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Bis es brennt: Capsaicin, ein natürlicher Fat-Burner

Keine Ahnung wie ihr eure Mahlzeiten gerne einnehmt, aber wenn ich mich an den Tisch setze, um frische Energie zu tanken, dann mag ich es gerne gut gewürzt. Mal purisitisch in Form von Salz und Pfeffer, mal extravagant mit Kräutern oder traditionell mit Paprika und Curry. Die Kunst, ein leckeres Gericht zu kochen, ist nicht nur von der Wahl eurer Nahrungsmittel abhängig, sondern definiert sich auch über die Gewürze, die ihr zum Verfeinern und abschmecken verwendet. Für viele kaum vorstellbar: Ein und dasselbe Gericht kann mit unterschiedlicher Würzung geschmacklich um Welten auseinander liegen. Das gute an den Trockenkräutern und Pülverchen ist aber die Tatsache, dass viele von ihnen gesund und wohltuend sind. Einige machen das Essen bekömmlicher (z.B. Kümmel), andere nehmen Einfluss auf die Biochemie unseres Körpers (etwa indem sie den Blutzucker regulieren, wie beispielsweise Zimt [1]), wirken anti-entzündlich (z.B. Kamille und Ingwer) oder verbessern die Fettverbrennung. Es steht außer Frage, dass Gewürze in die Küche all jener gehören, die nicht nur Abwechslung am Esstisch mögen, sondern auch für diejenigen, die auf ihre Gesundheit achten oder das Beste aus ihrem Körper herausholen möchten. Wenn euch das Argument mit den  vielen Geschmacksnuancen bis hierhin noch nicht überzeugt hat, dann verwette ich meinen Hintern darauf, dass ihr spätestens bei dem Stichwort Fettverbrennung aufgehorcht habt, richtig? Vermutlich hat euch sogar schon die Überschrift hergelockt und mit aller höchster Wahrscheinlichkeit werdet ihr bereits von den wohltuenden Effekten scharfer Speisen einmal gehört oder gelesen haben. Scharfe Zutaten gibt es viele, darunter Pfeffer unterschiedlicher Coleur (Schwarzer Pfeffer & Cayenne), Ingwer, Zimt, Kurkuma, Senf, Radieschen bzw. Rettich und sogar Knoblauch gehört dazu. All diese Lebensmittel bringen eine natürliche Schärfe mit sich, die aufgrund ihrer Eigenschaften und der Würze gerne von Leuten konsumiert werden, die es scharf mögen. …doch wenn es um richtige Schärfe geht, dann verbeugen sie sich alle vor einer ganz bestimmten Schote, dem König der Schärfe: Chili. Doch was macht dieses Gemüse so unglaublich feurig? Und fördert Chili wirklich die Fettverbrennung?

Die Chilischote & Capsaicin

Die Chilischote gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (wie Kartoffeln und Tomaten), bzw. konkret zur Gattung der Paprika (Capsicum). Nicht alle Paprika sind scharf, aber diejenigen die es sind, werden üblicherweise als Chilis bezeichnet. Der Begriff wurde aus dem aztekischen Wort „tlacuilos“ abgeleitet und auch heute noch bezeichnet man die Schote als roten Pfeffer. Die Substanz, die der Chili ihre Schärfe verleiht, nennt man Capsaicin – ein Alkaloid (alkalische, stickstoffhaltige und organische Verbindungen). Da es mehrere solcher Alkaloide gibt, hat an sie unter dem Sammelbegriff „Capsaicinoide“ zusammengefasst. (Die anderen sind Dihydrocapsaicin, Nordihydrocapsaicin, Homocapsaicin, Homodihydrocapsaicin und Nonivamid [2][3]) Zu den potentesten Substanzen zählen Nonivamid und Capsaicin. Mittlerweile hat sich zur Messung des Schärfegrades eine Maßeinheit durchgesetzt, die wir als Scoville bezeichnen. Vielleicht hatten einige von euch ja bereits auf irgendeiner Party oder Barbecue die Gelegenheit eine dieser lustigen Saucen zu probieren, die sich durch ihren besonders hohen Scoville-Grad auszeichnet. Die Feuer der Hölle könnten nicht heißer im Gesicht brennen, als so manche dieser unscheinbaren Saucen. (Der Scoville-Wert gibt an wie hoch man Capsaicin verdünnen muss, damit die Schärfe nicht mehr spürbar ist [4])

Der Capsaicin-Signalpfad: Von Adrenalin- und Vanilloid-Rezeptoren

Die Hitze die man verspürt, wenn man capsaicin-haltige Lebensmittel konsumiert, resultiert aus der Aktivierung von Adrenalin- und Vanilloid-Rezeptoren (letztere auch TRPV-Rezeptoren genannt; sie tragen die Vanilloidbezeichnung, weil die Aktivierung das erste Mal durch Bestandteile von Vanille nachgewiesen wurden. [4] Rezeptoren sind Stellen an denen passende Substanzen „andocken“ können, um einen biochemischen Prozess zu aktivieren). Der TRPV-1-Rezeptor reagiert auf Hitze (+48 °C). Der Konsum von Capsaicin scheint den Schwellenwert der Aktivierung dieses Rezeptors zu senken, dadurch wird er bereits durch Raumtemperatur aktiviert – es wird heiß! [5][6] Die Auswirkung der Aktivierung sind weitreichend und beinhalten die Verbesserung der Ausdauer, [7] eine Verstärkung der Proteinsynthese [8][9] und die Ausschüttung von Adrenalin. [10][11] (Experimente an Nagetieren).

Chilis, Capsaicin sowie Dosierung und Fettverbrennung

Die fettverbrennende Eigenschaft resultiert dagegen aus der Stimulation der β-Adrenozeptoren. [12] Des Weiteren gibt es einen weiteren Effekt, der zu einem Anstieg des Stoffwechsels beiträgt. [13] Forscher zeigten darüber hinaus, dass die Aktivierung der Vanilloid-Rezeptoren – in Ratte, wie Mensch- zu einer Senkung des Appetits führt. (Dosierung von 6-10g Chili aus Nahrung bzw. 750mg Capsaicin in gesunden männlichen Probanden) [14][15][16] Die Aufnahme von 10g roter Paprika (Chilis) beschleunigt die Stoffwechselrate lt. Angaben der Forscher für 30 Minuten, nachdem die Mahlzeit beendet wurde – dies führten die Wissenschaftler auf die Aktivierung der Beta-Adrenorezeptoren – über Adrenalin - zurück. [13] Shin/Moritiani (2007) zeigten in einem weiteren Experiment, dass die Aufnahme von 150mg Capsaicin rund eine Stunde vor Training mit niedriger Intensität die Fettverbrennung ankurbelt. (Probanden waren gesunde jedoch untrainierte Männer) [17]

Abschließende Worte

Chilis – und das speziell in ihnen enthaltene Capsaicin, besitzen noch eine ganze Reihe weiterer interessanter Eigenschaften, welche genug Input für weitere Artikel liefern, darunter Implikationen zur Performance, Hypertrophie, Schutz vor Verfettung und Schutz vor Entzündungen. Was ihr nach dem Lesen dieses Artikels unbedingt mitnehmen solltet, ist die Tatsache, dass scharfe Speisen bzw. Capsaicinoide in der Lage sind bestimmte Rezeptoren zu aktivieren (Adrenalin-, Vanilloid- und β-Adrenozeptoren). Die Aktivierung führt zu einer gestiegenen Fettverbrennung und einer Erhöhung der Stoffwechselrate. Hier zitierte Experimente arbeiteten mit Mengen von 10g (echte Lebensmittel; Chilis) oder 150mg bzw. 750mg Capsaicin-Extrakt Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob es einen derartigen Extrakt ohne Schwierigkeiten zu kaufen gibt. Wer sich darüber informiert, kann uns ja gerne im Forum einen Besuch abstatten und/oder mir eine PN zukommen lassen. Die Studien zeigen klar und deutlich, dass Capsaicin vorteilhafte Effekte auf die Körperkomposition entfaltet und folglich als natürlicher Fat-Burner bezeichnet werden kann. Zwar sollte man keine Wunder erwarten, doch schaden kann das verstärkte Würzen (speziell mit Chili-Saucen und Chiliflocken) sicher nicht. Tastet euch jedoch langsam heran und spielt nicht den Helden – ihr wisst weshalb. Guten Appetit!

Quellen

[2] Reilly et al. (2001): Determination of capsaicin, dihydrocapsaicin, and nonivamide in self-defense weapons by liquid chromatography-mass spectrometry and liquid chromatography-tandem mass spectrometry. In: Journal of Chromatography. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11330795. [3] Luo XJ, Peng J, Li YJ. (2011): Recent advances in the study on capsaicinoids and capsinoids. In: European Journal of Pharmacology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20946891. [4] Szallasi, A. / Blumberg, PM. (1999): Vanilloid (Capsaicin) receptors and mechanisms. In: Pharmacological Reviews. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10353985. [5] Caterina et al. (1997): The capsaicin receptor: a heat-activated ion channel in the pain pathway. In: Nature. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9349813. [6]Tominaga et al. (1998): The cloned capsaicin receptor integrates multiple pain-producing stimuli. In: Neuron. URL: Neuron [7] Luo et al. (2012): TRPV1 activation improves exercise endurance and energy metabolism through PGC-1α upregulation in mice. In: Cell Research. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22184011. [8] Ito et al. (2013): Activation of calcium signaling through Trpv1 by nNOS and peroxynitrite as a key trigger of skeletal muscle hypertrophy. In: Nature Medicine. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23202294. [9] Ito et al. (2013): Capsaicin mimics mechanical load-induced intracellular signaling events: involvement of TRPV1-mediated calcium signaling in induction of skeletal muscle hypertrophy. In: Channels. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23584166. [10] Watanabe T. / Sakurada, N. / Kobata, K. (2001): Capsaicin-, resiniferatoxin-, and olvanil-induced adrenaline secretions in rats via the vanilloid receptor. In: Bioscience, Biotechnology and Biochemistry. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11791717. [11] Watanabe et al. (1988): Adrenal sympathetic efferent nerve and catecholamine secretion excitation caused by capsaicin in rats. In: The American Journal of Physiology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2898892. [12] Kawada et al. (1986): Capsaicin-induced beta-adrenergic action on energy metabolism in rats: influence of capsaicin on oxygen consumption, the respiratory quotient, and substrate utilization. In: Proceedings of the Society of Experimental Biolology and Medicine. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2876434. [13] Yoshioka et al. (1995): Effects of red-pepper diet on the energy metabolism in men. In: Journal of Nutritional Science and Vitaminology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8926537. [14] Zhang et al. (2007): Activation of transient receptor potential vanilloid type-1 channel prevents adipogenesis and obesity. In: Ciruclation Research. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17347480. [15] Yoshioka et al. (1999): Effects of red pepper on appetite and energy intake. In: The British Journal of Nutrition. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10743483. [16] Yoshioka et al. (2004): Maximum tolerable dose of red pepper decreases fat intake independently of spicy sensation in the mouth. In: The British Journal of Nutrition. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15182402. [17] Shin KO / Moritani T. (2007): Alterations of autonomic nervous activity and energy metabolism by capsaicin ingestion during aerobic exercise in healthy men. In: Journal of Nutritional Science and Vitaminology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17615999.
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