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4 Regeln zum Supplementkauf: Lasst euch nicht verarschen

Ich erinnere mich noch ganz genau an meine Anfänge in diesem schönen Sport: Alles war absolut neu und fühlte sich komisch an. Das Training, die Übungen, die Bewegungen. Trotz des Trainingsplans, den mir der Trainer aus dem örtlichen Studio bereitgestellt hatte, kam ich mir hoffnungslos verloren und unsicher vor. Eisen bewegen kann theoretisch jedoch, doch ich lernte relativ zügig, dass nicht alles, was man im Studio machen konnte, auch sinnvoll und zielführend war. Kraftsport – und vor allem Muskelaufbau – ist jedoch viel mehr, als 3x in der Woche ins Studio zu fahren und sich körperlich zu verausgaben. Wie heißt es doch so schön? Viele fühlen sich berufen, doch nur die wenigsten sind auserwählt, d.h. dass von all den Leuten, die sich im Studio anmelden und die Leibesertüchtigung aufnehmen, nur ein kleiner Bruchteil auch tatsächlich längerfristig am Eisen bleibt. Was von außen so unglaublich einfach aussieht und simpel klingt, erweist sich schnell als knifflig und vertrackt. Abseits des Trainings muss man sich vernünftig ernähren und genügend erholen, um der Herausforderung im Studio gewachsen zu sein. Diesen Aufbauprozess kann man auf vielfältige Weise unterstützen, z.B. mit Supplementen! Als ich damals meine ersten Gehversuche im Kraftraum machte, wollte ich von Nahrungsergänzung nichts wissen. All die vielen Dosen und Tabletten, die hinter dem Tresen des Gyms gelagert und mit großen Werbeplakaten angepriesen wurden, waren mir suspekt; den Begriff „Supplemente“ konnte ich zu der Zeit noch nicht einmal richtig aussprechen. Supple…was?! Zum Glück trainierte ich seinerzeit in einem Studio, in dem der Trainer nicht gleich versucht hat einem die halbe Apotheke zu verkaufen, insofern hatte ich genug Zeit, um mich in der Welt des Bodybuildings zu akklimatisieren und mir meine eigenen Gedanken zum Thema zu machen. Es gibt in der Regel zwei Typen von Anfängern im Studio:
  1. Die unerfahrenen Vorsichtigen, die erst einmal eine gewisse Zeit brauchen, um sich schrittweise an die vielen neuen Reize und Informationen zu gewöhnen.
  2. Die unerfahrenen Ungeduldigen, die auf Gedeih und Verderb innerhalb weniger Wochen zur Kante mutieren wollen und dafür bereit sind beinahe alles zu tun.
Leider sieht es derzeit so aus, als ob sich der Großteil des (jungen, männlichen) Studioklientels aus der zweiten Gruppe rekrutiert. Es ist ein Typus von Mensch, der häufig nicht bereit ist sonderlich viel Zeit, Mühe und Arbeit in sein Ziel zu investieren. Und anstatt hart zu trainieren, gut zu essen und sich ausreichend zu erholen, halten diese Leute permanent Ausschau nach einer Abkürzung, einem Weg, um so vor der Arbeit im Studio zu drücken – einem Schleichweg.

Supplemente: Nahrungsergänzung oder Nahrungsersatz?

Weil es ihnen nicht schnell genug gehen kann, geben sie Unmengen an Geld für Nahrungsergänzungsmittel aus, die ihnen von lokalen Trainern, Bekannten oder Shopbetreibern empfohlen wurden. Einige beziehen ihre Infos aus Bodybuildingmagazinen, etwa der Muscle & Fitness oder FLEX – Zeitschriften, die über und über voller Supplementwerbung sind und uns suggerieren wollen, dass die dort abgebildeten Muskeljünger dank diesem oder jenem Produkt zu dem geworden sind, was sie in dem Moment sind. Anstatt sich zu fragen, was sie beim Training und ihrer Ernährung verbessern können, decken sich diese Leute mit Creatine, Pumpsups, Testo-Boostern und noch viel Schlimmerem ein – und das ohne zu wissen wozu diese Produkte überhaupt notwendig sind oder woraus sie sich zusammensetzen. Klassiker: der übergewichtige Hobbypumper, der sich einen 5kg-Eimer Weight-Gainer zulegt, „um Masse aufzubauen“ und „Fett in Muskeln umzuwandeln.“ Sich richtig über die Produkte informieren? Ain’t nobody got time for that! Ich hatte bereits in meinem Artikel „Nahrungsergänzungsmittel: Eine Prioritätenliste“ eine Bestandaufnahme zur Nahrungsmittelergänzung durchgeführt. Es kommt nicht von ungefähr, dass euch auf der Suche nach sinnvollen Supplementen stets die gleichen Produkte über den Weg laufen: Whey, [2] Fischöl, [4] Vitamin D, Zink [3] und vielleicht noch ein Multivitaminpräparat. BCAAs und Creatin für diejenigen, denen die erwähnte Supplement-Avantgarde noch nicht genug ist. [5][6] Mehr wird in der Regel nicht benötigt. Am Ende sollte jedoch klar sein: Supplemente sind kein Ersatz für richtige Nahrung. Egal ob ihr euch nun mit den „Basics“ eindecken wollt, oder etwas Neues ausprobieren möchtet: Bleibt stets kritisch und beachtet die folgenden Empfehlungen, wenn es euch mal wieder in den Fingern juckt und ihr Geld für Kram ausgeben möchtet, dessen Wirksamkeit und Effizienz fragwürdig bleiben (oder deren Mechanismen ihr nicht versteht). Und hier sind sie – 4 Regeln, die ihr vor dem Kauf beherzigen solltet:

Regel #1 Informiert euch

Am Anfang eines jeden sinnvollen Kaufs – und das gilt nicht nur im Supplementbereich – steht das Einholen von Informationen und die Recherche. Fakt: Wer informiert ist, dem kann man auch nicht ein A für ein U verkaufen. Der Ausspruch „Wissen ist Macht“ (Francis Bacon!) kommt nicht von ungefähr! Vermeidet es um jeden Preis ahnungslos in einen Supplementladen zu stiefeln mit der Absicht etwas zu kaufen, dessen Nutzen sich euch nicht erschließt und von dem ihr nicht den blassesten Schimmer habt. Nicht wenige marschieren in einem solchen Fall mit Produkten aus dem Laden, die für ihre Ziele überhaupt nicht geeignet sind. Dabei ist es heutzutage so wahnsinnig einfach sich die richtigen Informationen in der richtigen Menge ins Haus zu holen – Internet sei Dank. Bestimmte Produkte sind sehr teuer und ihr wollt doch nicht später herausfinden, dass euer Kauf eine Fehlinvestition war, oder?

Regel #2 Glaubt nicht alles, was der Verkäufer euch auftischt

Wie oft höre ich „…aber der Verkäufer meinte, dass ist notwendig“ oder „…der Verkäufer meinte, dass Produkt wäre jeden Cent wert.“ Natürlich wird euch der Betreiber eines Shops sagen, dass das Produkt absolut essenziell und jeden Cent wert ist. Vermutlich könnte das Schlitzohr sogar einen Kühlschrank an einen Eskimo verkaufen. Eure Ausgaben sind sein Lohn. Damit möchte ich jetzt natürlich nicht jedem Supplementverkäufer unterstellen, dass er nur seinen eigenen Profit im Auge hat. (Es gibt auch viele gewissenhaften Ladenbesitzer, die Tacheles reden – sie sind aber leider nicht die Regel) Der Mann hinter dem Tresen kann euch mit Sicherheit gewisse (Geheim)-Tipps geben, doch wenn es darum geht neutrale Informationen über den Nutzen, die Wirksamkeit und das Preis-Leistungsverhältnis eines Supplements einzuholen, dann solltet ihr euch lieber im Internet informieren. Foren, Internetseiten, Facebookgruppen – das alles sind Instanzen, die euch vor dem Kauf gehypter Produkte bewahren können. Nutzt das Wissen der Cloud, bevor ihr den Deal zum Abschluss bringt!

Regel #3 Klingt es zu gut, um wahr zu sein? Dann ist es das auch!

„5 kg Muskelmasse in 21 Tagen!“ „Nehmen Sie JETZT 10 kg in nur einem Monat ab!“ „NEU! NEU! Mehr Testosteron mit unserer neu entwickelten Testo-Formel!“ Kennen wir sie nicht alle? Die vollmundigen Versprechungen der Supplementindustrie, der Traum vom definierten, muskelbepackten Body mit nur 20 Minuten Training pro Woche. Fat-Burner, die uns versprechen, dass die unliebsamen Pfunde wie auf magische Art und Weise in Windeseile verschwinden, ohne dass wir uns groß anstrengen oder etwas verändern müssen. Wenn ihr aus diesem Artikel eines mitnehmen wollt, dann ist es dieses: Wenn es zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist es das vermutlich auch. Je länger ihr in diesem Geschäft seid und je mehr Produkte ihr bereits getestet habt (oder: darauf hereingefallen seid), desto eher wird euch klar, dass die Versprechungen der Hersteller absolut unrealistisch sind. Es gibt keine Supplemente, die euch das schwere Training und die Disziplin bei der Ernährung abnehmen können, egal wie glaubhaft der Hersteller auch versucht euch das weißzumachen. Selbst wenn die Behauptungen durch Studien gestützt sind, muss man sich mehrere Fragen stellen: Wer hat diese Studien durchgeführt? Wer hat sie finanziert? An wem wurden diese Untersuchungen durchgeführt? Ratten? Menschen? Wie hoch war die Dosis? Gab es Nebenwirkungen? Es gibt eine ganze Reihe an Supplementen auf den Markt, die bereits bestens untersucht wurden und – selbst bei Langzeitergänzung – als sicher gelten. Ja es gibt sie, die sinnvollen Supplemente (siehe oben), doch auch sie können keine Wunder vollbringen und vor allem richtige Ernährung nicht ersetzen. Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Seid skeptisch!

Regel #4 Ergänzt zielorientiert

Wie oft liest man, dass ein neuer Trainingsbooster erschienen ist und Profi XY damit trainiert. „Wow! Das Teil muss es echt in sich haben, wenn sogar XY damit trainiert“…und immerhin: Derjenige gibt seinen Namen für das Produkt her und wird vermutlich sogar darauf abgebildet – das muss taugen! Ob da nun DMAA oder Vollkornmehl drin ist, interessiert nicht die Bohne. Und wenn ihr noch an den Weihnachtsmann glaubt, dann legt er euch vielleicht noch eine Probe von dem Zeug unter den Weihnachtsbaum! Was will ich damit sagen? Ganz einfach: Nur weil eine bestimmte Person ein bestimmtes Produkt nutzt, bedeutet dies nicht automatisch im Umkehrschluss, dass es auch für eure Zwecke sinnvoll ist. Vielleicht vertragt ihr die darin enthaltenen Stimulanzien gar nicht? Vielleicht beseitigt das Produkt gar keinen Mangel, war ihr davon genügend über eure Ernährung aufnehmt? Und selbst wenn – glaubt ihr, dass genau DIESES Produkt den Mann im Magazin dorthin gebracht hat, wo er jetzt ist? Seid bitte nicht so naiv: Die Profis schließen Verträge mit den Supplementfirmen und werden dafür bezahlt, dass sie diese Produkte bewerben. Sie bekommen derartige Kontrakte aber nicht, weil sie mit dem Produkt so groß, so muskulös und so stark geworden sind, sondern gerade WEIL sie so groß, so muskulös und so stark sind – ein typischer Verwechslungsfall von Kausalität und Korrelation. Wenn ihr der Ansicht seid, dass ihr einen bestimmten Mangel an Nährstoff Z habt, dann solltet ihr euch darauf testen lassen und – sofern eure Sorge Bestätigung findet – gezielt ergänzen. Nahrungsergänzungsmittel haben das Wörtchen „Ergänzung“ drin, weil sie eure normale Ernährung abrunden sollen – und nicht um sie zu ersetzen.

Abschließende Worte

Jeden Tag kommen neue, vermeintlich bessere und noch revolutionärere Supplemente auf den Markt, die um die Gunst der Athleten buhlen. Viele Hersteller machen sich die Unwissenheit und Naivität ihres Klientels schamlos zu Nutze und versprechen das Blaue vom Himmel. Die Wahrheit: Ein Großteil der Supplemente ist das Geld nicht wert, für die es verkauft wird. Wenn ihr auf der Suche nach sinnvollen Produkten seid, solltet ihr eure Ernährung analysieren und schauen, wo Mangelsituationen und Engpässe auftreten könnten. Ergänzt gezielt und beschränkt euch auf die Basics. Dies spart euch nicht nur einen Haufen Kohle, sondern gleichzeitig eine Menge Nerven, denn nichts ist so ärgerlich, als wenn man im Nachhinein feststellt, dass man eine gut vermarktete Mogelpackung gekauft hat.
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