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Anatomie eines Muskelkrampfes und was man dagegen tun kann

Egal ob Trainierender oder Nicht-Trainierender, Kraftsportler oder Ausdauerathlet,  Mann oder Frau und auch egal ob alt oder jung, jeder von uns wird im Laufe seines Lebens einmal Bekanntschaft mit einem Muskelkrampf machen. Eine äußerst schmerzhafte Angelegenheit die beim einen vermehrt, beim anderen nur äußerst selten auftritt. Zeit, sich einmal mit der Entstehung eines Muskelkrampfes zu befassen und sich Gedanken darüber zu machen, wie man dieser unschönen Erscheinung vorbeugen kann.

Anatomie des Muskelkrampfes

Bei einem Muskelkrampf kommt es zu einer willkürlichen Kontraktion von Muskelfasern die am jeweiligen Körperteil Schmerzen auslösen. Bei Sportlern gerne betroffen sind Oberschenkel, Waden oder Zehen aber auch andere Körperteile der oberen Extremität. Der häufigste aller Krämpfe ist einer Untersuchung an 2600 Ausdauersportlern zur Folge der Wadenkrampf. Er wird in der Literatur als nicht-pathologische, nervale Fehlfunktion dargestellt, deren Ursache multikausaler Natur sein kann. Fazit Muskelkrämpfe können an unterschiedlichen Stellen auftreten, gefährlich in dem Sinne sind Sie meist aber nicht

Ursachen für Muskelkrämpfe

Theorien zur Ursache gibt es viele. Am bekanntesten ist wohl die These des Elektrolytmangels. Die sog. Ermüdungsthese verdrängt diesen Ansatz aber weitestgehend und stellt eher ermüdete Nervenzellen als Ursache in den Vordergrund. Grundsätzlich sei zwischen Hitzekrämpfen und Ermüdungskrämpfen zu unterscheiden so heißt es wobei wir gleich sehen werden das dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Hitzekrämpfe Der Hitzekrampf entsteht durch einen hohen Verlust an Flüssigkeit und damit verbunden auch an Natrium. Menschen sondern mit dem Schweiß unterschiedlich viel Natrium aus. Die Menge bestimmt sich mitunter über den Leistungsstand aber auch über genetische Prädisposition. Manche Menschen sind einfach „Salz-Schwitzer“. Wenn große Mengen Wasser aufgrund sportlicher Tätigkeit oder Witterung verloren gehen und sich in Zuge dessen Krämpfe ankündigen lautet die Devise die sofortige Zufuhr von Natrium. ACHTUNG Man kann auch zuviel trinken und mit der hohen Menge an Flüssigkeit die Salzkonzentration des Blutes so verdünnen, dass es trotz genug Wasser ebenfalls zu Krämpfen kommen kann. Da auch Magnesium immer wieder als „Krampfhemmer“ dargestellt wird, neigen viele Sportler dazu, Magnesium prophylaktisch in hoher Menge vor einem Training oder Wettkampf bzw. während dessen einzunehmen. Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht zu empfehlen, da Magnesium den Magen strapaziert und so für unangenehme Begleiterscheinungen sorgen kann. Auch Placebo kontrollierte Studien zeigen keine eindeutige Wirksamkeit der Aufnahme von Magnesium in Verbindung mit unmittelbarer Krampfbildung. Letztlich ist bekannt, dass Magnesiummangel wenn überhaupt für Krampfbildungen in Ruhe verantwortlich gemacht werden kann. Auf eine ausreichende Versorgung mit Magnesium ist daher schon im Vorfeld im Rahmen der normalen Ernährung zu sorgen. Bei einem bestehenden Eisenmangel kommt es zu Einschränkungen der L-Carnitin-Synthese und auch hier kann die Ursache für die Krampfbildung liegen. In diesen Fällen empfiehlt sich die Gabe von täglich 2g Carnitin und sogar 5g an Wettkampftagen. Fazit Hitzekrämpfe haben meist mit einem Mangel an Natrium zu tun. Derartige Situationen gilt es bereits prophylaktisch oder dann eben akut zu bekämpfen Ermüdungskrämpfe Gegner der Hitze- und Elektrolymangel-Theorie führen Untersuchungen mit Ausdauersportlern an, bei denen es in Sachen Krampfentstehung keinen Unterschied machte, welcher Elektrolytstatus gegeben war oder wie es um den Hydrationsstatus bestellt war. Sie stellen die Ermüdungstheorie auf, bei der sich die Nervenaktivität unter Ermüdung verändert. Muskelspindeln und sog. Golgi-Sehnenorgane sind die beiden Sensoren die unsere Muskelaktivität steuern. Letztere senden Überspannungssignale damit es nicht zu Verletzungen aufgrund Überspannung eines Muskels kommen kann. Bei einem ermüdeten Muskel funktioniert diese Sensorik nicht mehr, Überspannung tritt ein, das Resultat ist letztlich dann ein Muskelkrampf. Besonders anfällig hierfür sind Muskeln die zwei Gelenke überspannen, wie beispielsweise die Wadenmuskulatur.  Derartige Krämpfe lassen sich mechanisch lösen, indem die betroffenen Muskeln gedehnt werden. Die Dehnung sorgt für neue Entspannungssignale. Das Dehnen muss aber langsam erfolgen, da die Muskelspindel bei ruckartigem Dehnen sonst wieder reflexartig eine Anspannung des Muskels initiiert. Der Ermüdungskrampf lässt sich am besten vermeiden, indem eine gezielte Trainingssteuerung Überlastungen vermeidet. Außergewöhnlich lange und unbekannte Belastungen erhöhen das Krampfrisiko, diese Tatsache muss ebenfalls berücksichtigt werden. Fazit Ermüdungskrämpfe stammen aus Missständen der Muskelsensorik die sich mit fortschreitender Ermüdung eines Muskels ergeben Sonstige mögliche Ursachen für Muskelkrämpfe Auch Kohlenhydratmangel, Koffein oder die Aufnahme von Kuhmilchprodukten stehen in der Wissenschaft unter Verdacht, für Muskelkrämpfe zu sorgen. Hier mangelt es jedoch an weiterführender Literatur um näher darauf einzugehen. Bei Krampfbildung nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel wie beispielsweise Käse kann auch eine Histamin-Intoleranz vorliegen. Gerade nachts kann es durch die Einnahme von Medikamenten wie Beta-2-Antagonisten, oder Diuretika zu Krämpfen kommen. Letztlich können auch sämtliche, die Blutzirkulation beeinflussende Faktoren Auslöser für Krämpfe sein. Fazit Die Liste der möglichen Ursachen für scheint schier unendlich, weshalb es schwierig ist ein allgemein gültiges Heilmittel zu benennen

Resümee

So einfach wie gedacht ist es nicht. Jemandem bei verstärkter Krampfbildung einfach die Einnahme von Magnesium empfehlen (wie ich selbst schon so oft miterlebt habe) wird den möglichen Ursachen eines Muskelkrampfes nicht gerecht. Mit einer grundsätzlich ausreichenden Elektrolytversorgung und einer angemessenen Flüssigkeitsmenge sowie einem vernünftigen Trainingsplan lassen sich jedoch viele der möglichen Ursachen eines Krampfes bekämpfen und schon im Vorfeld eindämmen.
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