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Womit wachsen Muskeln wirklich?

In der Welt des Fitness- und Bodybuildings kursieren etliche Mythen dazu, wie es nach einem intensiven Training nun tatsächlich zu richtigem Muskelwachstum kommt. Hauptverdächtige in diesem Spiel sind anabole Hormone wie Testosteron oder auch Wachstumshormon die wir mit Krafttraining beeinflussen. Unter deren Einfluss soll es nach dem Training bereits zu einem wahren Wachstumsschub kommen, weshalb wir mit spezifischen Trainingsvarianten und Trainingsmethoden versuchen genau diese anabolen Hormone zu maximieren, während wir im Gegenzug bestrebt sind, das Aufkommen kataboler Hormone wie Cortisol zu minimieren. Was in der Theorie logisch erscheint, entpuppt sich in der Praxis leider mehr und mehr als Irrglaube. Der heutige Artikel benennt aber einen neuen potenziellen Auslöser von ECHTEM Muskelwachstum.

Associations of exercise-induced hormone profiles and gains in strength and hypertrophy in a large cohort after weight training

So lautet der Titel einer Studie aus 2011 die sich mit dem konkreten Einfluss trainingsinduzierter Hormonveränderungen auf das Muskelwachstum (genauer gesagt das Dickenwachstum – Hypertrophie) befasst. 56 junge Freizeitsportler erklärten sich bereit, ein 12-wöchiges Ganzkörperwiderstandstraining mit je 5 wöchentlichen Trainingseinheiten abzuleisten und erhielten nach den Workouts entweder Milch, ein Sojagetränk oder ein reines Kohlenhydratgetränk. Ab Woche sieben wurden unmittelbar nach dem Training sowie 30, 60, 90 und 120 Minuten danach Blutproben entnommen, es wurden Veränderungen der LBM (Lean Body Mass) sowie 1RM (Maximalkraft) überprüft und Muskelbiopsien durchgeführt die einen Rückschluss auf die Faserquerschnittsfläche (hier des äußeren breiten Oberschenkelmuskels „vastus lateralis) und die Faserverteilung zu lassen. Aus den Blutproben ließen sich Veränderungen bei anabolen und katabolen Signalgebern wie freiem Testosteron, IGF-1, Wachstumshormon und Cortisol ableiten. Unterschiedliche Nährstoffgaben wurden verabreicht, um die Variable der Post-Workout-Nutrition mit einzubeziehen um so die Ergebnisse rein aufgrund hormoneller Veränderungen sichtbar zu machen. Im Ergebnis traten nach dem Training wohl erhöhte Werte bei Wachstumshormon, Testosteron, IGF-1 und auch Cortisol auf, es konnte aber keinerlei Zusammenhang zwischen Hormonkonstellationen und der Maximalkraftentwicklung der Probanden festgestellt werden. Veränderungen bei IGF-1, Wachstumshormon und Testosteron hatten anders als Cortisol keinen Einfluss auf die LBM, zumindest Wachstumshormon und Cortisol korrelierten aber mit dem Aufkommen an Typ II Fasern. Fazit Insgesamt stellt die Studie einen nur schwach ausgeprägten Einfluss von Wachstumshormon und Cortisol auf die Faserverteilung und im Falle Cortisol auf das Aufkommen an fettfreier Masse, nicht aber auf Kraftwerte dar. Ein erhöhtes Aufkommen an IGF-1 und freiem Testosteron zeigte keinerlei Vorteil

Laktat als neuer Wachstumsförderer?

Insgesamt also eher schütternde Nachrichten aus besagter Studie. Das Problem mit Untersuchungen die einen positiven Einfluss trainingsbedinger Hormonveränderungen aufzeigt ist der, dass diese sich nicht direkt mit einem Zuwachs an fettfreier Masse oder wie hier sogar Veränderungen der Muskelfaserverteilung befasst haben, sondern lediglich mit der Proteinsynthese. Das zwischen vermehrter Proteinsynthese und echtem Muskelwachstum nochmals ein Unterschied besteht ist hiermit denke ich klar dargestellt. Schon 2006 haben die Forscher Crewther und Kollegen dem (wie wir es nennen) Stoffwechselendprodukt Laktat (Milchsäure) eine mögliche Sonderstellung in Sachen Stimulation von Kraft und Anpassungserscheinungen unseres Muskelapparates eingeräumt. Laktat entsteht im Rahmen des anerob-laktaziden Stoffwechsels im Muskel bei intensiver Belastung und beeinträchtigt so mitunter das Aufkommen an Hormonen wie Wachstumshormon, Adrenalin oder Noradrenalin. Je mehr Laktat desto mehr Wachstumshormon das haben Untersuchungen zweifelsfrei belegt, nun ist es aber durchaus möglich, dass weniger Wachstumshormon sondern vielmehr Laktat selbst als anaboler Signalgeber für Muskelwachstum fungiert. Zweifelsfrei belegt konnte es noch nicht werden, dennoch stellt diese Theorie eine durchaus schlüssige Sache dar die man weiter verfolgen sollte.

Resümee

Wenn nach dem Training ausgeschüttete Hormone selbst kein signifikantes Muskelwachstum auslösen, muss es neben einem vermehrten Aufkommen an freien Radikalen und verursachter Mikrotraumata noch etwas anderes geben, das als Signalgeber fungiert. Hier steht schon seit einiger Zeit Laktat hoch im Kurs, weshalb es eine gute Strategie sein kann, genau diese im Training maximal zu produzieren und für eine sog. Laktatakkumulation (Ansammlung) zu sorgen. Hohe Intensitäten und kurze Satzpausen wären hierfür der Schlüssel.  PROBIERT ES AUS
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