Service-Line +49 322 210 956-22 / Mo.-Fr. 07:00 - 17:00
ab EUR 40 versandkostenfrei für DE

L-Ornithin Supplementation: Extensives Training & Ammoniakbelastung

Zu den weniger bekannten (nicht-essenziellen) Aminosäuren zählt L-Ornithin, ein Metabolit des besser bekannten und prominenteren Arginins. Bei L-Ornithin handelt es sich um eine sogenannte α-Aminosäure („Nonprotein Aminosäure“), deren Endzweck nicht in der Synthese anderer Proteine liegt. Stattdessen nimmt sie eine entscheidende Schlüsselrolle im Harnstoffzyklus der Zelle ein, bei dem sie sich unter Mitwirkung von Ammonika mit einem Carbomylphosphat verbindet und dann in L-Citrullin wird, das Harnstoff als Nebenprodukt freisetzt. Augenscheinlich scheint dies für den ambitionierten Athleten und Kraftsportler relativ unspektakulär zu sein – und dennoch gelang es dieser Aminosäure in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Forschern zu gelangen, die nach ergogenischen (d.h. leistungssteigernden) Substanzen Ausschau halten. Wieso?

L-Ornithin im Bodybuilding & Kraftsport

Zwar wird L-Ornithin (ähnlich wie Arginin) in Bodybuilderkreisen aufgrund seiner positiven Wirkung auf die Wachstumshormonproduktion beworben, [8][9] doch ist diese Behauptung sind nicht gänzlich unumstritten. So zeigen beispielsweise andere Studien keinen nennenswerten Effekt auf die Wachstumshormonproduktion bei akuter Ergänzung. [7] (Was im Angesicht der Rebound-Theorie und der absoluten GH-Ausschüttung sowieso an Relevanz einbüßt [10]) Viel interessanter dürfte da die Pufferkapazität von L-Ornithin hinsichtlich der Ammoniakproduktion im menschlichen Körper sein – ein Stoffwechselprodukt, welches bei intensiver Trainingsbelastung entsteht. arginineornithinecitrulline

Ammoniakproduktion als Folge intensiver Belastung

Befindet sich die Muskulatur im Ruhezustand, wird Ammoniak aufgenommen. Intensives Training (und hochfrequente elektrische Stimulation) sorgt jedoch für eine ansteigende Ammoniakproduktion innerhalb der Muskulatur (ein Nebeneffekt der Deamination von AMP). Der Knackpunkt ist aber folgender: Je länger das Training andauert, desto höher steigt die Ammoniakkonzentration im Körper. [11][12] Brouns et al (1990) zeigten in ihrer Untersuchung, dass die muskuläre Erschöpfung in direkter Korrelation mit dem Plasma-Ammoniakspiegel steht. [2] Ein ansteigender Ammoniakspiegel im Gehirn ist des Weiteren mit der Wahrnehmung von physischer Erschöpfung verbunden. [13] Als Ammoniakpuffer ist die akute Ergänzung mit L-Ornithin (z.B. als Komplex mit Ketoglutarat) in der Lage, die Ansammlung von Ammoniak abzupuffern und so bei extensivem und länger-andauerndem Training dafür zu sorgen, dass die Intensität und Leistung erhalten werden kann. So zeigten die Forscher in einer Untersuchung, dass die Gabe von 1-2g L-Ornithin über einen Zeitraum von 5 Wochen in der Lage war die Magermasse und Stärke der Probanden in signifikantem Ausmaß positiv zu beeinflussen. [9] In einer weiteren Untersuchung auf Fahrradergometern zeigte die Ergänzung mit 100mg/kg an L-Ornithin Hydrochlorid bei Kurzzeitbelastung zwar keinen nennenswerten Effekt, doch dies änderte sich bei ansteigender Trainingsdauer (bei 2g L-Ornithin für 6 aufeinanderfolgende Tage, sowie einer akuten Gabe von 6g unmittelbar vor dem Training). Die Probanden berichteten von einer geringen Erschöpfung, was die Forscher mit einer effizienterem Energieverbrauch, sowie einer verbesserten Ammoniakausscheidung. [5] Es dürfte klar sein, dass hier weitere Forschung nötig ist, um den Effekt einer höheren L-Ornithinaufnahme im Bezug auf die Trainingsleistung zu isolieren und besser zu verstehen.

L-Ornithin als Supplement

Wer es mit einer Supplementation versuchen möchte, der ist mit Ornithin-HCL (78 % Ornithinanteil) bzw. Ornithin-Aspartat (50 % Ornithinanteil) bzw. Ornithin-Alpha-Ketoglutarat (47 % Ornithinanteil) und einer täglichen Dosierung von 2-6g (HCL) bzw. 3-9g (Aspartat) bzw. 3-10g (Alpha-Ketoglutarat) - aufgeteilt in mehrere kleinere Gaben im Tagesverlauf - am Besten beraten. Wer dagegen mehr als 10g auf einmal konsumiert, kann u.a. mit Magen-Darm-Problemen zu rechnen haben.

L-Ornithin / Arginin in unserer Nahrung

Auch wenn einzelne Aminosäuren heutzutage nicht mehr die Welt kosten, bin ich immer noch ein Verfechter der guten alten Nahrung. Inwiefern eine arginin- bzw. ornithinreiche Ernährung einen spürbaren Effekt auf das Training hat, bleibt dahingestellt – schaden kann es jedenfalls nicht. Auch die Leser, die nicht gleich zu einem Supplement greifen, sollen ihre Vorteile aus dem heutigen Artikel ziehen. Rotes Fleisch (Bacon, Rindfleisch, Schweinefleisch), Huhn (Hähnchenbrust), Fisch (Blaubarsch, Karpfen) Nüsse (Mandeln, Pekanüsse), Hülsenfrüchte (Erdnüsse, Bohnen) und Käseprodukte sind reich an Arginin (dem Prekursor von Ornithin). Einige der Lebensmittel sind gleichzeitig reich an Ornithin, so etwa Fleisch- und Milchprodukte, Fisch und Eier. [14] Der verstärkte Konsum derartiger Nahrungsmittel dürfte ohnehin den Zielen eines Kraftsportlers dienlich sein – jetzt habt ihr noch einen weiteren Grund dafür erhalten!

Quellen

[1] Mutch, BJ. / Banister, EW (1983): Ammonia metabolism in exercise and fatigue: a review. In: Medicine and Science in Sports and Exercise. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6341752. [2] Brouns et al. (1990): Ammonia Accumulation During Highly Intensive Long-Lasting Cycling: Individual Observations. In: The International Journal of Sports Medicine. URL: http://arno.unimaas.nl/show.cgi?fid=1663. [3] Wilkerson, JE. / Batterton, DL. / Horvath, SM. (1975): Ammonia production following maximal exercise: Treadmill vs. bicycle testing. In: European Journal of Applied Physiology and Occupational Physiology. URL: http://link.springer.com/article/10.1007%2FBF00999929. [4] Van Hall, G. (1996): Aminoacids, Ammonia and Exercise in Man. URL: http://arno.unimaas.nl/show.cgi?fid=6691. [5] Sugino et al. (2008): L-ornithine supplementation attenuates physical fatigue in healthy volunteers by modulating lipid and amino acid metabolism. In: Nutrition Research. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19083482. [6] Demura et al. (2010): The effect of L-ornithine hydrochloride ingestion on performance during incremental exhaustive ergometer bicycle exercise and ammonia metabolism during and after exercise. In: European Journal of Clinical Nutrition. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20717126. [7] Fogelholm et al. (1993): Low-dose amino acid supplementation: no effects on serum human growth hormone and insulin in male weightlifters. In: International Journal of Sports Nutrition. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8220394. [8] Zajac et al. (2010): Arginine and ornithine supplementation increases growth hormone and insulin-like growth factor-1 serum levels after heavy-resistance exercise in strength-trained athletes. In: Journal of Strength and Conditioning Research. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20300016. [9] Elam et al. (1989): Effects of arginine and ornithine on strength, lean body mass and urinary hydroxyproline in adult males. In: The Journal of Sports Medicine and Physical Fitness. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2770269. [11] Norman et al. (1987): ATP breakdown products in human skeletal muscle during prolonged exercise to exhaustion. In: Clinical Physiology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3427883. [12] Wagenmakers et al. (1995): Deamination of amino acids as a source for ammonia production in human skeletal muscle during prolonged exercise. In: The Journal of Physiology. URL: http://jp.physoc.org/content/489/Pt_1/251.short. [13] Nybo et al. (2005): Cerebral ammonia uptake and accumulation during prolonged exercise in humans. In: The Journal of Physiology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15611036. [14] NutritionData.: Foods highest in Arginine. URL: http://nutritiondata.self.com/foods-000089000000000000000.html. [15] Nutros.net.: Ornithine. URL: http://www.nutros.net/nsr-0200v.html.
Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Newsletter bestellen und informiert sein!