Service-Line +49 322 210 956-22 / Mo.-Fr. 07:00 - 17:00
ab EUR 40 versandkostenfrei für DE

Was passiert mit dem Immunsystem wenn wir Sport treiben?

Sport ist gesund. Wer gesund ist hat ein starkes, stabiles Immunsystem. Klingt erst einmal sehr nahe liegend und positiv, gäbe es da nicht auch das bekannte „Open-Window“. Mit diesem Begriff bezeichnet man eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten wie Sie nach einem intensiven Training für einige Zeit besteht. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit profitiert man von einem starken Immunsystem, da man sich so vor Rotznase und Co. schützen kann. Eine interessante Frage ist daher sicher, welchen Einfluss wir  eigentlich auf unser Immunsystem nehmen wenn wir trainieren? Mit genau dieser Frage werde ich mich heute befassen.

Sport beeinflusst das Immunsystem auf unterschiedliche Art und Weise

Sportliche Belastung nimmt je nach Reizstärke und Reizdauer unterschiedlichen Einfluss auf das Immunsystem. Als Leistungssportler beeinflusst man das Immunsystem über diesen Zusammenhang stärker und verschiebt die Auswirkungen schneller in einen Bereich der in einer zusätzlichen Belastung resultiert.  Als normaler Sport treibender mit moderater Belastung bewirkt die körperliche Aktivität eher eine abhärtende, vorbeugende Beeinflussung. Fazit Abhängig von Dauer und Intensität des Trainings beeinflussen wir unser Immunsystem entweder positiv oder negativ

Was verändert sich bei starker Belastung?

Über das Blut lassen sich Auswirkungen auf das Immunsystem sehr gut messen, da hier das Aufkommen von Zytokinen und Immunglobulinen sowie die Funktionsfähigkeit von Lymphozyten und Makrophagen gemessen werden kann. Zu erkennen ist in Verbindung mit intensiver sportlicher Belastung ein gesteigertes Aufkommen an Leukozyten (weiße Blutkörperchen) die für wenige Minuten bis Stunden nach der Belastung anhält, von der aber zunächst keine negativen Folgen ausgehen.  Zur Gruppe der Leukozyten zählen Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Sie erkennen körperfremde Strukturen und sind an der Antikörperbildung beteiligt. Speziell bei Lymphozyten regt Sport jene Prozesse an, wie Sie auch bei Beginn einer Infektionskrankheit ausgelöst werden. Interessant ist aber jetzt das es zwar zu einer Immunreaktion kommt, im nachgestellten Schritt aber eine Aktivierung der spezifischen Immunabwehr ausbleibt. Bedingt ist diese Auswirkung durch ein sport-bedingtes erhöhtes Aufkommen an Stresshormonen. Werden in Zusammenhang mit Sport Mikrotraumen provoziert, erkennt unser Immunsystem Zellbestandteile als Fremdkörper und löst Entzündungen aus, die damit einen bestimmten Teil der Immunantwort auf den Plan rufen, aber eben nur den für die Wiederherstellung des Gleichgewichts im Muskel notwendig ist. Fazit Stresshormone und Mikrotraumen sorgen für eine ganz spezifische aber nicht vollständige Immunantwort

Zusammenhang zwischen Cortisol und dem Open-Window

Die eben geschilderte Situation erklärt das sog. „Open-Window“, also eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten wie Sie nach einem intensiven Workout gegeben ist. Je mehr Cortisol und Stresshormone im Rahmen eines Trainings ausgeschüttet werden, desto mehr kommt es zu einer Hemmung von Lymphozyten und damit zu einer Entzündungshemmung und Inaktivierung der adaptiven Immunantwort. Im Klartext handelt es sich beim „Open-Window“ also um einen Zustand, bei dem das Immunsystem nur zu 50% hochgefahren wird, eben nur soweit wie es notwendig ist, um die Aufräumarbeiten zu erledigen die aufgrund des Workouts notwendig werden. Für die Praxis bedeute diese Erkenntnis, dass wir das Ausmaß des Open-Windows gezielt damit beeinflussen können, das Cortisolaufkommen während des Workouts zu minimieren. Im Umkehrschluss sind Personen die an Hypercortisolismus leider vom Open-Window stärker betroffen als Solche bei denen sich Cortisol in physiologisch normalen Mengen bildet. Fazit Cortisol und Stresshormone gelten als Auslöser des Open-Window. Eine gezielte Trainingssteuerung ermöglicht es uns das Open-Window zu beeinflussen

Resümee

Sport beeinflusst je nach Intensität und Dauer unterschiedlich unser Immunsystem. Während moderate Belastung förderliche Wirkung verspricht indem es zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit des Phyagozytose-Systems kommt, besteht bei intensiver Belastung, ausgelöst durch ein erhöhtes Aufkommen an Stresshormonen und Cortisol in Verbindung mit Mikrotraumen eine negative Beeinflussung des Immunsystems besonders in der Zeit unmittelbar nach dem Training die wir als „Open-Window“ bezeichnen. Es stellen sich bei Leistungssportlern aber auch dauerhafte negative Beeinflussungen des Immunsystems ein, die im Rahmen der Ernährungs- und Trainingsplanung berücksichtigt werden müssen.
Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Newsletter bestellen und informiert sein!