Service-Line +49 322 210 956-22 / Mo.-Fr. 07:00 - 17:00
ab EUR 40 versandkostenfrei für DE

Soja oder Whey? Ein weiteres Kapitel?

Ob Soja-Protein oder Whey Protein, das ist ja mittlerweile irgendwo zwischen „Never ending story“ und „Running gag“ anzusiedeln. Es gibt immer wieder Studien, die die beiden Proteine miteinander vergleichen. Auf der einen Seite stehen dabei die Verfechter von „Protein ist Protein“ und auf der anderen Seite die Anhängerschaft des „Qualität vor Quantität“. Man kann das Ganze praktisch mit „IIFYM vs Clean Eating“ vergleichen. Hier herrschen ähnlich verhärtete Fronten. Und auch nun gibt es wieder eine Untersuchung, die sich diesem Thema widmet, mit dem Titel „Soy protein ingestion results in less prolonged p70S6 kinase phosphorylation compared to whey protein after resistance exercise in older men.“. Die Frage ist nun, was ist dran? Der Titel suggeriert, dass die „anabolen Reaktionen“ nach der Zufuhr von Soja deutlich geringer auszufallen scheinen als nach dem Konsum von Whey Protein. Konkret handelt es sich um einen Stoffwechselweg mit Einfluss auf die muskuläre Proteinsynthese. Diese soll nach der Zufuhr von Soja-Protein weniger lang aktiv sein als nach der Zufuhr von Whey Protein. In der Studie wurde zunächst einmal nur der Effekt von 30g Soja-Protein und von 30g Kohlenhydrate untersucht. Dabei wurden die Werte der p70S6 Kinase Phosphorylierung in nüchternen Zustand, sowie 2 und 4 Stunden nach dem Training und der Zufuhr der jeweiligen Nährstoffe mittels Muskelbiopsie untersucht und verglichen.

Die Ergebnisse

Nach dem Konsum des Soja-Proteins kam es zu einem Anstieg der Phosphorylierung nach 3 Stunden, jedoch nicht mehr nach 4 Stunden. Nach dem Konsum der Kohlenhydrate, kam es zu keinem Anstieg der oben beschriebenen Phosphorylierung. Was können wir also demnach als erstes ableiten? Kohlenhydrate nach dem Training zur Steigerung der Proteinsynthese sind nicht notwendig. Wenn überhaupt können diese höchstens einen indirekten Einfluss oder einen Synergismus im Rahmen eines Protein-Kohlenhydrat-Gemisches hervorrufen. Dies wurde allerdings in dieser Untersuchung nicht berücksichtigt.

Der Vergleich

Verglichen wurde diese Gabe von 30g Soja-Protein nun mit dem Effekt von 30g Whey Protein auf die oben genannten Signalwege. Hierbei konnte gezeigt werden, dass Whey die Proteinsynthese über einen längeren Zeitraum aktiv hält, verglichen mit dem Soja-Protein. Die Schlussfolgerung wäre demnach, dass Whey-Protein dem Soja-Protein zur Steigerung der Proteinsynthese überlegen sein muss.

Die Schwächen der Untersuchung

Fraglich wäre nun, wie würde sich das Ganze verhalten, würde man nun die Aminosäuren noch miteinbeziehen? Denn zur Steigerung der Proteinsynthese und zur maximalen Aktivierung sind etwa 15g essentielle Aminosäuren notwendig und rund 3g Leucin. 30g Whey Protein enthält deutlich mehr essentielle Aminosäuren und Leucin, verglichen mit 30g Soja-Protein. Hier wäre also ein Vergleich interessant, würde man die entsprechenden Portionsgrößen auf in etwa gleich hohe Leucin-Werte pro Portion anpassen. Andererseits kommt es ja nach der Zufuhr von Soja-Protein zu einer Steigerung der Proteinsynthesenaktivität und der Unterschied liegt hauptsächlich in der Dauer dieser Aktivität begründet. Um jedoch überhaupt erst eine Steigerung zu erreichen, bedarf es einer ausreichend hohen Aminosäurenzufuhr. Inwiefern sich dies nun auf die Dauer der Proteinsynthesenaktivität auswirkt, ist fraglich. Unterm Strich lässt sich sagen, dass es nach derzeitigem Kenntnisstand einige vermutete Vorteile von Whey Protein gegenüber Soja-Protein gibt, die sich nicht nur auf BroScience beziehen und der Annahme, dass pflanzliche Proteine generell schlecht sind, wie dies häufig im Bereich der Sporternährung der Fall ist. Es wird spannend, wie sich dieses Thema in Zukunft weiter entwickeln wird.
Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Newsletter bestellen und informiert sein!