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Panikmache – Protein schadet den Knochen

Ich denke jeder der sich mit dem Thema Ernährung befasst, ist schon einmal auf die ein oder andere Seite oder auf das ein oder andere Forum gestoßen in welchem Protein zum Buhmann für degenerative Erscheinungen der Knochen gemacht wird. Begründet wird das Ganze meist über einen besonders durch tierische Proteinquellen verursachten Säureüberschuss im Blut. Zur Neutralisierung bzw. Pufferung dieses Überschusses wird mitunter Calcium aus den Knochen ausgelöst und es kommt so zu Knochenentkalkung und damit zu Osteoporose. Da es sich um eine Erscheinung handelt die aus einer metabolischen Azidose resultiert kennt man das Ganze auch unter dem Begriff „Acid-Ash-Hypothese“.  Tatsächlich stützen auch Studien diese These. Die Rahmenbedingungen und verwandten Methoden sind jedoch in vielen Fällen eher als praxisfern zu bezeichnen.

Knochen, Protein, Calcium und Vitamin D

Knochen bestehen zu etwa 60% aus Mineralien, zu 30% aus einer organischen Matrix und zu 10% aus Wasser. 98% des gesamten Knochenproteins liegen dort als Kollagen Typ 1 vor. Wie bei sonstigen Einrichtungen in unserem Körper benötigen auch Knochen Aminosäuren für die Proteinsynthese denn auch hier findet ein gewisser Turn-Over statt. Nahrungsproteine beeinflussen den Calcium-Phosphat-Haushalt und den Knochenstoffwechsel  indem Sie die Leberzellen zur Bildung von IGF-1 anregen. Der Wachstumsfaktor unterstützt die Produktion vom aktivem Vitamin D (1,25D). 1,25D fördert wiederum die Absorption von Calcium und Phosphor in die Knochen. IGF-1 fördert zudem die tubuläre Re-Absorption von Calcium und beeinflusst so eben falls die Knochenmineralisierung positiv. Fazit Protein steigert besonders über seinen Einfluss auf IGF-1 die Calciumaufnahme. Dies erklärt auch die erhöhte Calciumausscheidung durch eiweißreiche Ernährung. Ein direkter Zusammenhang mit einer negativen Knochen-Calcium-Bilanz besteht jedoch nicht wie wir gleich sehen werden.

Eiweißreiche Kost stellt kein Problem dar

Eine aktuelle Untersuchung aus dem Jahr 2014 beschäftigte sich mit den Auswirkungen der Proteinzufuhr auf die Knochengesundheit. An der randomisierten, parallelen Interventionsstudie nahmen insgesamt 39 Normalgewichtige Personen (32 Männer und 7 Frauen) teil. Über  31 Tage erhielten Sie zunächst 10 Tage eine isokalorische und 21 Tage eine hypokalorische Ernährung mit einem Proteingehalt von entweder 0,8, 1,6 oder 2,4 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht.  Es wurde konstant 1g Calcium pro Tag aufgenommen. Der Fettanteil der Ernährung lag konstant bei 30%. Mittels stabiler Isotopen wurde sowohl die Calciumabsorption als auch die Calciumausscheidung ermittelt. Zusätzlich wurden DEXA, BMD und Blutanalysen durchgeführt. Im Ergebnis sank unabhängig von der Kalorienzufuhr der Urin-ph-Wert mit steigender Zufuhr an Protein an. (Was zu erwarten war)  Trotz des sauren Urins (der lediglich eine Aussage darüber trifft das mehr Säuren ausgeschieden werden) konnten keinerlei Hinweise auf negative Veränderungen des Calciumhaushalts oder der Knochengesundheit festgestellt werden. Mit einem Energiedefizit sank die verfügbare Menge an IGF-1. Zeitgleich kann es zu einem Anstieg des Vitamin D Aufkommens. Fazit Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Calcium voraus gesetzt, schadet eine erhöhte Proteinzufuhr weder dem Calciumhaushalt noch der Knochengesundheit

Resümee

Immer mehr Fakten sprechen für proteinreiche Diäten. Selbst vermeintliche Nachteile die bis dato immer noch in den Köpfen der Allgemeinheit verhärtet sind, lösen sich im Rahmen der aktuellen Studienlage in Wohlgefallen auf. Auch die Aussage Protein sei ein „Knochen-Killer“ fällt inzwischen in die Kategorie „Panikmache“. Einlenkend dazu empfiehlt sich dennoch der regelmäßige Verzehr basischer Lebensmittel wie Obst oder Gemüse um den ph-Wert damit auszugleichen. Wenn auch kein negativer Einfluss auf die Knochen besteht, als Säurebildner muss sich die Kategorie der Proteinträger dennoch bezeichnen lassen Quellen Cao, JJ et al.: Am J Clin Nutrition 2014;99:400-407 Protein und Knochengesundheit - DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 57, Nr. 3 (2006) Proteinzufuhr und Knochengesundheit – Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin  2/11
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