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Was macht „fett“? – Besteht ein Zusammenhang zwischen Kohlenhydraten und Fetten

Inzwischen weiß man wahrlich nicht mehr was man als „Laie“ noch glauben soll wenn es um das Thema Körperfett und Körperfettreduzierung geht. Schwor man vor einiger Zeit noch auf „Low Fat“ und machte Fette für überflüssige Pfunde verantwortlich sind es heut die Kohlenhydrate, welche die Rolle des Buhmanns übernommen haben, was wiederum dazu führte das heutzutage eher „Low Carb“ gelebt wird und ketogene Diäten die Szene dominieren. Unklar ist auch inwieweit es von Nachteil ist Kohlenhydrate und Fette gemischt aufzunehmen. Ernährungskonzepte wie Trennkost schwören ja darauf Makronährstoffe getrennt voneinander auf zu nehmen. Ganz besonders, so heißt es, solle man die kombinierte Zufuhr von Kohlenhydraten und gesättigten Fettsäuren meiden. Was an all den Thesen und Mythen rund um die kombinierte Zufuhr von Kohlenhydraten und Fett sowie in Hinblick auf gesättigte Fettsäuren als Dickmacher dran ist, werde ich in den folgenden 3 Teilen meines Artikels versuchen zu erkunden und zu erklären.

Welche Rolle spielt die Aufnahme von Kohlenhydraten für den Fettaufbau?

Einleitung Einerseits sollte man meinen, dass sich zwei völlig unterschiedliche Makronährstoffe, nämlich Kohlenhydrate und Fett gegenseitig nicht beeinflussen. Auf der anderen Seite leuchtet es ein, dass zum Erhalt eines konstanten Energielevels und vor allem des Blutzuckerspiegels beide Energieträger Hand in Hand arbeiten und so auch in einer Art Wechselwirkung zueinander stehen müssen. Im Falle der Kohlenhydrate ist vorab wichtig, dass deren „Abbau“ aus dem Blut ab einem bestimmten Blutzuckerspiegel dringend notwendig ist, da ein Überaufkommen unsere Gefäße schädigt. Glukose (die im Blut vorliegende Form von Kohlenhydraten) muss natürlich auch in die Zellen um dort als Energieträger entweder direkt verstoffwechselt oder als Glykogen abgelagert zu werden. Als hauptsächliche Abnehmer für Glukose stehen uns Muskeln und die Leber zur Verfügung aber auch unsere Fettzellen nehmen Glukose auf! Für den Übertritt von Glukose in die Zelle bedarf es der Anwesenheit des anabolen Hormons Insulin. Es dockt ab der Zielzelle an und vermittelt dort eine Reihe von Befehlen welche wiederum direkt den Zellstoffwechsel beeinflussen. Je mehr Insulin anwesend ist, desto stärker bestimmt es unseren Stoffwechselsituation (auch in den Adipozyten). Wie viel Insulin vorliegt entscheidet zum einen die Menge an Kohlenhydraten die wir aufnehmen, zum anderen ist das glykämische Verhalten der zugeführten Kohlenhydrate eine wichtige Größe. Bestimmt wird dies über den sog. glykämischen Index oder die glykämische Last. Beide geben an, wie stark ein Lebensmittel den Blutzucker ansteigen lässt und folglich auch eine entsprechende Ausschüttung von Insulin herbeiführt.  Fazit Die glykämische Last lässt die Aussage zu, wie viel Insulin durch die Aufnahme einer gängigen Portion eines kohlenhydratreichen Lebensmittels ausgeschüttet wird. Diese Bestimmung ist von entscheidender Bedeutung wenn es darum geht, Zusammenhänge zwischen Kohlenhydraten und Fetten beim Aufbau von Körperfett dingfest zu machen und zu differenzieren.

Insulin – Anaboles Signal für die Adipozyten

Lipogenese Als Lipogenese die Synthese von Triglyceriden in den Adipozyten (Fettzellen) bezeichnet. Triglyceride stellen die Speicherform von Fettsäuren in den Adipozyten dar. Stimuliert wird dieser Vorgang durch Insulin und folglich durch kohlenhydratreiche Mahlzeiten. Unter dem Einfluss von Insulin kommt es zur Aktivierung von LPL und ASP.  LPL (Lipoproteinlipase) wird benötigt um im Blut an Lipoproteine gebundene Fettsäuren von der Bindung zu befreien um Sie so für die Aufnahme in die Fettzelle vorzubereiten. ASP (Acylation Stimulating-Protein) fördert die Aufnahme von Glucose in die Fettzelle und die Veresterung von Fettsäuren im Fettgewebe. Fazit Insulin und damit kohlenhydratreiche Mahlzeiten sorgen für die besten Voraussetzungen zur Einlagerung von Fettsäuren in die Adipozyten Insulin fördert das GLUT-4-Aufkommen Insulin ist hauptverantwortlich für die Translokation (das Aufkommen)von GLUT-4 auf der Oberfläche von Fettzellen. Mit diesem Vorgang sorgt Insulin für einen Zustand der es den Adipozyten ermöglicht, Glukose verstärkt aufzunehmen. Neben GLUT-4 kann die Glukoseaufnahme in die Adipozyten auch basal via GLUT-1 stattfinden. Hierbei spielt Insulin keine Rolle. Ingesamt werden unter normalen Bedingungen 2-4% der gesamten zugeführten Glukose in den Adipozyten gespeichert. Das Fettgewebe trägt damit also nicht entscheidend zur Glukosetoleranz des Körpers bei, Insulin und gleichzeitig vorliegende Glukose sind aber entscheidend für den anabolen Stoffwechsel in den Adipozyten verantwortlich. Mehr GLUT-4 führte in Studien an Mäusen bereits zu vermehrter Fettzellhypertrophie und einem erhöhten Körpergewicht, während ein Verlust an GLUT-4 eine sekundäre Insulinresistenz in der Leber und den Skelettmuskeln begünstigte. Fazit Insulin fördert das Aufkommen von Glukose-Taxis in die Fettzellen und hilft so Fettdepots aufzubauen

Zusammenhang zwischen dem Kohlenhydrat- und dem Fettstoffwechsel

Glukose wird in den Adipozyten entweder
  • als Glykogen eingespeichert
  • über die Glykolyse zu ATP umgewandelt und im Rahmen der mitochondrialen Oxidation verbrannt
  • für die Ausbildung von G-3-P verwendet
G-3-P ist ein essentieller Bestandteil beim Aufbau von Adipozyten. Zur Bildung von G-3-P wird Insulin und Zucker benötigt. Sind beide vorhanden, stimuliert dies auch automatisch die Bildung von G-3-P und ermöglicht bzw. fördert so die Aufnahme von Fettsäuren  in die Adipozyten. Fazit Fettzellen nehmen Zucker auf und stellen mit ihm und gebildetem Insulin die Grundvoraussetzung für die Einschleusung von Fettsäuren in die Adipozyten her.

Aus Glukose wird Fett

Nicht vergessen werden darf, dass unsere Fettzellen über alle enzymatischen Möglichkeiten verfügen die Sie benötigen, um aus Glukose Fettsäuren herzustellen. Der Vorgang nennt sich De-novo-Lipogenese. Insulin und das vorliegen von Zucker im Blut stimulieren die De-novo-Lipogenese die unter normalen Bedingungen täglich 1-2g Fettsäuren synthetisiert. Interessant Ungesättigte Fettsäuren und die Anwesenheit von Glukagon hemmen die De-novo-Lipogenese Fazit Die Neubildung von Fett aus Glukose nimmt quantitativ zwar keine bedeutende Stellung im Fettstoffwechsel ein, dennoch ist es möglich Zucker in Fettsäuren umzuwandeln.

Resümee

Die Anwesenheit von Insulin und Kohlenhydraten ist eine Voraussetzung für den Aufbau von Fettdepots. Besonders Insulin beschleunigt und verbessert die Aufnahme von sowohl Fettsäuren als auch Zucker in die Adipozyten. Auch eine Umwandlung von Glukose zu Fett findet effektiver statt wenn Insulin und Glukose im Blut vorliegen. Je mehr Kohlenhydrate wir verzehren bzw. je höher deren glykämsiche Last pro Portion ausfällt, desto mehr Insulin wird gebildet und desto signifikanter wird ein fett-anaboles Milieu erzeugt. Die gleichzeitige Aufnahme dieser Art von Kohlenhydraten und Fettsäuren sorgt für einen beschleunigten Aufbau von Fettdepots!
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  • Hei

    Heißt das jetzt, dass wenn ich mittags mein Reis - Hähnchen - Brokkoli - Gericht esse, ich keine weiteren Öle wie Fischöl oder Olivenöl zuführen sollte zum Gericht? Das Öl würde die Fettdepots die durch Kohlenhydrate entstanden sind füllen?

  • Das kannst du machen

    Das kannst du machen, musst es aber nicht zwingend, da auch andere Lebensmittel einen Anstieg des Insulinspiegels hervorrufen können wie vergleichbar Kohlenhydrate es machen, z. B. Proteine. Wenn du nach dieser Theorie gehen würdest, müsstest du das Fett komplett von Kohlenhydraten isolieren, was praktisch gesehen eher schwierig zu gestalten ist. Im Magen bzw. Darm trifft sowieso alles wieder aufeinander.

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