Service-Line +49 322 210 956-22 / Mo.-Fr. 07:00 - 17:00
ab EUR 40 versandkostenfrei für DE

Was macht „fett“? - Sind gesättigte Fette gefährlicher als ungesättigte Fette?

„Vorsicht mit gesättigten Fettsäuren da Sie schneller in die Fettzellen eingelagert werden als ungesättigte Fettsäuren“ … diese Aussage haben sicher viele von Euch schon einmal gehört oder gelesen.  Gerade wenn es darum geht was „Fett“ macht und was nicht, gibt es eine Vielzahl an Meinungen aus den verschiedensten Lägern. Die „Low-Carbler“ und Anhänger von Atkins schwören auf den Einsatz von Protein und Fett, die „Low-Fatler“ meiden Fett gezielt um nicht „fett“ zu werden, während die „Intermittent Faster“ Nahrung generell nur zyklisch aufnehmen. In meinem ersten Teil konnte ich bereits eindeutig aufzeigen, dass durch die kombinierte Aufnahme von Kohlenhydraten und Fett generell ein höheres Risiko besteht, Fettdepots aufzubauen. In Teil 2 haben wir festgestellt, dass gesättigte Fettsäuren weit mehr Aufgaben und Funktionen erfüllen als nur Energie zu liefern. Heute geht es abschließend darum, ob es Fettsäuren gibt die in Sachen Fettaufbau gefährlicher sind als andere.

Vorteile und Nachteile gesättigter Fettsäuren

Zu gesättigten Fettsäuren kann man eine  Menge „Contras“ aber auch „Pros“ anführen. Die Pro-Seite rät dazu, gesättigte Fette unter keinen Umständen aus der Ernährung zu verbannen da:
  • Sie mindestens 50% der Zellmembran bilden und so für die Stabilität von Zellen sorgen
  • kurzkettige und mittelkettige  Vertreter aus dem Butterfett von Kühen und Ziegen antimikrobiell, mittelkettige Fettsäuren zusätzlich antiviral wirken. Generell stärken gesättigte Fettsäuren das Immunsystem, allen voran Laurinsäure
  • kurz- und mittelkettige Vertreter auch bei Störungen der Fettverdauung resorbiert und zur Leber transportiert werden können
  • gesättigte Fett für ein hohes Aufkommen an freiem Testosteron sorgen
  • gesättigte Fette dabei helfen, Omega 3 Fettsäuren im Körper vorzuhalten und zur Konvertierung in DHA benötigt werden
  • gesättigte Fette die Leber schützen und stärken
  • gesättigte Fette das LDL-Aufkommen zwar einerseits erhöhen, Sie aber auch für eine Veränderung der Größe von LDL-Partikeln weg von kleineren, hin zu größeren LDL-Partikeln sorgen. Von größeren LDL-Partikeln geht ein geringeres arterogenen Risiko aus
  • gesättigte Fettsäuren hitzestabiler sind und aufgrund Ihres gesättigten Charakters auch eine höhere Resistenz gegen Angriffe freier Radikale aufweisen als ungesättigte Fettsäuren
Die Contra-Seite rät vom Verzehr gesättigter Fett ab da:
  • sie Herz-Kreislauferkrankungen fördern
  • sie Blutplättchen schneller verkleben lassen
  • sie zu verstärkten Ablagerungen in den Arterien führen (Stichwort Cholesterin siehe oben) und den Gesamtcholesterinspiegel steigen lassen
  • sie bei zu hohem Konsum zur Verhärtung von Zellmembranen beitragen
  • sie die Aufnahme von Kalzium beeinträchtigen
Fazit Einiges spricht gegen die Aufnahme gesättigter Fettsäuren, vieles aber auch dafür

Werden gesättigte Fettsäuren schneller in Fettdepots geschleust?

Bei all den Argumentationen Pro und Contra gesättigter Fettsäuren finden sich keine eindeutigen Verweise darauf, dass gesättigte Fettsäuren schneller in die Adipozyten eingeschleust werden als ungesättigte Fettsäuren.  Besonders von mittelkettigen gesättigten Fettsäuren weiß man, dass diese sogar bevorzugt als direkter Energielieferant verbraucht und nicht eingelagert werden. Der gesättigte Charakter an sich ist kein Garant für eine frühzeitige Aufnahme in die Adipozyten. Fettzellen haben es auch nicht einfacher damit, gesättigte Fettsäuren im Vergleich zu ungesättigten Fettsäuren einzuschleusen. Die Veresterung zum Triglycerid findet immer in der Urform der Fettsäure statt, d.h. es sind keine weiteren Umbauvorgänge mehr notwendig. Fazit Es bestehen KEINE eindeutigen Hinweise darauf, dass gesättigte Fettsäuren bevorzugt in die Adipozyten eingeschleust werden

Machen gesättigter Fettsäuren schneller „fett“ als ungesättigte Fettsäuren

Obwohl sich auch hier nur sehr wenige Hinweise finden lassen, zeigen einige Studien dennoch relativ eindeutig Unterschiede zwischen einer Ernährung reich an gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren. Im Tierversuch konnte gezeigt werden, dass bei isokalorischer Ernährung, angereichert mit entweder Rapsöl, Milchfett oder Standartfutter über 8 Wochen eine deutlich höhere Gewichtssteigerung mit der Aufnahme des Milchfetts eintrat. GF_Gewicht Da das reine Körpergewicht wenig aussagefähig ist, wurde zudem auch die Entwicklung des viszeralen Körperfetts und des Gesamtkörperfetts unter die Lupe genommen. Hier kam es in der Gruppe mit der vermehrten Aufnahme  gesättigter Fettsäuren zu den höchsten Zuwächsen sowohl beim Gesamtfett  als auch beim Viszeralfett. GF_Fett Zurückführen ließ sich dieser Effekt auf eine verstärkte Glukoseintoleranz (Insulinwirkung) in der Leber und eine verschlechterte kortikale Aktivität (Gehirn) die sich mitunter auch auf das Bewegungsverhalten auswirkt. Die veränderte Gehirnaktivität ist inzwischen auch am Menschen belegt. Aus anderen Quellen ist bekannt, dass unter Anwesenheit von Glucagon und ungesättigten Fettsäuren, nicht aber bei gesättigten Fettsäuren die De-novo-Lipogenese gehemmt wird. Fazit Die hohe Aufnahme gesättigter Fettsäuren fördert den Aufbau von Körperfett stärker als eine hohe Aufnahme ungesättigter Fettsäuren

Resümee

Gesättigte Fette werden nicht zwangsläufig bevorzugt in die Fettzellen eingelagert. Bei hoher Aufnahme weiß man inzwischen jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit auf ein im Vergleich zur vermehrten Aufnahme ungesättigter Fettsäuren höheres Risiko zum Aufbau von Körperfett besteht. Wer es vermeiden möchte „fett“ zu werden, sollte es also generell  darauf achten gesättigte Fettsäuren NICHT in hohen Mengen aufzunehmen. Die Zufuhr kleiner bzw. moderater Mengen stellt  in Hinblick auf den Aufbau von Körperfett kein Problem dar. Fettquellen mit vermehrtem Anteil an gesättigten kurz- und mittelkettigen Fettsäuren minimieren die Wahrscheinlichkeit auf einen vermehrten Aufbau von Fettdepots. Größere Mengen gesättigter Fettsäuren sollten auch aufgrund des angenommenen Einflusses auf die hepatische Glukosetoleranz nicht zusammen mit hoch glykämischen Kohlenhydraten aufgenommen werden.
Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Newsletter bestellen und informiert sein!