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Whey-Hydrolysat: Das Nonplusultra?

Unter all den Proteinsorten, die – zum richtigen Zeitpunkt genossen – natürlich auch ihre Daseinsberechtigung haben, gibt es eine spezielle Art, die man mit Fug und Recht als König bezeichnen könnte: das Wheyprotein in konzentrierter Form. Der aus Milchprotein gewonnene Eiweißkomplex ist reich an essenziellen Aminosäuren, verfügt über ein gutes BCAA-Profil und wird von dem Körper innerhalb kürzester Zeit resorbiert – eine Eigenschaft, die man schwer mit Substituten nachahmen kann. Seit einiger Zeit drängen aber andere Proteinsorten auf den Markt, von denen das Gängigste noch das Whey-Isolat sein dürfte. Und sofern man davon ausgeht, dass das Isolat nun den Großkönig mimt, so müsste der neue Exot am Whey Himmel – das Whey-Hydrolysat – der Kaiser sein…oder? Ist die hydrolysierte Form des Wheyproteins wirklich der unangefochtene Herrscher aller Wheyproteine? Whey-Hydrolysat: Was genau steckt dahinter? Bei dem Hydrolysat handelt es sich um ein mit Enzymen und Säuren vorbehandeltes Eiweißprodukt. Durch die Vorbehandlung werden die einzelnen Partikel (im Vergleich zum Konzentrat & Isolat) noch weiter verkleinert. Die Peptidketten werden quasi in kleinere Teile, nämlich Peptide und freie Aminosäuren gehackt, wodurch sie der menschliche Körper noch schneller aufnehmen kann. Doch Vorteile werden mit Hilfe von Nachteilen erkauft: Hydrolysate ist vergleichsweise teuer schmecken aufgrund der freien Aminosäuren relativ bitter [1] – ein Geschmack, den jeder der bereits zu BCAAs oder purem Leucin gegriffen hat, bereits kennen sollte.

Hydrolysat & Verträglichkeit

Während Whey-Isolate reiner sind als Whey-Konzentrate, so sind Whey-Hydrolysate noch reiner. In simplen Worten formuliert, bedeutet das nichts anderes, als dass der Hydrolysationsprozess das allergene Potential des Proteins minimiert. Die Filtrierung von Fetten und Kohlenhydraten (Laktose), sowie Denaturierung (Entfaltung der Aminosäureketten) erhöht die Bekömmlichkeit des Hydrolysats und stellt damit einen der Gründe dar, weshalb es auch in der Säuglingsnahrungsindustrie zur Reduzierung dermatologischer Hauterkrankungen eingesetzt wird. [2][3] Wer also bei herkömmlichen Whey-Konzentraten (oder gar noch Isolaten) mit allergischen Reaktionen zu kämpfen hat, der könnte im Hydrolysat ohne weiteres die Lösung seiner Probleme finden.

Hydrolysat & Proteinsynthese

In einer Studie, bei der die Proteinsyntheserate von Whey-Hydrolysat mit Caseinprotein, sowie Casein-Hydrolysat (in etwa sowas wie eine schnell-verdauliche Caseinform) untersucht wurde, konnten niederländische Wissenschaftler des Top Institute Food & Nutrition die Effizienz des Whey-Hydrolysats herausarbeiten. Im Vergleich zu Casein hatten die hydrolysierten Proteine die Nase vorne, wobei sich das Whey-Hydrolysat am Ende durchsetzte. (vgl.: Whey-Hydrolysat (0.15 ± 0.02%/h) Vs. Casein-Hydrolysat (0.10 ± 0.01%/h; P < 0.05). [4] Manko der Studie: Es handelte sich um eine Messung im Ruhezustand (keine Post-Workout-Messung) und die Probanden besaßen ein Durchschnittsalter von 74 Jahren. Es ist jedoch bekannt, dass die Syntheserate mit zunehmendem Alter abnimmt und schwerer zu stimulieren ist. Kampf gegen Sarkopenie? Eine Portion Whey-Hydrolysat kann da im Laufe der Zeit wahre Wunder vollbringen. Doch wie sieht es aus, wenn man sich ein paar junge Sportler heranholt, die fest im Saft stehen. Kann die hydrolysierte Form die Erwartungen erfüllen oder gar die Performance steigern?

Hydrolysat, Performance & Körperkomposition

Und so lautet unser Rezept für die heutige Tageskarte: Man nehme 24 Fußballspieler (Ausdauerathleten) über einen Zeitraum von 12 Wochen, teile diese in drei Gruppen (Whey WP; Whey-Hydrolysat HWP; Placebo-Maltodextrin-Gruppe MALTO) und untersuche zahlreiche biochemische und performance-relevante Parameter. [5] Die Testprobanden erhielten 0,5g Protein/kg in Wheyform (oder das Placebo, hier also Maltodextrin), welches sie vor und nach dem Training, sowie an trainingsfreien Tagen, zu sich nahmen. Wie nicht anders zu erwarten war, fiel die Gesamtproteinzufuhr bei den Ausdauerathleten relativ gering aus (im Vergleich zu Bodybuilder-Maßstäben), nämlich rund 15 % der Gesamtkalorien, dafür standardisierten die Forscher entscheidende Variablen, wie Schlaf- und Trainingsplan, sowie die Position (Stürmer, Verteidiger) der Probanden, so dass man tatsächlich den isolierten Effekt der Supplemente messen konnte. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass das Whey-Hydrolysat die Schäden an der Muskulatur signifikant senkte (was bei den anderen beiden Gruppen nicht registriert wurde) und schlussfolgern in einem weiteren Statement, dass die hydrolysierte Proteinform gerade dann eine Berechtigung besitzt, wenn es darum geht die Schäden an der Muskulatur (Regeneration) möglichst gering zu halten. Doch das ist noch nicht die ganze Geschichte, denn wenn man sich die Parameter für Magermasseaufbau und Reduktion der Fettmasse ansieht, so kristallisiert sich heraus, dass das normale Whey-Konzentrat die Nase vorne hat. In diesem Experiment war der Aufbau von Muskulatur bei adäquater Reduktion des KFAs mit den normalen Whey am optimalsten. Tatsächlich nahm die Fettmasse bei denjenigen Spielern, die das WPH erhielten, sogar noch zu.

Fazit

Hydrolysiertes Whey ist reiner als seine beiden Brüder, die Konzentrate & Isolate, und besitzt daher ein geringeres allergenes Potenzial. Die Studie von Lollo et al. (2013) arbeitete fernerhin die anti-oxidative Kapazität dieses Proteins heraus, nämlich wenn es darum geht die Schäden an der Muskulatur gering zu halten (und damit schnell wieder einsatzbereit zu sein). Dies mag zwar auch für Bodybuilder und Kraftsportler mit einem hohen Trainingsvolumen wünschenswert sein, doch bei den entscheidenden Parametern – Masseaufbau und Reduktion des KFAs – konnte das Hydrolysat, zumindest in diesem Feldexperiment, nicht überzeugen. Berücksichtigt man zusätzlich noch den Preis (lassen wir den Geschmack jetzt mal weg), fährt der ambitionierte Eisenkrieger in der Tat besser, wenn er zur konzentrierten Form des Proteins greift (und bei Laktoseintoleranz ggf. auf das immer noch günstigere Isolat ausweicht)

Quellen

[1] Karnich, M. (2002): Diets Designed for Athletes. URL: http://books.google.de/books?id=VYW6xcFgN6UC&pg=PA44&dq=hydrolyzed+whey+protein+quick+absorb&hl=en&ei=bnhaTqyfNMbViALKtKW_CQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&sqi=2&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false. [2] Potier, M. / Torné, D. (2008): Comparison of digestibility and quality of intact proteins with their respective hydrolysates. URL: http://ww Meta-analysis of the evidence for a partially hydrolyzed 100% whey formula for the prevention of allergic diseases.w.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18727562. [3] Szajewska, H. / Horvath, A. (2010): Meta-analysis of the evidence for a partially hydrolyzed 100% whey formula for the prevention of allergic diseases. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20001576. [4] Pennings et al. (2011): Whey protein stimulates postprandial muscle protein accretion more effectively than do casein and casein hydrolysate in older men. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21367943. [5] Lollo et al. (2013): Hydrolysed whey protein reduces muscle damage markers in Brazilian elite soccer players compared with whey protein and maltodextrin. A twelve-week in-championship intervention. URL: www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0958694613001787.
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  • Super Beitrag

    Super Beitrag...da muss wohl noch weiter geforscht werden.

    @fabian:
    nur blöd, dass beefprotein eben aus kollagenem eiweiß besteht ;-)

  • Nur zu blöd

    Nur zu blöd, dass es mittlerweile Produkte gibt, die kein kollagenes Eiweiß mehr enthalten. Man sollte nicht immer eine ganze Gruppe ausschließen, nur weil es ein paar gibt die dazu gehören. ;)

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