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Verdauungsprobleme mit rohem Gemüse?

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich persönlich komme mit Rohkost, insbesondere mit rohem Gemüse sehr unterschiedlich zurecht. Besonders wenn meine Schützlinge oder ich selbst eine Wettkampfdiät bestreiten, scheint die Verträglichkeit großer Mengen Rohkost irgendwie abzunehmen. Gegartes Gemüse hingegen ist wesentlich bekömmlicher. Da ich mich selbst gefragt habe warum dem so ist, gibt es heute einmal einen kleinen Ausflug ins Thema Rohkost!

Was ist Rohkost?

Unter Rohkost versteht man eigentlich jede unerhitzte, frische Nahrung und das sowohl pflanzlicher als auch tierischer Herkunft. Enger gesehen, versteht man unter Rohkost unerhitzte und unverarbeitete Lebensmittel. Wer sich also „roh“ ernährt isst sowohl Fleisch, Eier aber auch sein Gemüse und Obst ausschließlich roh. Mir geht es heute speziell um das für die meisten Fitness-Sportler relevante Angebot an Rohgemüse, welches gerne in Form von Salat oder als Snack verzehrt wird. Fazit Die Definition von Rohkost unterscheidet nicht die Herkunft sondern lediglich die Verarbeitung eines Lebensmittels

Rohkost liefert Enzyme aber auch Cellulose!

Ein Vorteil der Rohkost immer wieder unterstellt wird ist der hohe Gehalt an Enzymen, welcher tatsächlich vorkommt und sich so positiv auf die Verdauung auswirken kann. Wie kann es dann aber sein, dass bestimmten Menschen gerade rohes Gemüse teilweise wie ein Stein im Magen liegt? Eine mögliche Antwort findet sich im Gehalt an Cellulose. Sie ist das häufigste Polysaccharid sowie die häufigste organische Verbindung in pflanzlichen Lebensmitteln und befindet sich mit einem Masseanteil von etwa 50% in allen Zellwänden. Ein Problem das wir Menschen haben ist, dass wir, anders als viele Tiere, über keine Verdauungsenzyme für den Abbau von Cellulose verfügen. Dieser findet bei uns mit Hilfe anaerober Bakterien hauptsächlich im Dickdarm statt. Es entstehen kurzkettige Fettsäuren die über die Kolonschleimhaut resorbiert und dann metabolisch verwertet werden. Aus nutritiver Sicht zählt Cellulose also zu den Ballaststoffen. Wie gut die Cellulose abgebaut wird hängt von der Beschaffenheit der Darm-Flora ab. Generell nimmt man an, dass im Vergleich zu gegarter Kost die Verdauung von Rohkost unvollständiger stattfindet und das trotz der eigenen Enzyme die Rohkost mitbringt. Neben Verdauungsproblemen wie Blähungen oder Bauchschmerzen kann es über eine schlechte Verdauung von Cellulose auch zu einer gehemmten Aufnahme von Mineralstoffen oder Vitaminen kommen. Beim Gärvorgang werden die Zellen durch die Hitzeeinwirkung aufgebrochen was nicht nur die Verdaulichkeit sondern auch die Bioverfügbarkeit verbessert. Fazit Der Cellulosebestandteil in Gemüse fordert das Verdauungssystem und ganz besonders die Darmflora. Eine schlechte oder angegriffene Darmflora kann hier schnell überfordert werden

Hat Rohkost wirklich Vorteile?

Ein Nachteil der aus einer Hitzeinwirkung bei Lebensmitteln entsteht ist die reduzierte Aufnahme hitzeempfindlicher Vitamine wie Vitamin C. Vorteile hat man dafür aber bei der Versorgung mit Vitamin A und Vitamin E zu erwarten, denn hier kann es durch Rohkost zu einer gehemmten Aufnahme kommen. Auch einige Fraßgifte wie beispielsweise Lektine lassen sich durch Hitzeeinwirkung inaktivieren. Generell bestehen bei Rohkost natürlich auch gewisse hygienische Bedenken, ganz besonders bei tierischen Produkten wie Fleisch oder Eiern. Interessant sind auch Hinweise die darauf hindeuten, dass sich mit der Aufnahme roher Kreuzblütler wie Brokkoli, Rosenkohl, Blumenkohl, Steckrüben, Radieschen oder Senf die Schilddrüsenhormonproduktion reduziert wird. Eine gute Alternative zur schlichten Rohkost sind fermentierte Lebensmittel. Im Rahmen des Fermentierungsprozesses findet keine Hitzeeinwirkung statt, es bilden sich aber noch größere Mengen wichtiger Bakterien die allesamt die Verdauung unterstützen. Der Nachteil bei der Verwendung fermentierter Lebensmittel ist die schlechte Verfügbarkeit und eine ziemliche lange aufwändige Zeit zur Selbstherstellung. Fazit Bestnoten erhält Rohkost weder in Sachen Mikronährstoffversorgung oder Hygiene noch in bei der Versorgung mit Bakterien welche die Verdauungsleistung unterstützen

Resümee

Menschen kommen unterschiedlich mit rohem Gemüse zurecht. Schuld daran ist die Beschaffenheit der Darmflora, denn die im Darm vorhandenen Bakterien sind für den Abbau des Cellulosebestandteiles in Gemüse verantwortlich. Dieser fällt je nach Art und Reifegrad unterschiedlich hoch aus. Garen macht Gemüse definitiv bekömmlicher! Wer rohes Gemüse mag tut gut daran, dieses gegen Mittag zu verzehren, weil hier von der höchsten Aktivität bei Verdauungsenzymen auszugehen ist. Gegen Abend nimmt die Verdauungsleistung dann wieder ab, weshalb es besonders hier wichtig ist, Rohkost ausreichend zu kauen. Fermentiertes Gemüse verspricht neben der Eigenschaft „unerhitzt“ zu sein zudem Vorteile in Sachen Bakteriengehalt und damit auch bei Unterstützung des Verdauungstraktes.
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