things first: Ich habe nichts gegen Schach – im Gegenteil: Es gilt nicht umsonst als Spiel der Könige in der Strategie und Taktik, kombiniert mit einer ordentlichen Portion Gehirnschmalz, notwendig sind. Ich habe sogar mal in einer Schach-AG mitgemacht! Dennoch dürfte es ein unwiderlegbarer Fakt sein, dass es leichter fällt sich an ein Schachbrett zu setzen und die fein geschnitzten Figürchen aufzustellen, als sich unter die Bank zu legen und das doppelte seines eigenen Körpergewichts zu drücken oder gar sein komplettes Ernährungsverhalten zu verändern. Nachdem wir dieses wichtige Detail geklärt haben, möchte ich zunächst auf ein alt-bekanntes Trauerspiel hinweisen, dessen man sich als Kenner der Materie im Bereich des Trainings und der Ernährung nur schwerlich entziehen kann (und das vermutlich jeder, der nach etwas aussieht, aus seinem privaten Umfeld nur allzu gut kennt): Man wird um Rat gefragt.- und das sehr oft. Die Leute fragen einen Dinge wie „Ich will so schnell wie möglich XX kg abnehmen. Was muss ich dafür tun?“ oder „Was muss ich essen, damit ich so aussehe wie du“ bis hin zu „Wie baue ich am schnellsten und einfachsten YY kg an Muskelmasse aus.“

Schnell & Einfach

Erstens: schnell geht schon einmal gar nichts. Wenn das Aufbauen des Körpers schnell gehen würde, dann würde jeder als fleischgewordener Adonis oder definierte Amazone durch die Welt hüpfen. Man kann schnelle Nummern schieben, eine schnelle Partie Schach abliefern oder sich schnelles Essen bei McDonald’s ordern, aber auf schnellem Wege (und dazu noch einfach) einen Top-Body zu erlangen, dass könnt ihr euch getrost abschminken. Zweitens: einfach wird es doppelt und dreifach nicht. Just no. Für einen muskulösen, fitten und leistungsfähigen Körper muss man bereit sein Blut, Schweiß und eine gute Portion seiner Zeit zu opfern. Dies bedeutet nicht, dass man Stunden im Studio verbringen muss, sondern viel mehr, dass man in der Zeit, in der man nicht im Studio ist, damit verbringt, all die Fettnäpfchen und Gefahren, die den eigenen Erfolg sabotieren können, umschifft. Das Training, obwohl körperlich wie mental fordernd, ist hierbei noch die einfachste Aufgabe, die man dabei bewältigen muss.

Was bist du bereit zu investieren?

Wenn ich von Bekannten und Freunden auf derartige Dinge angesprochen werde, dann frage in aller Regel zuerst, was der- oder diejenige bereit ist an Arbeit in die ganze Sache hineinzustecken. Sind sie lernwillig und offen für Veränderungen? Oder suchen sie viel mehr jemanden, der ihnen brühwarm erzählt, dass sie alles so beibehalten sollen, wie es ist und das es nicht ihre Schuld ist, dass sie so sind wie sie sind? Kennt ihr das auch? Jemand jammert euch die Ohren voll, dass er sich zu dick fühlt (oder ist) oder dass er sich in seinem Körper nicht wohl fühlt, aber wenn ihr klipp und klar sagt, was derjenige ändern muss – nämlich eine Ernährungsumstellung und mehr körperliche Bewegung – dann reagieren die Leute mit Unverständnis und schauen wie ein LKW drein oder fühlen sich gar verletzt. Ich will ganz ehrlich mit euch sein: Die meisten Leute, die nicht mit dem Kraftsportvirus infiziert sind, suchen eigentlich den einfachsten und unkompliziertesten Weg, mit dem sie ihr Ziel erreichen können. Sie wollen nicht viel verändern, sie wollen ihre Gewohnheiten beibehalten. Sie wollen saufen, sie wollen fressen, sie wollen abgammeln. Sie wollen einen fertig ausgearbeiteten Trainingsplan, der sie nicht anstrengt und einen Ernährungsplan der sie nicht einschränkt. Wenn ich ihnen dann sage, dass das Ganze so nicht funktioniert und dann erkläre, was passieren muss damit sie ihr Ziel erreichen, kann ich beinahe in Zeitlupe sehen, wie sie geistig abschalten. Das eigentlich traurige ist aber, dass die Vorstellungen dieser Personen gar nicht so unrealistisch sind. Im Gegenteil: Das meiste ist innerhalb von einem halben Jahr bis einem Jahr zu schaffen, doch für die meisten Leute ist das bereits viel zu lang und mit viel zu viel Arbeit verbunden. In der Ökonomie – wo ich eigentlich zu Hause bin – gibt es ein allseits bekanntes Sprichwort, welches den Sachverhalt gut darstellt: „There is no free lunch.“

„Es gibt kein kostenloses Mittagessen“

In der Wirtschaft bedeutet das Sprichwort so viel, dass nichts was gratis erscheint auch tatsächlich gratis ist. Es muss immer etwas dafür gegeben werden, damit man etwas bekommt. Es gibt immer einen Haken - selbst wenn er darin besteht, dass ihr euch für etwas geistig anstrengen müsst oder eure kostbare unwiederbringliche Zeit opfern müsst. (Die man bekanntlich eh nicht hat, sondern sich nehmen muss für die wichtigen Dinge im Leben). Diese Leute, die mit gar nicht so unrealistischen Vorstellungen starten, scheitern in der Regel an dieser Mentalität. Sie suchen den Weg des geringsten Widerstands und vergessen dabei, dass es gerade der Widerstand ist, der den Körper verändert. Ich habe in meiner persönlichen körperlichen Entwicklung sehr viel Potenzial und Zeit verschenkt, weil ich ständig auf der Suche nach Abkürzungen und dem berühmt-berüchtigten Trick 17 verbracht habe. Ich habe nach Wegen und Möglichkeiten gesucht, wie ich cheaten konnte, ohne mich in einer strikten Ernährungsdisziplin zu verzetteln und ich habe nach Methoden geforscht, die mir in Rekordzeit - und ohne viel Mühe - die gewünschte Muskelmasse und Muskeldichte bescheren sollten. Anstatt kompromisslos und intensiv zu trainieren, habe ich ständig irgendwelche Experimente und Versuche gestartet, anstatt mich auf die alt-bewährten Methoden zu verlassen. Es dauerte seine Zeit, bis ich realisierte, dass man harte Arbeit und Disziplin in diesem schönen Sport nicht mit irgendwelchen Tricks und Abkürzungen ersetzen kann. Diejenigen, die den einfachen Weg wollen und nach Wegen suchen, um das System zu überlisten, verfangen sich letzten Endes in einem wirren Netz der Mittelmässigkeit und verschenken kostbare Zeit.

Das Geheimnis zum Aufbau eines Götterkörpers: Druck

Zuerst einmal müsst ihr dessen Gewahr werden, dass sich etwas verändern muss, wenn ihr euren Körper verändern wollt – schließlich hat es seinen Grund, warum ihr nach all den Jahren so ausseht, wie ihr ausseht. Entweder ihr habt euch ungesund ernährt und zu wenig bewegt, oder ihr habt zu wenig oder zu viel gegessen und euren Körper nicht gefordert. Das Motto von Mutter Natur lautet immer noch Use it or lose it.“ Wenn ihr das realisiert habt, dann seid ihr schon ein ganzes Stück weiter, als diejenigen, die ständig versuchen das System auszutricksen – diejenigen, die nicht sich selbst verändern wollen, sondern nach Auswegen suchen, um das System zu ändern. Habt ihr euch schon mal gefragt woraus der teuerste Edelstein der Welt – der Diamant – entstanden ist? Die Antwort lautet: Druck. Druck und Hitze. Diamanten sind das Ergebnis eines jahrhundertelangen Prozesses, an dessen Anfang ein Stück Kohle steht, welches einem immensen Druck ausgesetzt ist. Die Kohle wird so lange verdichtet, bis irgendwann ein durchsichtiger Kristall entsteht. Druck ist das Mittel zur Veränderung und ohne Druck strebt alles einem ewigen Gleichgewicht – der Homöostase – entgegen. Wenn ihr aus eurem Kohleköper einen unzerstörbaren Diamanten machen wollt, dann sollte euch klar werden, dass die Straße des geringsten Widerstandes – der einfache Weg – nicht zum Ziel führt, sondern in einer Sackgasse endet. Tatsächlich ist es nämlich genau umgekehrt: Ihr müsst den harten Weg gehen, ihr müsst euch das Leben – und das Training – schwer machen und ihr müsst vor allem aufhören nach Fehlern im System zu suchen, die euch um die harte Arbeit bringen. „Get comfortable being uncomfortable!“

Abschließende Worte

Wenn jemand wirklich bereit ist aufs Ganze zu gehen, Arbeit zu investieren und sich körperlich wie geistig zu transformieren, dann gibt es absolut NICHTS was ihn dann noch aufhalten kann. Nicht die Umstände, nicht die Leute und schon gar nicht all die schädlichen alten Gewohnheiten. Das es leicht wird, hat auch niemand behauptet. Die interessantere Frage lautet aber: Ist es das Ganze auch am Ende wert? Die Antwort auf diese Frage könnt ihr euch nur selbst geben. Erschreckender ist aber, dass es eigentlich keine Alternative gibt: Kraftsport ist keine Option, sondern eine Pflicht. Revolutionär ist derjenige der sich selbst revolutioniert und seine Grenzen und Limits permanent neu auslotet, stärker wird und sein schwaches Ich überwindet. Je härter der Prozess, desto größer die Entwicklung, denn was dich nicht umbringt macht dich am Ende nur noch stärker.
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  • Der beste Artikel den ich bisher gelesen habe

    Der beste Artikel den ich bisher gelesen habe!
    Vielen Dank dafür ;-)

  • Vielen Danke für den motivierenden und ehrlichen Artikel

    Vielen Danke für den motivierenden und ehrlichen Artikel!

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