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Back to Roots: Wenn das Training zu kompliziert wird

Für jeden von uns kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man sich fragt: Was mache ich hier eigentlich?! Erinnerst du dich noch daran, als du angefangen hast zu trainieren? Vielleicht warst du noch ziemlich planlos und auf die Ratschläge des Trainers angewiesen, bei dem sich hinterher herausgestellt hat, dass er nur wenig Ahnung von der Materie hatte. (Zwar würden es die meisten Studiomitarbeiter nicht zugeben, aber die „One-Size-Fits-All“-Strategie ist noch immer die bequemste Art und Weise um enthusiastische Anfänger zu versorgen.) Du hast dennoch lange Zeit nach den Plänen trainiert, die man dir gegeben hat. Und wenn du dich zu der Zeit nicht ganz so unfähig angestellt hast, regelmäßig im Gym warst und auch fleißig gegessen hast, dann dürften sich die ersten Erfolge schon nach wenigen Wochen eingestellt haben. Sicher, vermutlich ging es deiner Meinung nach noch immer zu langsam, aber das liegt in der Natur der Sache. Das realisiert man aber erst, wenn man selbst am Eisen trainiert und um jedes Gramm Muskelmasse kämpft. Erst da merkt man so richtig, wie viel Arbeit in so einem Körper steckt.

Höher, schneller, weiter, stärker

Natürlich war deine Entwicklung zu dem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen – im Gegenteil: Das war erst der Anfang. Die Eigenart des Menschen ist nun einmal, dass er sich niemals mit dem, was er bereits hat, zufrieden gibt. Das ist die Triebfeder unserer Zivilisation, der Motor der Kultur und Zündstoff der Gesellschaft. Pures Dynamit. Ohne diesen unermüdlichen Fortschrittsglauben und Optimerungswillen gäbe es auch keine Weiterentwicklung. Wir hätten keine Autos, keine Computer, kein Internet und würden vermutlich auch keine Waschbrettbäuche und dicke Arme haben. Wir würden uns in der Mittelmässigkeit verlieren, auf einem Plateau verharren, stagnieren. Bodybuilder-Ikonen wie Arnold Schwarzenegger oder Kai Greene haben gezeigt, wozu der schiere Wille und die Bereitschaft hart zu trainieren, in der Lage sind, wenn es darum geht einen gemeißelten Körper zu erschaffen, der dem eines griechischen Gottes in Nichts nahe steht. (Vielleicht nichts ganz clean erreicht, aber dahinter steckt immer noch sehr viel Arbeit, die man nicht leugnen kann. Nicht jeder schafft es auf ein derartiges Niveau) Nicht jeder hat das Ziel der neue Mr.Olympia zu werden, aber jeder möchte gewiss das Beste aus sich herausholen.

Wissen ist Macht

Du hast zwar im Verlauf deiner Trainingskarriere ansehnliche Verbesserungen erfahren, aber du bist noch nicht zufrieden. In den meisten Fällen beginnt man damit sich in Foren anzumelden, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Zeitschriften und Artikel zu lesen – oder anders ausgedrückt: Seinen Horizont zu erweitern und dazuzulernen. Daran ist auch nichts Falsches per se, denn auf diese Art und Weise lassen sich sehr viele Anfängerfehler identifizieren, welche deine persönliche Entwicklung vielleicht ausgebremst haben. Der Wissenszuwachs innerhalb der ersten Jahre, nachdem man seine Leidenschaft für den Sport entdeckt hat, ist mitunter der Gewaltigste. Du lernst neue Übungen kennen, erfährst mehr über Trainingsprinzipien, Regeneration und Ernährung. Das alles kann dir bei der eigenen körperlichen Entwicklung gute Dienste leisten, sofern du dir bewusst bist, dass man das Rad beim Muskelaufbau nicht neu erfinden kann. Natürlich lernen wir jeden Tag dank Forschung und Wissenschaft neue Facetten im Breitensport (und der richtigen Ernährung) kennen, aber das ändert nichts an den fundamentalen Grundregeln des Sports. (Einige davon habe ich bereits in meinem Lean´n´Mean Guide umrissen) Was will ich damit jetzt sage? Ganz einfach: Es ist bekannt, dass das Training mit schweren Grundübungen für einen Großteil der Massezuwächse verantwortlich ist. Es ist bekannt, dass Protein die wichtigste Bausubstanz ist, wenn es darum geht Muskulatur aufzubauen und jeder Kraftsportler weiß, dass er genug davon aufnehmen muss. Wir wissen auch, dass Kohlenhydrate als Insulinmediator hart anabol wirken und ordentlich Power und Drive im Training bescheren. Es ist auch bekannt, dass Fette einen wichtigen Stellenwert in der Hormonsynthese und Zellgesundheit einnehmen – folglich lebensnotwendig sind. Egal wie viel Geld wir in Forschung und Entwicklung stecken: An diesen Prinzipien wird sich auch in den kommenden 50 Jahren (100…1000) nichts ändern. Das alles ist bereits ein alter Hut und den meisten Kraftsportlern und Bodybuildern bestens bekannt (sonst gäbe es nicht so viele Kanten im Web).

Paralyse durch Analyse

Das Internet ist aber ein besonderer Raum in dem diejenigen, die für den Sport brennen an einigen wenigen Orten zusammenkommen. Aus diesem Grund entsteht relativ schnell das Gefühl, dass jeder auf der Welt trainieren würde. Schaut man aber ins lokale Gym hinein, stellt sich relativ schnell die Ernüchterung ein. In der realen Welt drückt nun einmal nicht jeder über 100 kg, nicht jeder kann das doppelte seines eigenen Körpergewichts deadliften und nur die Wenigsten wissen, was eine Kniebeuge ist. Die meisten Leute sind so sehr damit beschäftigt, nach Abkürzungen im Muskelaufbau zu suchen, dass sie darüber hinaus das Training vergessen. Und wenn sie trainieren, dann verlieren sie sich in Fummelarbeit und Nichtigkeiten, Isolationsübungen, abnormalen Satz-Wiederholungs-Schemata und High-Tech-Kung-Fu-Systemen, deren Namen man nicht vernünftig aussprechen kann, ohne über seine eigene Zunge zu stolpern. Auch du gehörst vermutlich zu diesem Klientel, dass im Optimierungswahn das großes Gesamtbild aus dem Auge verloren haben. Du liest jeden Artikel, studierst jedes neue Trainingskonzept und bist voll im Trend, was die Ernährung betrifft. Du machst dir wegen jedem Kram Gedanken, wiegst jede Kalorie im heimischen Labor ab und hast mehr Supplemente im Schrank, als mein Apotheker in seinem Lager. Eigentlich müsstest du längst wie der Terminator aussehen, aber du tust es nicht. Warum? Die Möglichkeit besteht, dass du dich zu sehr in Details verzettelt hast und die Basics missachtest. Du trainierst nicht intensiv genug oder ignorierst die Signale deines Körpers. Das Ding ist: Im Bodybuilding gibt es einfach keine Abkürzung. Systeme sind wie Schall und Rauch. Die meisten erweisen sich als Eintagsfliegen und ist der Hype erst einmal vorbei, hält sich nur ein geringer Kern im Äther. All diese Systeme fußen auf denselben Trainingsprinzipien, nämlich hartem regelmäßigem Training und eine ausreichenden, bedarfsgerechten Ernährung.

Takeaway

Wenn du zu der einsamen Spitze gehörst und zu den Pro’s gehörst, dann kannst du gerne mit abgefahrenen Konzepten experimentieren. Die Chancen stehen aber groß, dass du mittlerweile herausgefunden hast, was für dich funktioniert. Nur die wenigsten sind dann noch bereit zu wechseln. Gehörst du jedoch zu der Fraktion, die erst seit wenigen Jahren trainieren, dann solltest du dich auf die Dinge verlassen, die sich seit Jahrzehnten bewährt haben. Vor allem solltest du aber nicht die Trainingspläne so oft wechseln, wie deine Unterhosen, wenn du langfristig erfolgreich sein willst. Versuch nicht, das Rad neu zu erfinden, denn das erweist sich mit höchster Wahrscheinlichkeit als pure Zeitverschwendung. Zeit, die man hätte sinnvoller Nutzen können. Und wenn du mal wieder in einer Sackgasse steckst und es nicht vorwärts zu gehen scheint, dann überlege dir, ob du dich nicht doch in irgendetwas verrannt hast. Kehre im Zweifelsfall zu deinen Wurzeln zurück, beachte die Basics, iss gut und trainiere schwer. Alles weitere besorgt Gevatter Zeit.
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