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Sojabohnen Proteinwertigkeit und Einfluss auf die Hormone

Es gibt unter uns Menschen (auch Sportler) die ein Problem mit tierischen Lebensmitteln haben. Der Begriff Vegetarismus hat unterschiedlichste Ausprägungen und erstreckt sich von denjenigen die lediglich auf Fleisch verzichten bis hin zu Leuten die jeglichen tierischen Produkten abschwören. (Veganismus) Sie alle haben gemeinsam, dass Sie mehr oder weniger stark auf Sojabohnen als alternative Proteinquelle zurückgreifen.

Proteinquelle Sojabohne

Tatsächlich handelt es sich bei Sojabohnen um ein Lebensmittel mit einem moderaten Proteinanteil von etwa 11,9g pro 100g. Die restlichen Kalorien (143 pro 100g) setzen sich zusammen aus knapp 6g Fett und 10,4g Kohlenhydrate pro 100g.

Hohe biologische Wertigkeit – wirklich?

Die biologische Wertigkeit von Soja wird mit 84-86 angegeben was im Vergleich zu anderen pflanzlichen Proteinträgern eigentlich einen guten Wert darstellt. Der PDCAAs von Sojaprotein wird sogar mit dem Wert 1 bewertet, ein hervorragender Wert. ABER Wer Sojabohnen verzehrt nimmt damit auch sog. antinutritive Substanzen auf die entscheidenden Einfluss auf die Proteinverwertbarkeit nehmen und bei Bewertungen wie dem PDCAAs (bei dem es rein um die Ausgewogenheit der Aminosäurebilanz geht) nicht berücksichtigt werden. Zu diesen Substanzen zählen beispielsweise Trypsininhibitoren. Trypsin ist bekannt als eiweißspaltendes Enzym. Nicht ausreichend wärmebehandelte Sojabohnen enthalten signifikante Mengen dieser Inhibitoren und stören so die Proteinverdauung. Lecitine befinden sich ebenfalls im Proteinanteil von Sojabohnen. Sie binden an die Zellmembran und lösen von dort aus biochemische Reaktionen aus die zur Schädigung der Darmlumina führen und so die Nährstoffverdauung vermindern können. Ohne thermische Behandlung von Sojabohnen vor dem Verzehr ist der Einfluss der Lecitine signifikant. Phytinsäure geht mit anderen Elementen (unter anderem Protein) unlösliche Verbindungen ein und verschlechtern so ebenfalls die Eiweißverwertung. 1kg Sojabohnen enthält 10-15g Phytinsäure. Durch Wärmebehandlung kann zumindest ein Teil davon reduziert werden.

FazitSojabohne und Östrogen

Eine oft progagierte Meldung dreht sich um den hohen Gehalt an Phytoöstrogenen in Sojabohnen der das Östrogenaufkommen anheben soll. Phytoöstrogene sind tatsächlich eine Art pflanzliches Hormon. Die vermittelt Wirkung fällt wesentlich geringer aus als diese von „echtem“ Östrogen ausgeht was bedeutet, dass die gesamte Östrogenwirkung bei generell zu hohem Aufkommen sogar antagonisiert werden kann. Sind Östrogenrezeptoren frei (bei normalen oder geringem Aufkommen an Östrogen), können sich östrogenvermittelte Wirkungen tatsächlich verstärken. Als zweiter Faktor muss jedoch berücksichtigt werden, dass es 2 Arten von Östrogenrezeptoren gibt, sog. Alpha- und Beta-Rezeptor. Phytoöstrogene besitzen eine hohe Bindungsaffinität (wie stark es an den Rezeptor bindet) für den Beta-Rezeptor der sich vorwiegend in den Knochen, im Herz-Kreislauf-System und in den Eierstöcken befindet. Für den Alpha-Rezeptor der sich vorwiegend an der Brust und in Eierstöcken befindet fällt die Affinität dagegen schwach aus.

Fazit

Ob und wie Phytoöstrogene aus Sojabohnen die Wirkung von Östrogen verstärken hängt von der Ausgangssituation ab. Veränderungen des Brustgewebes (Gynäkomastie uä) sind mit der Aufnahme von Soja eher unwahrscheinlich.

Sojabohne und Testosteron

Hierzu lässt sich keine eindeutige Aussage treffen. Die Zahl der Studien zu diesem Thema ist immens und ebenso unterschiedlich sind die Ergebnisse. Teilweise ist die Rede von einer Erhöhung bei SHBG (Sexualhormon bindendes Globulin) und somit einer Reduzierung von freiem Testosteron. Gegenstimmen kritisieren besagte Studien und sprechen von einer nicht vorhandenen Signifikanz der Ergebnisse. Andere Arbeiten zeigen keinen Einfluss von Sojabohnen auf das Aufkommen an freiem Testosteron oder SHBG.

FazitResumee

Auch wenn sich viele der verwertungshemmenden Bestandteile in Sojabohnen durch Wärme teilweise deaktivieren lassen ist und bleibt tierisches Protein der zuverlässigste Lieferant von hochwertigem Protein! Einflüsse auf das Östrogenaufkommen werden in meinen Augen bei Soja zu sehr verallgemeinert und etwas überbewertet.  Ein reduziertes Aufkommen an freiem Testosteron ist nicht zweifelsfrei belegt, wer aber auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die Sojabohne als Proteinlieferant eher meiden.

Quellen

http://www.dangerouslyhardcore.com/5550/the-magic-or-lack-thereof-of-soy/ http://www.sojainfo.de/soja_aufbereitung.html http://www.daskochrezept.de/bundeslebensmittelschluessel/naehrwerte/sojabohnen_G750011_12.html
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