Das Rauchen der Gesundheit schadet, ist allgemein bekannt. Und dennoch rauchen viele Menschen munter weiter. Doch Kraftsportler und Ausdauerbegeisterte sollten es besser gleich aufgeben. Wer raucht, baut Muskelmasse nämlich viel schneller ab als Nichtraucher. Doch warum ist das so?

Rauchen beeinflusst in sehr hohem Maß die Sauerstoffversorgung des Körpers. Zum einen wird die Lunge belastet, was den Gasaustausch erschwert. Zum anderen regen die Inhaltsstoffe Veränderungen und Ablagerungen in den Gefäßen an, sodass der Blutstrom langsam immer weiter eingeschränkt wird. Doch das Blut versorgt auch die Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen. Wird es an dieser Versorgungsaufgabe durch die Folgen des Rauchens gehindert, leiden die Muskeln und bauen ab.

Auswirkungen des Rauchens auf das Krafttraining

Wer viele Jahre raucht, wird mit der Zeit Einschränkungen in der Blutversorgung seiner Organe sowie der Muskulatur haben. Da Muskelgewebe sehr hohe Stoffwechselleistungen vollbringen muss, gerade auch im Training, werden die Zellen dank fehlender Energie und durch den Mangel an Sauerstoff schneller ermüden. Zusätzlich nimmt das Regenerationsvermögen der Muskulatur bei Rauchern ab. Deshalb werden Muskeleiweiße nicht mehr ausreichend viel hergestellt und das zuvor geleistete intensive Training verpufft zunehmend.

Kaum zu glauben? Und ob. Zusätzlich wiesen Wissenschaftler im Muskel von sportlich aktiven Rauchern das Eiweiß Myostatin in großen Mengen nach (Myo = Muskel; -statin = wie statisch; den Muskelaufbau verhindernd).

Über Jahre hinweg verlangsamt sich der Muskelaufbau bei Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern spürbar. Letztlich kommt noch der natürliche Abbau durch das höhere Alter dazu und plötzlich befindet sich der Muskelmann in einem Prozess der beständigen Abnahme von Muskelmasse trotz Trainings.

Rauchen und Ausdauertraining

Wer nun denkt, dass das nur für den Kraftsport gilt, irrt gewaltig. Was beim Krafttraining noch schleichend geschieht, wirkt sich beim Ausdauertraining ganz unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit aus. Da durch die vom Rauchen herrührenden Schäden weniger Sauerstoff in den Muskeln ankommt, ist eine optimale Fettverbrennung nicht mehr möglich. Zudem ermüdet der Muskel schneller und schaltet im schlimmsten Fall auf den anaeroben Stoffwechsel um.

In vielen Fällen hört man auch den Satz, dass Rauchen ja bereits beim Fettabbau hilft. Doch weit gefehlt. Der Gewichtsverlust, den Raucher erleben, hat nichts mit schrumpfendem Fettgewebe zu tun. Vielmehr führt das Rauchen zu einem Verlust von wertvollem Körpereiweiß, primär in der Muskulatur. Hier wird das Gleichgewicht zwischen Eiweißaufbau und –abbau auf die Seite des Abbaus verschoben, sodass die gleichen Mechanismen greifen, die bereits beim Krafttraining hinderlich waren.

Daher kann es von uns nur ein Urteil geben: Rauchen und Sport, das verträgt sich nicht.