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Was ist eigentlich Muskelkater?

Eine Erscheinung von der niemand im Laufe seines Lebens verschont bleibt – der Muskelkater! Jeder kennt dieses Ziehen das oft auftritt, wenn wir uns ungewohnt oder besonders schwer aktiv betätigt haben. Wir sind weniger leistungsfähig, betroffene Muskeln sind verhärtet und verspannt und neben eines eintretenden Bewegungsschmerzes reicht in schlimmen Fällen schon die Berührung des betroffenen Muskels aus, um Schmerzen zu verursachen. Frägt man 10 Sportler nach deren Interpretation von Muskelkater erhält man sicher mindestens verschiedene Meinungen. Für die einen ist Muskelkater ein No-Go und ein Zeichen für ein zu übertriebenes Training, andere sehen den Muskelkater als Indikator für ein Training mit ausreichend Intensität für Adaptionen an. Der Grund für derartige Unstimmigkeiten ist der, dass bei weitem nicht jeder weiß, was Muskelkater eigentlich ist und was bei einem Muskelkater im Muskel eigentlich geschieht. Lasst uns daher heute im ersten Schritt mit der Beantwortung dieser Frage beginnen, bevor ich in einem weiteren Artikel die Frage aufklären werde, ob es sinnvoll ist bis zum Muskelkater zu trainieren.

Die veraltete These zur Definition von Muskelkater

Stark veraltet und dennoch hört und liest man Sie noch! Die These lautet Muskelkater entstünde aus einer Ansammlung von Milchsäure (Laktat) im Muskel, auch genannt Laktatakkumulation. Die „Säure“ lässt den Muskel brennen und sorgt in Nachhinein auch für die anderen Erscheinungen die in Verbindung mit einem Muskelkater auftreten, so heißt es. ALLES FALSCH Wer Euch heute noch diese Erklärung zur Entstehung von Muskelkater zum Besten gibt, lebt mit dem Kenntnisstand der 1980-er. Fest steht, dass es durch körperliche Aktivität tatsächlich zur Akkumulation von Milchsäure in den Muskeln kommt, vor allem bei der sog. laktaziden Energiebereitstellung.  Im Muskel vermehrt angesammeltes Laktat ist verantwortlich für Leistungseinbußen im Laufe der Belastung und kann sogar zum Leistungsabbruch führen. Innerhalb der ersten Stunden nach dem Training gehört es zu den ersten regenerativen Maßnahmen unseres Köreprs, angefallenes Laktat über das Blut wieder abzutransportieren. Im Klartext würde das also bedeuten, dass Muskelkater wenn er durch ein Laktatüberaufkommen entstünde, innerhalb weniger Stunden wieder vorbei sein müsste. Da sich der Eintritt von richtigem Muskelkater oft sogar bis 48 Stunden nach der Belastung Zeit lässt, kann Laktat nicht der Auslöser für Muskelkater sein Fazit Muskelkater entsteht nicht durch eine Akkumulation von Laktat im Muskel

Die gültige Definition von Muskelkater

Muskelkater tritt auf, wenn es zu einer Überbeanspruchung kommt die eine Schädigung muskulärer Strukturen hervorruft. Aus der Schädigung resultiert eine Beeinträchtigung der kontraktillen Funktion der betroffenen Muskelfasern. Innerhalb der Muskelfaser zerreißen sog. Z-Streifen eines Sarkomers. Sie fungieren als Verbindungsstelle einerseits, andererseits trennen Sie aber auch die einzelnen Sarkromere voneinander ab. Bei Sarkomeren handelt es sich im Übrigen um die funktionellen Einheiten einer Muskelfaser. Auf eine Schädigung der besagten Strukturen reagiert unser Körper mit einer entzündlichen Reaktion innerhalb der Muskelzelle die mit einer Schwellung verbunden einhergeht. Schmerzen haben wir, da besagte Schwellung auf die feinen Nervenfasern des umliegenden Bindegewebes drückt und diese damit reizt. Auch von den Entzündungsmediatoren geht eine Schmerz vermittelnde Wirkung aus. Wie schnell und wie stark wir Muskelkater bekommen hängt von der Bewegung ab. Betont exzentrische Bewegungen verursachen wesentlich schneller Muskelkater als dieser von betont konzentrischen Bewegungen zu erwarten ist. Auch die Art des angesprochenen Muskelfasertyps ist ein Kriterium für die Entstehung von Muskelkater. Involvieren wir mehr ST-Fasern (Ausdauerfasern)  in unsere sportliche Aktivität tritt Muskelkater weniger schnell auf, als wenn wir mehr FT-Fasern (Kraftsport) in die Bewegungen mit einbeziehen. Der Grund hierfür liegt in der Beschaffenheit der Muskelfasern. Die hauptsächlich im Kraftsport involvierten FT-Fasern verfügen schlichtweg über weniger stark belastbare Z-Streifen als ST-Fasern die wir hauptsächlich beim Ausdauersport ansprechen. Fazit Muskelkater ist eine Reaktion des Körpers auf eine Schädigung kontraktiller Einheiten in unserem Muskel. Entzündungen und Schwellungen sorgen für die typische Schmerzsymptomatik und machen uns in der betroffen Region unbeweglicher

Resümee

Längst veraltet und dennoch behaupten einige vermeintliche Kenner der Szene immer noch, dass ein Muskelkater aus einer Ansammlung von Milchsäure entsteht. Mit dem heutigen Artikel sind wir den ersten Weg in die richtige Richtung gegangen und haben geklärt, dass es sich in Wahrheit bei einem Muskelkater um die Auswirkung auf eine belastungsinduzierte Schädigung funktioneller Einheiten im Muskel handelt die zu einer Entzündung und Schwellung im betroffenen Bereich führt. Ob es sinnvoll ist eine derartige Beschädigung im Muskel herbeizuführen werde ich Euch in meinem nächsten Artikel berichten.
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