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Phosphatidylserin (PS): Mehr Hirnleistung, weniger Stress?

Vor einigen Tagen wurde ich auf das Thema Phosphatidylserin im Hinblick auf eine schnellere Regeneration und Dämpfung des katabolen Hormons Kortisol angesprochen. Zu meiner Schande musste ich gestehen, dass mir zu der Substanz nicht besonders viel einfiel: weder hatte ich eigene Testläufe damit durchgeführt, noch konnte ich anekdotische Berichte mir bekannter Athleten in Erinnerung rufen, die bereits erste Erfahrungen mit dem fettlöslichen Aminosäurenderivat sammeln konnten. Und was bedeutet so etwas für einen neugierigen gesundheits- und leistungsorientierten Fitnessenthusiasten wie mich? Korrekt: Schlau machen! Das Destillat dieser Bemühungen gibt es nun im heutigen Artikel.

Phosphatidylserin: Ein Nootropic!

Interessante Substanzen, die heute rege erforscht werden, gibt es viele dort draußen – dass Phospholipid, welches auf den komplexen Nahmen Phosphatidylserin (PS) hört, zählt mit Sicherheit zu denjenigen, die für die Kraftsport- und Fitnessgemeinde (aber auch für Nootropiker) unter all den Exoten am Interessantesten sein dürfte. Die Substanz, die einen essenziellen Baustein in Nervenzellen darstellt, ist vornehmlich an den Zellmembranen aktiv und findet sich in vermehrter Anzahl im menschlichen Gehirn. Die Aufgabe von Phospholipiden besteht darin die Zellstruktur aufrecht zu erhalten und die Nährstoffversorgung der Zelle (durch ihre Durchlässigkeit) sicherzustellen. Berühmtheit erlangte PS durch zahlreiche Testreihen, in denen eine orale Supplementation in älteren Kohorten einen positiven Effekt auf die kognitive Leistungsfähigkeit zeigte. In diesem Zusammenhang ist das Phospholipid in der Lage den altersbedingten mentalen Abbau bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen (z.B. Alzheimer und Demenz) zu stoppen oder gar in Remission zu zwingen. Doch das ist bei weitem nicht alles, wie nachfolgende Untersuchungen zeigten. In jüngeren Personengruppen kann PS die Denkleistung steigern und trainingsinduzierten Stress mildern (und somit zu höherer Trainingsleistung beitragen. [1][2] Die Effekte von PS lassen sich kurz und bündig wie folgt zusammenfassen:
  • - Phosphatidylserin verbessert die Neurotransmittersynthese im Gehirn [3][4][5]
  • - Phosphatidylserin stimuliert die Dopaminsynthese im Gehirn [6]
  • - Phosphatidylserin verhindert den neuronalen Zelltod [7]
  • - Phosphatidylserin verbessert die Gedächtnisleistung [8]

Phosphatidylserin: Ein Stresskiller?

neuronsDie studierten Effekte von PS dürften für viele Gesundheitsfanatiker bereits für ein aufkommendes Interesse sorgen, insbesondere dann, wenn es um Kopfarbeit bis ins hohe Alter geht. Für Athleten und Kraftsportler dagegen dürfte die Auswirkung auf den körpereigenen Kortisolspiegel viel entscheidender sein. Eine der Pionierstudien zeigte einen reduktiven Effekt bei der sportinduzierten Ausschüttung der Stresshormone ACTH und Kortisol, allerdings in Form eine intravenösen Injektion von 50-75 mg PS (welches aus Rindern gewonnen wurde; n=8; Training auf dem Ergometer). [10] Diese Ergebnisse konnten wenig später bei einer Dosierung von 800 mg in einer Placebo-kontrollierten Untersuchung bei 9 gesunden Männern repliziert werden. [11] Aufgrund der gestiegenen Gefahr einer Infektion mit den Erregern der Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CSD), ist man vermehrt dazu übergangen, PS aus Sojalecithin zu extrahieren. So untersuchten Wissenschaftler den Effekt einer oralen Supplementation von 750mg aus Soja gewonnenem Phosphatidylserin bei 14 aktiven Männern für einen Zeitraum von 10 Tagen. Bei einer Intensität von 85 % des VO2max erhöhte die Ergänzung den Zeitpunkt bis zur Erschöpfung in signifikantem Umfang. [9] Die kortisol-senkenden Eigenschaften konnten jedoch bei aus Soja gewonnenem PS bei einer Dosierung von 400mg (Zeitraum: 2 Wochen) bzw. 750mg (Zeitraum 10 Tage) nicht repliziert werden. [9][12][13] Man geht davon aus, dass es einen Unterschied bei den aus Rindern bzw. auf Soja gewonnenen PS-Molekülen gibt, die zu der Diskrepanz führen. Phosphatidylserin, welches auf Rindern gewonnen wird, scheint in der Tat eine kortisol-senkende Wirkung zu entfalten. Das PS aus Soja lässt diesen Effekt jedoch vermissen.

Dosierung von Phosphatidylserin

Das Problem, welches sich aus einer PS-Supplementation ergibt, liegt darin das es relativ schwer werden dürfte einen Lieferanten zu finden der a.) PS aus Rind herstellt und b.) auch über entsprechende Sicherheitsstandards bei der Herstellung des Produkts an den Tag legt (d.h. aus einer Rinderzüchtung, in der die Creutzfeld-Jakob-Krankheit nicht auftritt. Die meisten Hersteller sind aus Sicherheitsgründen zur PS-Produktion aus Sojalecithin übergegangen. Die Wirkung von Soja-PS bleibt indes fragwürdig, was weitere Studien nötig macht. Die typische Dosierung entspricht einer Gabe von 3x 100 mg PS pro Tag (= 300 mg pro Tag), was eine effektive Menge im Kampf gegen kognitive Degeneration darstellt. Studien an Kindern zur Verbesserung der Konzentration zeigen bereits bei 200mg pro Tag, während Erwachsene von 200-400mg zu profitieren scheinen. Die Dosierung bis 600mg (Soja) über einen Zeitraum von 12 Wochen bei älteren Personen scheint derweil keine negativen Effekte hervorzurufen und gilt daher als relativ sicher. [14] Wer dagegen die sichere Schiene gehen will, kann auch auf eine phosphatidylserin-reiche Ernährung (aus tierischem Ursprung) achten. Einziges Manko? Ihr müsst euch schon ein wenig archaischer ernähren. PS kommt in der Regel in Hirn und bestimmten Organen, etwa Herzen, Nieren und Co. vor. [15] Zwar enthalten auch bestimmte Hülsenfrüchte und Bohnen (Soja) PS, doch wie die oben zitierten Studien zeigen, ist PS pflanzlichen Ursprungs in seiner Wirkung relativ fraglich.

Quellen

[1] Klinkhammer, P. / Szelies, B. / Heiss, W.-D. (1990): Effect of Phosphatidylserine on Cerebral Glucose Metabolism in Alzheimer's Disease. In: Dementia and Geriatric Cognitive Disorders. URL: http://www.karger.com/Article/Abstract/107142. [2] Mielke, R. / Szelies, B. / Herholz, K. (1994): Long-Term Effects of Phosphatidylserine, Pyritinol, and Cognitive Training in Alzheimer’s Disease. In: Dementia and Geriatric Cognitive Disorders. URL: http://www.karger.com/Article/Abstract/106702. [3] Vannucchi, MG. / Pepeu, G. (1987): Effect of phosphatidylserine on acetylcholine release and content in cortical slices from aging rats. In: Neurobiology and Aging. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3683721. [4] Pedata et al. (1985): Phosphatidylserine increases acetylcholine release from cortical slices in aged rats. In: Neurobiology and Aging. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/4088427. [5] Vannucchi, MG. / Casamenti, F. / Pepeu, G. (1990): Decrease of acetylcholine release from cortical slices in aged rats: investigations into its reversal by phosphatidylserine. In: The Journal of Neurochemistry. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2384755. [6] Argentiero, V. / Tavolato, B. (1980): Dopamine (DA) and serotonin metabolic levels in the cerebrospinal fluid (CSF) in Alzheimer's presenile dementia under basic conditions and after stimulation with cerebral cortex phospholipids (BC-PL). In: Journal of Neurology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6157799. [7] Suzuki et al. (1999): Oral administration of soybean lecithin transphosphatidylated phosphatidylserine (SB-tPS) reduces ischemic damage in the gerbil hippocampus. In: Japanese Journal of Pharmacology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10591483. [8] Kato-Kataoka et al. (2010): Soybean-Derived Phosphatidylserine Improves Memory Function of Elderly Japanese with Memory Complaints. In: Journal of Clinical Biochemistry and Nutrition. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2966935/. [9] Kingsley et al. (2006): Effects of phosphatidylserine on exercise capacity during cycling in active males. In: Medicine and Science in Sports and Exercise. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16394955. [10] Monteleone et al. (1990): Effects of phosphatidylserine on the neuroendocrine response to physical stress in humans. In: Neuroendocrinology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2170852. [11] Monteleone et al. (1992): Blunting by chronic phosphatidylserine administration of the stress-induced activation of the hypothalamo-pituitary-adrenal axis in healthy men. In: European Journal of Clinical Pharmacology. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1325348. [12] Parker et al. (2011): The effects of IQPLUS Focus on cognitive function, mood and endocrine response before and following acute exercise. In: Journal of the International Society of Sports Nutrition. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22017963. [13] Kingsley et al. (2006): Phosphatidylserine supplementation and recovery following downhill running. In: Medicine and Science in Sports and Exercise. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16960523. [14[ Jorissen et al. (2002): Safety of soy-derived phosphatidylserine in elderly people. In: Nutritional Neuroscience. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12385596. [15] Elsass, P. (2010): Foods That Contain Phosphatidylserine. URL: http://www.livestrong.com/article/289824-foods-that-contain-phosphatidylserine/.
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