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Gibt es so etwas wie ein Muskelgedächtnis (Muscle Memory) ?

„Wenn man einmal einen gewissen Leistungsstatus erreicht hat, kommt dieser auch nach längeren Trainingspausen schneller wieder zurück“  --  so besagt es der Mythos zum Thema Muscle-Mind, auch genannt Muskelgedächtnis. Athletinnen und Athleten verletzen sich oder sind anderweitig krank, bekommen Kinder oder müssen aus beruflichen Gründen mit dem Sport pausieren. Nach dieser längeren Auszeit können Sie in beinahe unmenschlicher Zeit den Stand vor der Auszeit wieder herstellen. Man hört und liest immer wieder von derartigen Phänomenen jedoch gibt es nur ganz wenige wissenschaftliche Beweise die eine derartige Erscheinung unterstützen.   Wie ist es nun? Gibt es ein Muskelgedächtnis oder nicht?

Das Gehirn

An jeder Bewegung ist neben dem Muskelapparat natürlich auch das Gehirn beteiligt. Muskeln und Schaltzentrale sind dazu zu sog. funktionellen Einheiten verbunden und interagieren miteinander. Je routinierter diese Kommunikation stattfindet, desto leistungsfähiger ist die Einheit als solche und desto besser können Kraftleistungen erbracht werden. Derartige Anpassungen und weitere Verschaltungen im Gehirn passend zu einer jeden Bewegung werden im Gehirn im Rahmen der sog. Synaptogenese als Erfahrung abgespeichert. Wie auch Fahrrad fahren, verlernt man diese Art der Anforderung nicht mehr wenn Sie einmal als solche im Speicher abgelegt  wurde und kann darauf auch nach etlichen Monaten oder gar Jahren wieder zurückgreifen. Beispielhaft muss man das Laufen nicht erst wieder von vornherein lernen, man muss es nur für kurze Zeit wieder „üben“ bis man wieder auf die alte Erfahrung zurückgreifen kann. Dieser „Übungsaufwand“ kann kleiner ausfallen als man denkt. Theoretisch können schon nach 2 Wochen Trainings besagte motorische Einheiten wieder auf dem gleichen Level arbeiten wie damals vor der längeren Trainingspause. Fazit Im Gehirn speichern wir Motorik, Technik, Bewegungsabläufe und neuronale Anforderungen dauerhaft ab und können auch nach längerer Trainingspause schnell wieder darauf zurückgreifen

Praktische  Erfahrungen

Was sich im Gehirn als Erfahrung interner Prozesse manifestiert und nach langer Pause schnell wieder abgerufen kann, lässt sich natürlich auch auf praktische Erfahrungen übertragen. Jeder von uns der schon einige Jahre trainiert weiß, wie schwer man es anfangs hat „seinen Weg „ zu finden. Anfangs geht es nicht um ausgefeilte Trainingspläne oder stetig steigende Trainingsgewichte. Es geht erst einmal darum, sich überhaupt in einem Kraftraum zu Recht zu finden und sich mit den Geräten und Einrichtungen vertraut zu machen. Es geht darum verschiedene Wege kenne zu lernen einen Muskel zu trainieren, diese Wege dann zu bewerten und für sich in ein wirkungsvolles Schema einzubauen. Es bedarf mehrerer Wochen manchmal Monate bis man von sich behaupten kann, sich einigermaßen „auszukennen“ und zu wissen was man tut. Derjenige der nach längerer Pause wieder ins Krafttraining einsteigt wird diese Phase komplett überspringen, da auch Sie bereits zu dem Erfahrungsschatz gehört der schon einmal erarbeitet wurde und auf den wieder zurück gegriffen werden kann. Auch wenn sich Fitness-Clubs in Sachen Geräte und Einrichtungen ständig wandeln bleibt eine Hantel immer eine Hantel. Fazit Der Wieder-Trainierende spart sich anfängliche Phasen des „Einlebens“ in die Welt des Krafttrainings und kann so schneller wieder seinen Ausgangslevel erreichen

Der Muskel

Im Zuge muskulärer Belastung spielen immer die intermuskuläre und intramuskuläre Koordination eine Rolle, also die Interaktion verschiedener Muskeln miteinander, sog. Agonisten, aber auch das Wechselspiel der verschiedenen Einrichtungen innerhalb eines Muskels beginnend bei der Faser weiter bis zu aktiven Komponenten wie Aktinfilamenten und Myosinfilamenten. Auch hier kann man von einmal erarbeiteten Verknüpfungen selbst nach langer Pause wieder schneller profitieren. Interessant ist auch die Theorie der Sattelitenzellen. Studien deuten darauf hin, dass ein durch Krafttraining erarbeiteter Anstieg der Sattelitenzellen im Muskel auch dann noch weiter besteht, wenn wir für einige Zeit kein Krafttraining mehr ausführen. Sattelitenzellen sind für die Synthese der oben genannten aktiven Elemente wie Aktin und Myosin verantwortlich und bewirken mitunter die Regeneration nach trainingsbedingter Beschädigung eines Muskels. Fazit Auch nach längerer Trainingsabstinenz beginnt man auf Seite der Muskelanlage nicht mehr bei 0 und profitiert nachweislich von alten Zeiten

Resümee

Das  sog. Muskelgedächtnis ist kein Mythos. In der Tat sorgen wir durch Krafttraining für einige dauerhafte Anpassungen in unserem Körper die einmal angelegt immer wieder abgerufen werden können. Sie sind es, die es Wieder-Einsteigern erlaubt, innerhalb kurzer Zeit wieder enorme Fortschritte zu generieren.  
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