Service-Line +49 322 210 956-22 / Mo.-Fr. 07:00 - 17:00
ab EUR 40 versandkostenfrei für DE

Ist Nutrient Timing „wertlos“ geworden?

Lasst uns eine kleine Zeitreise machen. Wir gehen ein paar Jahre zurück. Damals wurde uns gepredigt, wir sollen alle drei Stunden eine Mahlzeit zuführen und das Auslassen einer Mahlzeit könne unseren Erfolg hindern. Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit und die ersten 45 Minuten nach einer Trainingseinheit sind entscheidend um die Regeneration und den Muskelaufbau einzuleiten. Wer dieses Zeitfenster „verpasst“, hat praktisch umsonst trainiert – so hat man sich zumindest gefühlt, wenn man mal seinen Shake nicht während des Zeitfensters des „Window of Opportunity“ getrunken hat. Kohlenhydrate am Abend? Fatal! Gehen wir nun zurück in die Gegenwart. Wir sind umgeben von intermittent fasting und Personen nehmen zwischen 16-24 Stunden gar keine Nährstoffe zu sich und sehen trotzdem muskulös aus. Mahlzeiten auslassen? Kein Problem! "If it fits your macros" ist scheinbar alles was zählt! Keine Kohlenhydrate am Abend? Nein…GERADE am Abend Kohlenhydrate! Was ist passiert? Wie konnte es zu einem solchen Wandel kommen?

Die Wissenschaft

Betrachtet man einige wissenschaftliche Studien, auf denen die „alten Empfehlungen“ beruhen, dann fällt leider im Nachhinein auf, dass es oftmals Schwächen im Studiendesign gab, die man vielleicht übersehen hat. Viele der Studien waren nicht langfristig ausgelegt, sondern nur kurzfristig und mit Probanden, die möglicherweise gar nicht der Zielgruppe derjenigen entsprach, für die die Studie möglicherweise ausgelegt war. Und viele dieser Studien haben dann als Ergebnis Werte geliefert, die möglicherweise nicht auf harte Fakten übertragen werden können. Als Beispiel: Eine Erhöhung der Proteinsyntheseaktivität unmittelbar nach dem Training ist nicht gleichzusetzen mit einem Netto-Proteinaufbau, sprich, einem Dazugewinn neuer Muskelmasse! Genau das wurde aber oftmals so interpretiert. Ein klarer Fehler in der Interpretation von Ergebnissen. Oftmals wurden auch keine sinnvollen Vergleichsgruppen gebildet. Betrachtet man die Meta-Analyse zum Protein-Timing, welche frisch veröffentlicht wurde, so wird schnell klar, dass das Zeitfenster rund um die Trainingseinheiten zur Nährstoffaufnahme vielleicht in Bezug auf die „harten Fakten“ viel größer ist als angenommen. Oftmals wurde in Studien jedoch nur verglichen „Nährstoffzufuhr unmittelbar nach dem Training“ vs „Keine Nährstoffzufuhr“. Doch bei all dem, was ist nun wirklich richtig?

Nährstoff Timing nutzlos?

Als komplett nutzlos würde ich es nicht bezeichnen. Vielmehr kann gesagt werden, der Sportler kann etwas entspannter mit dem Thema umgehen! Und vielleicht ist das Thema für individuelle Personengruppen auch einfach wichtiger als für andere. Nehmen wir einen typischen Gesundheits- und Fitness-Sportler. Für diese Person und deren Lebenswandel ist das Nährstoff-Timing vielleicht tatsächlich vollkommen bedeutungslos und die Auswahl und Menge der richtigen qualitativ hochwertigen Nahrungsmittel über den Tag verteilt ist viel wichtiger. Nehmen wir auf der anderen Seite des Extrems einen Hochleistungsathleten, bei dem wenige Prozentpunkte in der Leistung über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Hat dieser Sportler bereits alles aus Training und Ernährung herausgekitzelt, kann es vielleicht nun tatsächlich das Nährstoff-Timing sein, welches ihm den letzten kleinen Sprung an die Spitze ermöglicht. Man sieht also, man muss die Dinge etwas differenzierter betrachten. Nicht jeder Mensch ist gleich und nicht jede Zielsetzung und Ausgangssituation ist die Selbe!

Einen anderen Blickwinkel finden

Als Fazit und für die Zukunft sollte jeder Einzelne seinen Blickwinkel ein klein wenig verändern. Schließlich wollen wir nicht die gleichen „Fehler“ noch einmal machen und nur in schwarz und weiß denken. Doch in diesem Zusammenhang stellt sich natürlich noch die Frage, waren es denn wirklich „Fehler“ die begangen wurden? Ist es ein „Fehler“ dem Frühstück das größte Interesse zu schenken? Ein „Fehler“ alle drei Stunden eine Mahlzeit zu konsumieren? Ein „Fehler“ abends auf Kohlenhydrate zu verzichten? Diese Strategien haben eine ganze Menge Hochleistungsathleten und beeindruckende Körper produziert und tun es auch immer noch. Es wäre also fatal, von „Fehler“ zu sprechen. Athleten die an der Leistungsspitze zu Gange sind dürfen dies gerne noch einmal anders bewerten. Denn wenn eine Studie zeigt, dass der Shake unmittelbar nach dem Training vielleicht keinen signifikanten Einfluss auf das Muskelwachstum hat, verglichen mit dem gleichen Shake zwei Stunden nach dem Training, so stellt sich die Frage, macht der Shake unmittelbar nach dem Training den Sportler „schlechter“? Hat er Nachteile? Offensichtlich nicht, laut den Studienergebnissen. Es besteht nun also kein Grund an der bisherigen Praxis etwas zu ändern, nur weil eine Studie besagt, dass eine Umstellung der Praxis keinen weiteren Nutzen bringt…denkt mal drüber nach.
Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Newsletter bestellen und informiert sein!